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kritisch betrachtet ...

Agenda AK nimmt zu heißem Eisen Stellung

28.10.20: In den letzten Wochen haben die Pläne der Gemeinde und der Gemeinderatsmehrheit, am Eingang des Zeilweggebiets in der Wasserschutzzone IIIA und dem Streuobstgürtel zwei Bauvorhaben (ein größeres Firmengebäude und das Betriebsgebäude der Streuobstgenossenschaft) zu realisieren, obwohl nach der Wasserschutzverordnung dort Baugebiete nicht zulässig sind, zu Kontroversen geführt. Ein Flugblatt eines Margetshöchheimer Bürgers mit dem Aufruf zur Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Bebauungspläne war beim Bürgermeister und den Fraktionen von CSU und SPD auf heftigen Widerstand gestoßen.
Nun hat der Agenda 21-Arbeitskreis, der sich vor allem mit der Ortsentwicklung und Umweltfragen beschäftigt, damit befasst. Seine Stellungnahme finden Sie hier:
20201025bauvorhabenzeilwegstellungnahmeagenda2.pdf [124 KB]

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
zu den Hintergründen
zu den Hintergründen (Teil 2)
Aufwertung des Ortseingangs



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Wie viel Gastronomie verträgt Margetshöchheim?

23.10.20: Margetshöchheim hatte in früheren Zeiten nicht nur diverse Einzelhandelsgeschäfte, sondern auch eine Vielzahl von Gaststätten. Das war allerdings noch in einer Zeit, als es keinen Fernseher gab und der Lohn jede Woche ausgezahlt wurde. Das Geld reichte zwar hinten und vorne nicht, aber für einen Gasthausbesuch mit dem obligatorischen Karteln immer noch.
Als die Motorisierung Anfang der 50er Jahre begann und die Menschen immer mobiler wurden und der Fernseher zur obligatorischen Feierabendbeschäftigung wurde, begann der Niedergang der heimischen Gaststätten. Die Margetshöchheimer wurden zwar trotzdem immer häufiger in den Gaststätten gesehen, allerdings nicht in Margetshöchheim, sondern vor allem im weiten Umkreis. Lange Zeit hielt sich nur noch eine Gaststätte gut, die weniger als Heckenwirtschaft, sondern eher wegen der großen Schnitzel Besucher aus dem weiten Umkreis anzog. Nachdem auch sie sang- und klanglos schloss und die Sudpfanne schließlich mehr Pächter als Besucher zu verzeichnen hatte, sorgten nur noch der Kreutzer in bester Lage und der Alte Schulzen mit selbstgemachten Klößen am Sonntag und schließlich mit einer legendären Pizza für Gastlichkeit, bis der Kreutzer Wirtschaft und Gasthaus schloss und später von Anitas Weinstube schließlich auch nur noch die Erinnerung an gute Zeiten übrig blieb.
Der Versuch der Gemeinde, im Altort wieder eine Gaststätte zu etablieren, wurde zu einer unendlichen Geschichte, da wegen des hartnäckigen nachbarlichen Widerstands nicht sicher ist, ob nicht doch der neue Mainsteg früher fertig ist. Neuerdings existiert sie immerhin im Internet mit Vorankündigung: https://marokko-schenke.de/
Schneller einsatzbereit wurde da der Grieche im Neubau des Sportheims. Neuerdings kündigte auch der Bauriedel die Wiederauferstehung einer Gaststube mit Biergarten an. Die Frage ist allerdings, ob er mit seinen diversen Festen nicht sich selbst und natürlich auch den anderen Gastronomen das Überleben schwer macht. Ob es wirklich dazu kommt, bleibt abzuwarten. angekündigt ist so etwas schnell, die Realisierung lässt meistens recht lange auf sich warten.
Falls es dann drei Wirtschaften und ein Hotel geben sollte, stellt sich schon die Frage, wie viele Gaststätten Margetshöchheim verträgt. Dass Konkurrenz schon lange nicht mehr das Geschäft belebt, ist spätestens nach dem Verlust einer alteingesessenen Bäckerei offensichtlich.





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so viel Dummheit tut weh und ist gefährlich!

22.10.20: Verschwörungsspinner, denen jegliches Quäntchen Verstand und Vernunft abhanden gekommen ist, erfahren offensichtlich immer mehr Zuspruch, ein Armutszeugnis für die Menschheit. Manches deutet auch darauf hin, dass die Anschläge auf Museen in Berlin aus dem Umfeld der Verschwörungsfanatiker befeuert wurde oder sogar auf deren Konto geht:
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_88787788/anschlag-auf-berliner-museen-wieso-hildmann-und-qanon-alte-kunstwerke-hassen.html



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Sind das Vorboten des Baugebiets Scheckert?

14.10.20: In den letzten Tagen wurde im zukünftigen Baugebiet Scheckert kräftig geholzt. Bäume und Heckenstrukturen mussten daran glauben. Der Bund Naturschutz wurde von Anwohnern alarmiert und hat den Vorgang der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde mitgeteilt. Da bestimmte schützenswerte Bestandteile des geplanten Baugebiets nicht angetastet werden dürfen, besteht der Verdacht, dass versucht wurde, vorher noch schnell vollendete Tatsachen zu schaffen.



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Gilt die Gestaltungssatzung für alle?

12.10.20: Laut der Altort-Gestaltungssatzung gilt für Dachaufbauten und Kamine im Altort folgende Vorschrift:
"Kamine müssen am First oder in Firstnähe aus dem Dach stoßen. Kaminabzüge an Außenwänden als sichtbarer Mauervorsprung sind nicht erlaubt. Kaminköpfe
sind verputzt oder in Sichtmauerwerk auszuführen. Kupferverblechungen sind im Ausnahmefall zulässig."
Das gilt natürlich erst recht für Edelstahlaußenkamine.
In der letzten Bauausschusssitzung wurde ausführlich über ein Anwesen in der Würzburger Straße diskutiert, an dem vom öffentlichen Raum nicht sichtbar ein Edelstahlkamin angebracht werden sollte. Nach der ablehnenden Stellungnahme des Sanierungsbeauftragten war die Eigentümerin erfeulich kooperativ und bereit, den Kamin mit einer verputzten Mauer zu ummanteln. Eigentlich konnte man froh sein, dass die Eigentümerin dazu bereit war, wo es doch in der Schmiedsgasse - durchaus einsehbar -, zwei solcher Edelstahlkamine gibt. Um nicht wieder wegen der Verletzuuing von Persönlichkeitsrechten" angeprangert zu werden, nennen wir hier keine Namen. Jeder kann sich ja selbst sein Urteil bilden.
Uns hat nur gewundert, dass man sich im Bauausschuss viel Zeit genommen hat, über die Putzfarbe des von außen nicht sichtbaren ummauerten Kamins in der Würzburger Straße zu entscheiden.



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Mehr kann man für den Frieden nicht tun

26.9.20: Gestern hat die Main-Post auf Seite 31 in einem umfangreichen Beitrag an das Schicksal von Alfred Eck erinnert, der vor 45 Jahren sein Heimatdorf Baldersheim vor der Zerstörung gerettet hat und dafür in den letzten Kriegstagen auf dem Auber Marktplatz an einem aus Leitern gezimmerten Galgen aufgehängt wurde:
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/gibt-es-noch-hoffnung-auf-eine-alfred-eck-schule-in-aub;art779,10503793#anker
Als der Notar und Auber Stadtrat Kilian Angermaier 1985 im Stadtrat die Benennung der Auber Schule nach dem Bauernsohn Alfred Eck durchsetzt, scheitert dies nicht zuletzt am inzwischen verstorbenen Schulamtsdirektor Schäffer, der es laut Main-Post beharrlich ablehnte, dass die Schule "den Namen eines Verräters bekommt". Als der einflussreiche Schulamtsdirektor 1995 kurz vor der Kommunalwahl von der Margetshöchheimer SPD zu einer Veranstaltung eingeladen wurde, wurde dies in einer kurzen Notiz im MM-Blättle kritisch angesprochen. Die Reaktion war eine Schmutzkampagne der SPD besonders gegen Etthöfer, wie wir sie in Margetshöchheim damals trotz aller inhaltlichen Kontroversen noch nicht erlebt hatten. Einzelheiten können Sie dem folgenden Beitrag entnehmen: Vergangenheitsbewältigung, auch bei uns?
Rückblickend kann man nur feststellen, dass es beschämend war, dass die SPD damals eine derartig niederträchtige Kampagne losgetreten hat und kein einziges Wort des Bedauerns über das Schicksal von Alfred Eck geäußert hat. Kein einziges SPD-Mitglied hat sich damals von diesen Verunglimpfungen distanziert.
Gerade in Zeiten, in denen die Fratze des Rechtsradikalismus ihr wahres Gesicht zeigt, wäre es ein wichtiges Signal für Frieden und Humanität, wenn der Würzburger Friedenspreis in diesem Jahr posthum an Alfed Eck verliehen würde. Mehr kann einer nicht für den Frieden tun, als sein Leben dafür zu opfern.



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Gasthäuser nur noch auf der grünen Wiese?

23.9.20: Der Weg zu einer Gaststätte im Altort ist äußerst langwierig und steinig. Nachdem das Landratsamt wegen einer Klage einer Nachbarin die eigene Baugenehmigung wieder aufgehoben hatte, gibt es nun seit einigen Monaten für die Gaststätte in der Mainstraße 20/20a eine neue Baugenehmigung. Inzwischen hat die Nachbarin erneut eine Klage eingereicht. Dabei geht es im Prinzip um die Frage, ob eine Gaststätte im Ortskern für einen Grundstücksnachbarn überhaupt zumutbar ist. Eigentlich gehörten Kirche und Gasthaus nicht nur in Bayern zumindest früher im Innerort als Teil der Lebensqualität zum Standard. Man kann nur hoffen, dass der Altort durch eine Gaststätte bald wieder an Lebensqualität gewinnt, nachdem es Geschäfte und Infrastruktureinrichtungen immer mehr an den Ortsrand zieht..



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eine weitere Provokation

19.9.20: Das Protokoll einer öffentlichen Gemeinderatssitzung, das ja auch im Gemeindeblatt veröffentlicht wird, soll die wesentlichen Inhalte der Sitzung wiedergeben. Falls dort ein Thema kontrovers angesprochen wird, gehört auch das dazu. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass dabei nicht nur eine Seite zu Wort kommt, sondern dass auch die Gegenposition erwähnt wird, besonders wenn persönliche Befindlichkeiten im Spiel sind. Offensichtlich gilt dies neuerdings nicht in Margetshöchheim, wie man dem in diesen Tagen verteilten Gemeindeblatt entnehmen kann.
Hier kurz zum Sachverhalt: Am Ende der Julisitzung griffen Frau Haupt-Kreutzer und Frau Kircher massiv die Berichterstattung im MM-Blättle und vor allem Peter Etthöfer an. Die eindeutig haltlosen Vorwürfe wies die MM zurück.
Den Sachverhalt haben wir bereits ausführlich dargestellt:
Persönliche Erklärung
wie oft denn noch?

Im Protokollentwurf der Gemeinde wurden die Angriffe gegen die MM relativ breit wiedergegeben, die Gegenposition der MM aber fehlte.
Gegen diese in jeder Hinsicht einseitige Darstellung im Protokoll hat die MM protestiert und eine Berichtigung des Protokolls gefordert. Normalerweise wird über das Protokoll jeweils in der folgenden Sitzung abgestimmt. Die folgende Sitzung hatte nur einen Tagesordnungspunkt "Vergabe der Arbeiten für den Mainsteg" und war nichtöffentlich, was einigen Bürgern und dem Pressevertreter entgangen war. Nach einer kurzen Historie über die Mainstegplanung komplimentierte der Bürgermeister die Zuhörer aus dem Raum und erklärte, sie könnten ja draußen warten, bis der TOP Mainsteg abgehandelt sei und dann wieder reinkommen, was sich natürlich niemand antat. Nach diesem einzigen nichtöffentlichen TOP Mainsteg entspann sich dann im Gemeinderat eine endlose Diskussion über die beantragte Berichtigung des Protokolls, in der sich der Gemeinderat schließlich zu der Minimalberichtigung durchrang, dass veröffentlicht werden solle, dass die MM die Vorwürfe zurückwies. starker Tobak

Damit war ein Minimalkonsens erzielt, aber die Kuh noch lange nicht vom Eis: Angeblich war dieser Konsens nach Ansicht des Geschäftsleiters in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen worden. Deshalb müsse vom Gemeinderat über die Veröffentlichung der Berichtigung erst im nichtöffentlichen Teil der Folgesitzung am 8.9. entschieden werden, was dann auch geschah.
Allein, dass in nichtöffentlicher Sitzung über die Berichtigung des öffentlichen Protokolls entschieden wird, ist ein starkes Stück. Dass dann aber im 8 Tage später verteilten Gemeindeblatt das fehlerhafte (weil einseitige) Protokoll abgedruckt ist, kann man nur als Provokation der MM einstufen. Am Zeitdruck kann es nicht gelegen haben. Denn der Bürgermeister hat es ja immerhin geschafft, maximal 3 Tage vor Erscheinen des Gemeindeblatts noch eine zweiseitige Gegenerklärung gegen ein Flugblatt von Bürgern ins Gemeindeblatt zu schieben. so wird kein Vertrauen aufgebaut!
Bürgermeister Brohm dürfte es auch kaum entgangen sein, dass die Korrektur des Protokolls der Julisitzung unterblieben ist, da er den "politischen" Teil des Gemeindeblatts immer sehr genau Korrektur liest. Man kann nur hoffen, das Bürgermeister und Gemeinderat zu einem fairen Miteinander zurückfinden.



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so wird kein Vertrauen aufgebaut!

15.9.20: Vor kurzem wurde im Ort ein Flugblatt verteilt, in dem von dem Verfasser für eine Gruppe von Bürgern die geplante Bebauung an der Zeilwegeinfahrt kritisch bewertet und zu einem Bürgerbegehren aufgerufen wurde. Wir haben darüber in den letzten Tagen ausführlich berichtet: zu den Hintergründen und zu den Hintergründen (Teil 2)
In der Gemeinderatssitzung vom 8.9. wurde das Flugblatt von SPD und CSU massiv kritisiert und von der Gemeinde eine Gegenerklärung im Gemeindeblatt gefordert. Die MM erklärte sich damit einverstanden, falls eventuelle Unrichtigkeiten oder Unklarheiten berichtigt würden. Bürgermeister Brohm kündigte an, einen Entwurf für das Gemeindeblatt den Fraktionsvorsitzenden zukommen zu lassen, damit sie dazu Stellung nehmen können.
MM-Fraktionsvorsitzender Gerhard von Hinten erhielt den Textentwurf am Freitag, den 11.9.20 um 17.08 Uhr vom Bürgermeister mit der Bitte um Stellungnahme zugesandt. Nach Rücksprache mit den Fraktionsmitgliedern hat Gerhard von Hinten seine Stellungnahme am Montag, den 14.9. um 10.30 Uhr ins Rathaus gebracht. Als er zu Hause den Briefkasten öffnete, fand er dort das Gemeindeblatt mit der Stellungnahme des Bürgermeisters vor. Ganz offensichtlich hat der Bürgermeister seine Sicht der Dinge drucken lassen, ohne die vo ihm erbetene Stellungnahme abzuwarten.

Den Text des Bürgermeisters mit den farblich hervorgehobenen Anmerkungen des MM-Fraktionsvorsitzenden können Sie hier nachlesen: 20200914flugblattstreuobstzentrumfuerinformati.pdf [440 KB]

Seine Reaktion ging per Email an den Bürgermeister, den 2. Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden:

Sehr geehrter Herr Brohm,
Ihren Entwurf zur Antwort auf das Flugblatt habe ich am Freitag, den 11.09.20, 17:08, zugeschickt bekommen.
Sie schreiben „Sehr geehrte Damen und Herren,
beigefügt die Stellungnahme des Gemeinderates zum Flugblatt bezüglich der Bebauung am Zeilweg.
Ich bitte um Rückmeldung ob die Veröffentlichung für Sie in Ordnung geht.
Mit freundlichen Grüßen
Waldemar Brohm"

Am Montag, 10.30 Uhr, habe ich Ihnen meine Antwort überbracht.
Zugleich entnehme ich meinem Briefkasten das Gemeindeinformationsblatt, wo Ihre Stellungnahme bereits veröffentlicht ist. Sie haben also, trotz Ihrer Zusicherung ohne auf Antworten zu warten, ihre Postion veröffentlicht.
Für mich ist das ein eklatanter Vertrauensbruch.

Gerhard von Hinten
PS.: Den Fraktionsvorsitzenden zur Kenntnis




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Förderung für Potemkinsche Dörfer?

10.9.20: Vor kurzem haben wir uns über die umfangreichen Abrissmaßnahmen beim Haus Mainstraße 20 gewundert, das Teil der zukünftigen Altortwirtschaft werden soll der Trend zu Potemkinschen Fassaden . Schließlich handelt es sich dabei um ein von der Regierung von Unterfranken kräftig gefördertes Vorhaben.
Dieser Vorgang kam auch in der Gemeinderatssitzung am 8.9. zur Sprache, da es bei einem weitgehenden Abriss eines Gebäudes mehr als fraglich ist, ob dann noch von einer Sanierungsmaßnahme die Rede sein kann, was für eine Förderung eminent wichtig ist. In der Gemeindeverwaltung war man der Ansicht, dass die Erhaltung des Giebels dafür ausreicht, da dadurch die Kubatur des wieder zu errichtenden Gebäudes vorgegeben ist.
Selbst wenn diese Interpretation formal noch zulässig sein sollte, kann man dies aus Gründen der Altortsanierung kaum nachvollziehen. Schließlich besteht ein historisches Gebäude nicht nur aus einer Kubatur, sondern aus einem homogenen Bauwerk, das grundsätzlich in seinen wesentlichen Teilen erhaltenswert ist. Wenn wie hier die Hand zum Abriss gereicht wird, muss damit gerechnet werden, dass einen diese Zustimmung sehr schnell einholt, wenn der nächste Eigentümer eines Altorthauses die Firma mit der Abrissbirne bestellt. Insgeheim werden bereits Wetten abgeschlossen, in welcher Straße das nächste Altortanwesen abgerissen werden soll.



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der Trend zu Potemkinschen Fassaden

5.9.20: Von Potemkinschen Dörfern spricht man, wenn hinter schönen Fassaden wenig Sehenswertes zu finden ist. Daran könnte man auch bei der Margetshöchheimer Altortsanierung erinnert werden, da sich gerade bei städtebaulich wichtigen Vorhaben der Trend abzeichnet, nur die historische Straßenfassade zu erhalten und den Rest der Abrissbirne zu opfern. Bautechnisch mag man dafür im einen oder anderen Fall vielleicht noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Wenn es sich um im Rahmen der Städtebauförderung hoch geförderte Bauvorhaben handelt, kann man an dieser Praxis jedoch erhebliche Bedenken haben. Schließlich werden hier Präzedenzfälle geschaffen, die die Gemeinde bei ihrem Bemühen, einen authentischen Altort zu erhalten, über kurz oder lang immer häufiger einholen.
Die folgenden Fotos von der Baustelle für die zukünftige Altortgaststätte sprechen für sich. zumal der Abriss vor allem das historische Gebäude an der Mainstraße betrifft, während das städtebaulich sicher nicht wesentliche neuere Gebäude an der Mainseite offensichtlich mehr oder weniger ungeschoren davonkommt.



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doch etwas dürftig

25.8.20: Bauvoranfragen sind normalerweise dazu da, vor einem kompletten und somit aufwändigen Bauantrag zu eruieren, ob ein bestimmtes Vorhaben unter gewissen Bedingungen möglich ist. Es macht allerdings nur Sinn, wenn hierzu dem Bauausschuss und vor allem dem Landratsamt alle wesentlichen Daten geliefert werden. Das bedeutet in der Regel die Einreichung eines abgespeckten Bauantrags.
In der letzten Bauausschusssitzung am 11.8. lag dem Bauausschuss eine Voranfrage für die Errichtung eines Bürogebäudes am nördlichen Ortseingang neben der Spargelhütte auf 1000 qm vor. Bauausschusssitzung am 11.8.20 Tagesordnung (TOP 2). Ein wesentlicher Grund für die Voranfrage war der Umstand, dass dort nach der Verordnung für das Trinkwasserschutzgebiet die Ausweisung eines Baugebiets nicht zulässig ist. Die Behörden hatten jedoch im Vorfeld signalisiert, dass dort eventuell unter Umständen ein Einzelvorhaben genehmigt werden könnte. Angesichts der kritischen Lage (Wasserschutzgebiet, Streuobstareal usw. war eigentlich zu erwarten, dass in der Bauvoranfrage das Bauvorhaben relativ umfangreich dargestellt wird. In den Unterlagen für den Bauausschuss fanden sich allerdings nur spärliche Aussagen zu dem geplanten Projekt. Das ist sicher einer der Gründe, warum im Bauausschuss über die Baudetails gar nicht weiter gesprochen wurde.
Wenn für so ein Vorhaben ein Bebauungsplan vorliegt, dann macht es sicher Sinn, in der Voranfrage lediglich über kleinere Details zu sprechen, die dem Bebauungsplan nicht entsprechen. Wenn allerdings dort grundsätzlich keine Bebauung vorgesehen ist, müsste man meinen, dass die Genehmigungsbehörde in der Voranfrage schon mehr Substanz erwarten kann.
Ein Phantombild für eine mögliche Gestaltung ist da schon etwas dürftig und sollte eigentlich nicht für einen Bebauungs-Blankoscheck ausreichen. Man darf gespannt sein, ob das Landratsamt die Voranfrage durchwinkt.




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Nicht nur Corona schädigt die Lunge

18.8.20: Der Lunge der Welt geht die Luft aus. Es dürfte bekannt sein, dass die tropischen und die arktischen Regenwälder für unser Klima lebenswichtig sind. In Brasilien wird derzeit unterstützt durch Präsident Bolsonaro in immer größerem Umfang der Regenwald niedergebrannt. Solange die Industrieländer weiterhin weltweit ungehemmt klimaschädliche Gase emittieren und mittelbar und unmittelbar massiv an der Vernichtung der Regenwälder beteiligt sind, wird die weiter fortschreitende Erderwärmung nicht zu stoppen sein:
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_88414228/waldbraende-in-brasilien-aufnahmen-zeigen-dramatische-lage-im-amazonas.html



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Rücksicht sieht anders aus

17.8.20: Die Liegebänke am Mainufer erfreuen sich schon seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Das gilt auch für die beiden Bänke in der Nähe des Mainstegs. Eigentlich sollten sie mit etwas Abstand stehen, da es nicht jedermanns Sache ist, ohne Abstand Seite an Seite am Mainufer zu liegen. Das gilt natürlich erst recht in Coronazeiten, wo der Abstand nicht nur wünschenswert, sondern sogar Pflicht ist. In den letzten Jahren haben die Gemeindearbeiter die Bänke immer wieder auf Abstand gerückt, jedoch ohne Erfolg. Bereits am nächsten Tag standen die nicht gerade leichten Bänke erneut press aneinander. Seit einigen Tagen haben die Bauhofmitarbeiter erneut einen Versuch gestartet und die Bänke mehrere Meter weiter platziert. Vergeblich, am nächsten Morgen standen sie trotz Coronaauflagen wieder direkt nebeneinander.
Und noch etwas ist auffällig. Seit Wochen werden zwar die Liegebänke, aber nicht die Bänke wenige Meter weiter am Rande der Grünanlage intensiv genutzt. Die Gründe sind klar: der Blick auf den Main und die schattenspendenden Pappeln bei der herrschenden Hitze dürften die Ursache sein. Das sollten die Planer für den Umbau der Mainpartie beherzigen, die mitten im Mainstraßenplatz drei monumentale Betonbänke eingeplant haben. Mainpromenade zentraler Platz



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starker Tobak

12.08.20: Frau Haupt-Kreutzer hatte in der Gemeinderatssitzung am 14.7. Peter Etthöfer wegen einer Veröffentlichung im MM-Blättle massiv angegriffen. Nach Ansicht der MM eindeutig zu Unrecht. Peter Etthöfer hat deshalb den Sachverhalt in einer persönlichen Stellungnahme zurechtgerückt. Persönliche Erklärung
In der Sitzung selbst wies MM-Fraktionsvorsitzender Gerhard von Hinten die Angriffe entschieden zurück. Wir wollen diese Auseinandersetzung nicht erneut aufwärmen. Da aber im Bürgerinformationssystem im dort veröffentlichten offiziellen Sitzungsprotokoll der Gemeinde der Sachverhalt sehr einseitig dargestellt wurde, beantragte Gerhard von Hinten in der Gemeinderatssitzung am 4.8. eine Berichtigung des Protokolls und einen Hinweis auf die Gegenposition der MM. Nach längerer Diskussion sagte der Gemeinderat dies mehrheitlich zu.

Eine Berichtigung einer weiteren äußerst einseitig formulierten Passage des Protokolls lehnte der Gemeinderat jedoch ab. Es handelt sich um folgenden Satz: "In der weiteren Diskussion äußerten sich auch andere Gemeinderäte über das Persönlichkeitsrecht verletzende Angriffe in Veröffentlichungen der MM."
Hierbei handelt es sich um eine Behauptung, die die MM bereits mehrfach entschieden zurückgewiesen hat, die auch dadurch nicht wahrer wird, dass sie von einigen Gemeinderäten immer wieder wiederholt wird. Wir ersparen uns hierzu erneute Ausführungen und verweisen auf unsere Stellungnahme vom 25.7.20: wie oft denn noch?
Es ist allerdings schon eine neue Qualität, dass so etwas im offiziellen Protokoll der Gemeinde auftaucht und laut Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats auch nicht korrigiert werden soll.
Wir wollen hier keine Namen nennen, da es manche im Gemeinderat offensichtlich schon als Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte ansehen, wenn sie bei Berichten über öffentliche Gemeinderatssitzungen mit Namensnennung zitiert werden. Es zeigt, dass es bedauerlicherweise mit der viel beschworenen guten Atmosphäre im Gemeinderat seit Beginn der neuen Amtsperiode nicht mehr so weit her ist.



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Bleibt die Mainstraße länger gesperrt?

8.8.20: Nach unseren Informationen bleibt die Mainstraße, die ab dem 18.8. wieder frei sein sollte, wohl noch bis zum 28.8. gesperrt. Grund sollen Arbeiten am Gebäude Mainstraße 20 sein, für die ein Kran nötig ist. Dort soll bekanntlich eine Altortgaststätte entstehen. Mit der verlängerten Sperrung selbst könnte man wohl noch ganz gut zurechtkommen.
Was uns allerdings stutzig macht, ist die Information, dass für den Bau der Gaststätte ein Großteil des alten Gebäudes abgerissen werden soll. Lediglich die Straßenfassade soll erhalten bleiben. Falls das tatsächlich zutreffen sollte, sehen wir das äußerst kritisch, da bislang nichts von einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats oder des Bauausschusses bekannt ist. Auch auf der Tagesordnung des Bauausschusses für die Sitzung am 11.8. ist darauf kein Hinweis zu finden. Außerdem müsste hierfür eine Stellungnahme des für die Gemeinde tätigen Sanierungsarchitekten vorliegen. Da das Bauvorhaben durch die Städtebauförderung der Regierung und die Gemeinde in erheblichem Umfang gefördert wird, können wir uns schwer vorstellen, dass es tatsächlich zu einem weitgehenden Abriss des Bestandsgebäudes kommen wird.
Es gibt allerdings bereits zwei Beispiele in der Dorfstraße für ähnlich umfassende Eingriffe in die Bausubstanz, die vom Bauausschuss genehmigt oder daneben vor etlichen Jahren nachträglich genehmigt wurden. Falls es jetzt auch in der Mainstraße ähnlich verlaufen sollte, wäre es ein Beispiel dafür, dass man häufig eingeholt wird, wenn man Präzedenzfälle schafft.



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Wie informativ darf das Gemeindeblatt sein?

6.8.20: Normalerweise erfahren die Bürgerinnen und Bürger das Wichtigste aus den Gemeinderatssitzungen über die im Informationsblatt der Verwaltungsgemeinschaft abgedruckten Protokolle. Viele warten allerdings das monatliche Gemeindeblatt nicht ab, sondern informieren sich bereits am übernächsten Tag auf der Website der MM. Trotzdem ist das Gemeindeblatt eine wichtige Informationsquelle für die Einwohner, da man davon ausgehen kann, hier umfassend und neutral informiert zu werden. Wegen des Protokolls der Juli-Gemeinderatssitzung, das bereits auf der MM-Website (Niederschrift Gemeinderatssitzung am 14.7.20 ) und auf der Gemeindewebsite zu finden ist, gab es am Ende der weitestgehend nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung am 4.8. über den Mainsteg im Gemeinderat Dissonanzen. Hintergrund sind etliche Anfragen der MM bei der Sitzung am 14.7..
Schon immer war es im Gemeinderat üblich, dass die Gemeinderatsmitglieder am Ende unter dem TOP "Verschiedenes" Fragen stellen können. Bürgermeister Brohm hatte damit bislang keine Probleme und gab in der Regel immer umfangreich Auskunft. Seit geraumer Zeit ging die SPD dazu über, auch schriftlich Anfragen einzureichen. Auch dabei gab es keinerlei Probleme. Da nach dem Beginn der Amtszeit des neuen Gemeinderats erst einmal viele formale Punkte im Mittelpunkt standen, hat die MM zur Julisitzung schriftlich 7 kommunalpolitisch relevante Anfragen eingereicht, was seltsamerweise wohl nicht bei allen auf Begeisterung gestoßen ist. Sie können sich hier über diese Anfragen informieren, die von der geplanten Bebauung hinter der Spargelhütte über die Planungen für den Neubau einer Kindertagesstätte bis hin zum aktuellen Sachstand beim geplanten Erwerb des Klostergeländes reichten, alles Sachverhalte, die wohl für alle Bürger interessant sind: MM-Anfragen Juli 2020 . Bis auf einen Punkt, der in die nichtöffentliche Sitzung verschoben wurde, gab der Bürgermeister hierzu Auskunft. Soweit so gut.
Verwunderlich war allerdings, dass im offiziellen Protokoll der Sitzung dieser Teil der Gemeinderatssitzung mit dem lapidaren Satz "Bürgermeister Brohm informierte über den Bearbeitungsstand der vorliegenden Anfragen, soweit dies im öffentlichen Teil zulässig ist."
Verwunderlich ist diese Kürze vor allem, weil bei all diesen Punkten sicher ein öffentliches Interesse vorlag und andererseits in vergleichbaren Fällen bei anderen Gemeinderatsgruppierungen anders verfahren wurde, so etwa beim Protokoll der Sitzung am 21.4. ("Zu weitergehenden Anfragen der SPD-Fraktion wurde folgendes mitgeteilt ...", TOP 5) und bei der Sitzung am 12.5. ("Weitere Rückfragen aus dem Gemeinderat betrafen ...). Weitere Beispiele ersparen wir uns.
Die Begründung der Verwaltung war, dass es sich beim Protokoll nur um ein Ergebnisprotokoll handele. Es kann doch nicht angehen, dass es sich lediglich bei Anfragen der MM um ein Ergebnisprotokoll handelt. Im Vordergrund sollte doch stehen, ob etwas für die Bürger von Interesse ist. Trotzdem hat sich der Gemeinderat am 4.8. mit den Stimmen von CSU und SPD gegen eine Wiedergabe der wichtigsten Informationen ausgesprochen, die zwar von der MM angefragt worden waren, aber von Bürgermeister Brohm stammten.

Wir haben ja Verständnis dafür, dass die Verwaltung eine Inflation von Anfragen verhindern will, die nur das Ziel haben, dass die eigene Fraktion im Gemeindeblatt erwähnt wird. Deswegen könnten wir gut damit leben, wenn im Gemeindeblatt der Fragesteller (in diesem Fall die MM) nicht erwähnt wird. Schließlich haben wir mit unserer Website ja selbst die Möglichkeit, unsere Informationen den Bürgerinnen und Bürgern nahezubringen. Gerade in einer Zeit, in der das Misstrauen mancher Bürger gegenüber der Politik immer mehr zunimmt und deshalb mehr Offenheit gefordert wird, sollte jedoch die Information auch in einem Informationsblatt der Gemeinde Vorrang haben.

Übrigens: Die Antworten des Bürgermeisters auf die Anfragen der MM konnten Sie kurz nach der Sitzung in Kurzform hier finden: Gemeinderatssitzung am 14.7.20 unter TOP 6



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Selbstbedienung

3.8.20: Neuerdings sieht man auf dem Radweg von Erlabrunn her häufig Spaziergänger, meistens jedoch Radfahrer, die einen Strauß Sonnenblumen oder andere Feldblumen mitführen. Man kann davon ausgehen, dass dies mit dem Aufblühen der Blühmischung auf dem großen Feld an der Gemarkungsgrenze zusammenhängt. Der betreffende Landwirt hat dies sicher nicht angesät, damit sich Hinz und Kunz einen Blumenstrauß mit nach Hause nehmen. Er hat die Blühmischung im Rahme eines landwirtschaftlichen Förderprogramms des Freistaats angesät. Und der Freistaat hat seine Fördergelder nicht zur Verschönerung von Wohnzimmern ausgegeben, sondern um gefährdete Insekten, besonders Bienen und Hummeln, zu unterstützen. Für den Landwirt kann es übrigens teuer werden, wenn bei einer Kontrolle festgestellt wird, dass die Fläche zweckentfremdet betreten oder genutzt wird. Dann droht nämlich zumindest die Rückzahlung der Fördergelder. Der Landwirt darf nämlich im Förderzeitraum (meistens 5 Jahre) die Fläche nicht einmal betreten oder befahren.



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wie oft denn noch?

25.7.20: Dass Frau Haupt-Kreutzer ohne ersichtlichen Grund den Tagesordnungspunkt "Sonstiges" bei der Gemeinderatssitzung am 14.7.20 zu einem Frontalangriff auf den vormaligen 2. Bürgermeister Etthöfer genutzt hat, haben wir bereits thematisiert Persönliche Erklärung . Direkt im Anschluss beschwerte sich SPD-Gemeinderätin Kircher zum wiederholten Male darüber, dass sie auf der MM-Website verleumdet werde. Wir können nur, wie schon mehrmals zuvor, darauf hinweisen, dass es weder eine Verleumdung noch eine Verunglimpfung ist, wenn Wortbeiträge aus der öffentlichen Sitzung mit Namensnennung zitiert oder das Abstimmungsverhalten auf unserer Website öffentlich gemacht wird. Auch die Presse verfährt nicht anders.
Wir haben auch immer wieder - wie übrigens auch im letzten MM-Blättle - darauf hingewiesen, dass wir, falls es falsch wiedergegeben worden sein sollte, dies selbstverständlich sofort berichtigen werden. Bislang ist jedoch niemand deswegen bei uns vorstellig geworden.
Man sollte sich einfach damit abfinden, dass die Öffentlichkeit ein Anrecht hat, über die Vorgänge im Gemeinderat informiert zu werden. Es reicht einfach nicht, sich kurz vor der Wahl auf Hochglanzpapier im besten Licht zu präsentieren.



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Persönliche Erklärung

In der Gemeinderatssitzung vom 14.7.20 wurde ich wegen einer Veröffentlichung im MM-Blättle massiv angegriffen. Da ich als Zuhörer keine Möglichkeit einer Entgegnung hatte, will ich hierzu kurz Stellung nahmen:

Als es Anfang Mai um die Wahl der Bürgermeisterstellvertreter ging, vertrat die MM die Ansicht, dass wie bisher ein stellvertretender Bürgermeister ausreiche. CSU und SPD votierten jedoch einstimmig für zwei Bürgermeisterstellvertreter, ebenso Bürgermeister Brohm, der einerseits auf die Fülle von Aufgaben hinwies und andererseits ankündigte, den Bürgermeisterstellvertretern bestimmte Aufgabenbereiche zuzuweisen. Die Folge war, dass CSU und SPD einstimmig Norbert Götz zum 2. Bürgermeister und Christine Haupt-Kreutzer zur 3. Bürgermeisterin wählten.

Im letzten MM-Blättle wunderten wir uns, dass die Wahl angesichts dieser Aufgabenstellung gerade auf Frau Haupt-Kreutzer fiel. Wir stellten fest, dass sie als 1. Stellvertreterin des Landrats „wohl nur sehr beschränkt in der Lage sein wird, dieses Amt in Margetshöchheim wahrzunehmen. Das habe sich bereits in den letzte 6 Jahren gezeigt, wo Frau Haupt-Kreutzer gar nicht so selten wegen ihrer Termine als Landratsstellvertreterin nicht oder erst später zu Sitzungen des Gemeinderats kommen konnte.“

Darüber zeigte sich Frau Haupt-Kreutzer in der letzten Gemeinderatssitzung äußerst verärgert. Sie verwies darauf, dass Mitglieder der MM-Fraktion wesentlich häufiger gefehlt haben. Das ist sicher richtig. Es ging uns jedoch gar nicht darum, ob jemand mehr oder weniger gefehlt hat. Jeder hat sicher triftige Gründe gehabt. Wir haben auch niemand unterstellt, dass er sich vor der Gemeinderatsitzung gedrückt habe, schon gar nicht wenn man die Funktion als 1. Landratsstellvertreterin ausübt. Sie können das auf Seite 2 des MM-Blättles auch auf unserer Website nachlesen: Demnächst in Ihrem Briefkasten: MM-Blättle 130

Wir haben als Begründung für die Kandidatur unseres Fraktionsmitglieds Gerhard von Hinten für das Amt des 3. Bürgermeisters ausschließlich darauf hingewiesen: „Wir sind nicht aus taktischen Gründen auf Posten fixiert und bewerben uns allenfalls dann, wenn wir der Überzeugung sind, dass wir das Amt zeitlich und inhaltlich gut ausfüllen können.“

Die Anspielung auf die Verhinderung mancher unserer Fraktionsmitglieder bei einigen Gemeinderatsterminen geht übrigens an der Sache vorbei. Die Betroffenen haben nicht zuletzt auch wegen ihrer beruflichen Verpflichtungen wohlweislich für keine zusätzlichen Ehrenämter wie das der Bürgermeisterstellvertreter kandidiert.

Peter Etthöfer



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Des einen Freud, des anderen Leid

5.7.20: Wir haben bereits am 20.6. darüber berichtet, dass sich Anlieger am alten Festplatz über die Auswirkungen durch die Verkaufsstände für Eis, Wein usw. beschwert haben. Betrieb am alten Festplatz
Der Gemeinderat hat dies in nichtöffentlicher Sitzung sicher in bester Absicht vorerst für dieses Jahr genehmigt. Damals war noch nicht absehbar, wann und wie gastronomische Betriebe wieder öffnen können. Sowohl im Gemeinderat wie auch andernorts wird den Anliegern oft entgegengehalten, dass andere schließlich auch etwa unter dem Betrieb beim Margaretenfest zu leiden hätten. Abgesehen davon, dass die Anlieger der Mainfähre natürlich auch zu den Betroffenen beim Margaretenfest zählen, ist es schon ein gewaltiger Unterschied, ob man drei Tage bei einem Fest oder jedes Wochenende betroffen ist. Schließlich ist das Wochenende für viele die einzige Zeit, in der sie zu Hause entspannen können.
Die CSU berichtet, dass die Bewirtung am alten Festplatz allgemein gut aufgenommen wird. Das mag sicher so sein. Sicher ist auch, dass die Freude darüber etwas geringer wäre, wenn sich das alles vor der eigenen Haustüre abspielen würde. Von den Anliegern wurde auch auf die prekäre Verkehrssituation durch die Vielzahl von Besuchern an den Ständen hingewiesen. Die CSU ist der Meinung, dass die kritische Verkehrssituation nicht erst seit der Bewirtung bestehe. Diese Argumentation ist schon etwas seltsam, da sich die Situation mit Sicherheit verschärft hat. Die CSU weist auch darauf hin, dass der Bürgermeister mit den Standbetreibern gesprochen habe und die Gemeinde durch Wegmarkierungen und Beschilderungen für Absicherung der Verkehrsströme gesorgt habe.
Man fragt sich allerdings, warum der Bürgermeister nicht mit den Anliegern gesprochen hat und warum die Absicherung lediglich durch ein Verkehrsschild mit einem Ausrufezeichen erfolgt. Das ist schon ein bisschen wenig.



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Großstrukturen - Probleme sind vorprogrammiert

1.7.20: In den letzten 100 Jahren ging der Trend immer mehr hin zu Großstrukturen, im Handel, in der Produktion und auch bei der Infrastruktur wie etwa der Wasserversorgung. Dabei hat sich schon längst gezeigt, dass solche Strukturen besondersn krisenanfällig sind. Wir nehmen dies aber immer erst dann wahr, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Und Konsequenzen ziehen wir nur selten.
Dabei haben uns die jüngsten Vorgänge in der Fleischindustrie jetzt überdeutlich gezeigt, wohin solche Strukturen führen. Bei der Trinkwasserversorgung ist es nicht viel anders. Man denke nur an die Verkeimung in einem Hochbehälter der Fernwasserversorgung, die dazu geführt hat, dass in Dutzenden Gemeinden viele Monate lang das Trinkwasser gechlort und vielfach sogar abgekocht werden musste.
Als Verbraucher haben wir vielfach nur beschränkte Möglichkeiten, um hierauf Einfluss zu nehmen. Trotzdem sind wir mit unserem Konsumverhalten nicht ohnmächtig. Wenn wir bewusst einkaufen, haben wir durchaus Einflussmöglichkeiten, auch und gerade in unserem Ort. So können wir unser Fleisch bei den örtlichen Metzgern und nicht beim Billigdiscounter einkaufen oder durch den Einkauf beim örtlichen Verbrauchermarkt die örtliche Versorgungssicherheit gewährleisten. Wenn jeder bewusst einkauft, wären wir alle auf dem richtigen Weg.



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schöne, gepflegte Natur?

28.6.20: Winzerin Ilonka Scheuring hat in der Juniausgabe des Gemeindeblatts in einer Annonce den lieben Weinfreunden dargelegt, dass außergewöhnliche Situationen ungewöhnliche Taten erfordern. Da kann man ihr nur Recht geben.
Was uns allerdings etwas stutzig gemacht hat, ist der Schriftzug über dem Bild der Margetshöchheimer Landschaft: "Wir Winzer sind mit unseren gut gepflegten Weinbergen & Streuobstwiesen maßgeblich an der schönen Natur beteiligt!" Abgesehen davon, dass Natur und "gute Pflege" sich kaum gut vertragen, mag es in dem einen oder anderen Fall ja stimmen. Wir denken da zum Beispiel an unseren Mitbürger Michael Göpfert, der bei der Wahl auf unserer Liste ein bemerkenswertes Ergebnis erzielte. Michael Göpfert ist dafür bekannt, dass er über die Grenzen seines Arbeitsorts Thüngersheim hinaus auf eigene Rechnung die Weinbergslandschaft zum Beispiel durch die Pflanzung von Bäumen bereichert und ökologisch aufwertet.
Beim Weingut Scheuring fällt uns eher ein unerfreuliches Ereignis aus den frühen 80er Jahren ein. Damals errang das Margetshöchheimer Bärntal wegen so einer "Pflegemaßnahme" des Seniorchefs Kurt Scheuring im weiten Umkreis traurige Berühmtheit.
Damals wollte die Regierung von Unterfranken das Bärntal und das Hüttental, das orchideenreichste Areal unserer Gemeinde, als Naturschutzgebiet ausweisen. Genau dort aber wollte Kurt Scheuring einen Weinberg anlegen. Unter anderem auch auf einer besonders orchideenreichen Fläche, die im Eigentum der Gemeinde war. Der Gemeinderat stand der Anlage eines Weinbergs positiv gegenüber. Der Bund Naturschutz dagegen setzte alle Hebel in Bewegung, um den Orchideenhang für das geplante Naturschutzgebiet zu erhalten. So legte der BN dem Gemeinderat eine wissenschaftliche Kartierung vor, die den ökologischen Wert bestätigte. Außerdem wurden die Gemeinderäte in intensiven Gesprächen darüber informiert, wie wertvoll die Fläche für die Natur ist.
Bevor der Gemeinderat die Verpachtung an Winzer Scheuring beschloss und kurz bevor die Regierung von Unterfranken das Bärntal als Naturschutzgebiet sichern konnte, fräste Herr Scheuring in einer Blitzaktion die wertvolle Naturfläche um. Diese "Pflege" überstanden die Orchideen nicht. Abschließend wäre noch festzustellen, dass der Gemeinderat diese Aktion noch dadurch belohnte, dass er die Fläche an den Winzer noch nachträglich langfristig verpachtete. Seitdem ist das kurz danach ausgewiesene Naturschutzgebiet durch eine Weinbergsfläche mittendrin geteilt.
Dieser Vorgang, der viele Bürgerinnen und Bürger empörte, war einer der Gründe, warum damals praktisch der ganze Vorstand des Bund Naturschutz 1984 für den Gemeinderat kandidierte. Natürlich nicht als Bund Naturschutz, sondern als Margetshöchheimer Mitte - die Lister für Umwelt und Natur.



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Betrieb am alten Festplatz

20.6.20: Vor einigen Wochen erhielt die Betreiberin eines Verkaufswagens für Eis und Crêpes aus Zell die Genehmigung für den Straßenverkauf an den Wochenenden auf den Kurzzeitparkplätzen auf Höhe der Mainstraße 13. Da es im Rathaus wegen des Andrangs Bedenken hinsichtlich der Corona-Auflagen gab, wurde der Standort des Verkaufswagens an den alten Festplatz verlegt. Dort stieß dann die Winzerin Ilonka Scheuring mit dem Verkauf von Wein und Bratwürsten hinzu. Dadurch wurde der Andrang nicht weniger.
Inzwischen haben sich einige Anlieger in Schreiben an Bürgermeister Brohm und die Fraktionsvorsitzenden darüber beschwert, dass es dort nicht nur zu gefährlichen Situationen zwischen Radfahrern und Besuchern an den Verkaufsständen komme, sondern durch den allwöchentlichen Betrieb und die Begleiterscheinungen auch ihre Wohnqualität gestört werde. Sie seien schon jedes Jahr durch das Margaretenfest und teilweise die MainArt betroffen.
Bei der kontroversen Diskussion im Gemeinderat betonte Bürgermeister Brohm, dass die Genehmigung lediglich wegen der Coronakrise für dieses Jahr gelte. Die Gemeinderäte aus den Fraktionen von CSU und SPD konnten keinen Grund für eine Beeinträchtigung sehen. Die Vertreter der MM empfahlen dem Bürgermeister, das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen. Ein Problem sei, dass es dort keine Toiletten gebe und mangels Sitzgelegenheit zu gefährlichen Situationen zwischen den Herumstehenden und den Radfahrern komme. Die MM-Gemeinderäte befürchten auch, dass sich die Situation negativ auf die Akzeptanz des Festbetriebs beim Margaretenfest und bei der MainArt auswirken kann. Schließlich ist es keine Selbstverständlichkeit, dass die Anwohner die späte Sperrstunde akzeptieren. Andernorts wird der Festbetrieb massiv eingeschränkt, weil Anlieger wegen der Belästigung geklagt haben.

Wenn sich Anlieger bei Festen oder ähnlichen Anlässen bechweren, kommt das meist nicht gut an. Man sollte sich jedoch überlegen, wie man selbst reagieren würde, wenn so etwas jedes Wochenende vor der eigenen Haustüre abläuft.



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ein neues Virus grassiert, schlimmer als Corona

12.6.20: Seit einiger Zeit grassiert ein neues Virus, das wesentlich gefährlicher als das Corona-Virus ist. Dabei ist es gar nicht so neu. Neu ist vielmehr, das es sich seit einiger Zeit in etlichen Hauptstädten der Welt gefährlich verbreitet. Gefährlich ist auch, dass die Wissenschaftler feststellen mussten, dass es sich nicht durch Tröpfchen oder Aerosole, sondern vor allem digital übers Internet rasant verbreitet. Auch ein analoger Mundschutz hilft da nicht weiter, höchstens ein digitaler. Das erklärt auch, warum lokale Quarantänemaßnahmen die Verbreitung nicht eindämmen können. Besonders anfällig sind die sozialen Medien. Spitzenreiter bei der Virusübertragung sind Twitter und Facebook. Hotspots der Viruspandemie sind derzeit Washington, London, Brasilia und andere Metropolen. Die Wissenschaftler versuchen derzeit fieberhaft festzustellen, an welchen Symptomen das Virus zu erkennen ist. Erste Erkenntnisse ergaben, dass blonde Haartollen, rosa Gesichtsfarbe und Großmäuligkeit nur eines von vielen Symptomen ist. Es lässt allerdings auf einen höchst gefährlichen Verlauf schließen.
Falls Sie sich über weitere Erkenntnisse der Wissenschaftler informieren wollen, finden Sie hier interessante Erkenntnisse:
https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2020/06/dunning-kruger-effekt-warum-sich-halbwissende-fuer-besonders-klug-halten?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE



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Präzedenzfälle durch Wegschauen

7.6.20: Die Altortsanierung in Margetshöchheim ist zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte. Das war jedoch kein Selbstläufer. Es gibt viele Gemeinden, in denen die Altortsanierung vorrangig den Zweck hat, Zuschüsse zu generieren und weniger das Ortsbild nachhaltig zu verbessern. Wir wollen hier keine Beispiele nennen. Es reicht schon, wenn man die Mainstraße im Altort mit Innerortsstraßen in manchen Gemeinden im Umkreis vergleicht. Margetshöchheim hat seine Erfolge bei der Altortsanierung vor allem einer gelungenen Gestaltungssatzung und dem Willen der Gemeinde, diese auch durchzusetzen, zu verdanken. Sicher, es gab im Gemeinderat auch Versuche, die Satzung zu verwässern. Aber im Großen und Ganzen achtete der Bauausschuss darauf, dass die Vorgaben der Gestaltungssatzung auch eingehalten wurden. Schließlich gibt es für Sanierungsmaßnahmen im Altort auch Zuschüsse, seit einiger Zeit sogar bis zu 20.000 €.
Damit kein Missverständnis entsteht: Die Gestaltungssatzung ist im Sanierungsgebiet verpflichtend, egal ob man einen Zuschussantrag stellt oder nicht.
Eigentlich müsste es jedem, der schon einige Zeit im Gemeinderat sitzt, klar sein, dass es nichts Schlimmeres gibt als negative Präzedenzfälle, bei denen man sich angesichts von Verstößen gegen die Gestaltungssatzung wegduckt. Die holen einen nämlich sehr schnell ein.
Deshalb war die Diskussion in der letzten Bauausschusssitzung über das Vorgehen bei einem konkreten Verstoß gegen die Gestaltungssatzung schon sehr befremdlich.
Konkret ging es um eine Werbetafel, die laut Gestaltungssatzung nicht zulässig ist. Der Verursacher wollte die Werbung nicht beseitigen, sondern verwies auf andere Präzedenzfälle im Altort. Im Bauausschuss führte dies zu einer längeren Diskussion, wie man darauf reagieren solle. Statt klipp und klar zu beschließen, sämtliche (teilweise wesentlich großformatigeren) unzulässigen Werbungen beseitigen zu lassen, beschäftigte man sich fast ausschließlich mit dem konkreten Fall. Bürgermeister Brohm äußerte sogar die Befürchtung, dass eine Person mit einem vergleichbaren Verstoß, dann über die Gemeinde verärgert sein könnte. Der Bürgermeister müsste eigentlich aus langjähriger Erfahrung wissen, dass solche Präzedenzfälle sich über kurz oder lang negativ auf die Qualität der Altortsanierung auswirken werden.



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Gewinn durch zwei Landratsstellvertreter?

3.6.20: Bürgermeister Brohm zeigte sich in der letzten Gemeinderatssitzung darüber erfreut, dass Margetshöchheim mit Frau Haupt-Kreutzer und ihm zwei Landratsstellvertreter stellt. Das wäre für Margetshöchheim von Vorteil. Wir haben da so unsere Zweifel. Bereits in den letzten 6 Jahren bekleideten Frau Haupt-Kreutzer und Waldemar Brohm das Amt der Landratsstellvertreter. Wir hatten nicht den Eindruck, dass das so viel für unseren Ort gebracht hat. Weder bei der Baugenehmigung für eine Gaststätte im Altort noch, als es um unser Trinkwasser ging. Das wollen wir gar nicht kritisieren. Wenn die Beschäftigten im Landratsamt zu Entscheidungen kommen, die uns im Ort nicht schmecken, dann kann dies auch ein gutes Zeichen sein. Nämlich, dass sie ihrer Arbeit unbeeindruckt von politischen Beziehungen oder Einflussnahmen nachgehen.



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100 Traktoren rollen für den Protest der Landwirte

29.5.20: Gestern führten mal wieder etliche Landwirte der Region nach einem Aufruf des Vereins "Land schafft Verbindung" ihre bulligen Trecker auf der B 27 aus, um in Veitshöchheim den Rücktritt der Bundesumweltministerin zu fordern, die es gewagt hatte, die Landwirtschaft für den Artenrückgang in der Fläche verantwortlich zu machen. Es ist ja nicht neu, dass sich die Landwirte bereits zu Zeiten, als Naturschutz für viele Landwirte noch ein Feindbild war, als die eigentlichen Grünen ansahen. Doch sehen wir uns mal die Tatsachen an.
Dabei geht es gar nicht um eine Schuldzuweisung an einzelne Personen. Die Landwirte sollten aber bei ihren Protesten nicht unter den Tisch kehren, dass der Bauernverband jahrzehntelang eine Politik für die Großagrarier weg von der bäuerlichen Landwirtschaft hin zu Großbetrieben mit getragen und sogar forciert hat. Ergebnis war eine Landwirtschaft, die nur mit viel Maschineneinsatz und Chemie funktionierte und bei der die kleinen bäuerlichen Familienbetriebe und die Natur auf der Strecke blieben. Diese Politik hat auch Namen. Vielleicht kann sich der eine oder andere Landwirt noch an Freiherrn von Heeremann erinnern, der als Bauernverbandspräsident mit dieser Politik eng verbunden war, ähnlich wie CDU und CSU, die mit der Agrarlobby eng verbunden waren und noch immer sind.
Sicher, es gab auch andere, die an dieser Landwirtschaftspolitik massiv mitwirkten, wie etwa die Flurbereinigung.
In einer Hinsicht geben wir allerdings den Landwirten Recht: Umwelt- oder Grundwasserschutz kann es nicht zum Nulltarif geben. Das müssen die Verbraucher einsehen und vor allem die Politiker umsetzen.



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was ist in Margetshöchheim los?

29.5.20: Während Gemeinden im Umkreis mit Vandalismus und Straftaten Schlagzeilen machten, war Margetshöchheim lange Zeit ein relativ ruhiges Pflaster. Neuerdings hat sich das allerdings geändert. So wurden an der Bushaltestelle am Ärztehaus die Scheiben eingeworfen, am Grillplatz ein mobiles WC zerstört, am Radweg mehrmals Brände gelegt. In den letzten Tagen entstand ein gravierender Schaden, als mit Pflastersteinen im Schulhaus 12 Fensterscheiben eingeworfen wurden.
Und schließlich wurde vor kurzem der Entlüftungsschacht der Fernwasserversorgung am Main auf Höhe des Steinernen Wegs mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Gemeinde hat deswegen den Schacht blau überstreichen lassen. Langsam reicht´s!



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Schöne Aussichten?

22.5.20: Die MM hat von Anfang an befürchtet, dass die geplante Umgestaltung des letzten innerörtlichen Stücks Natur am Main für den Bauabschnitt I der Mainpromenade zu massiven Eingriffen in den mächtigen Baumbestand führen wird. Ein Margetshöchheimer Bürger hat uns im Februar zwei Fotos zukommen lassen, die einen Baum auf Höhe des Steinernen Wegs (2019) vor und nach einer Pflegemaßnahme (2020) zeigen. Wir fürchten, dass die geplanten Spielplatzelemente zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz aus Sicherheitsgründen zu ähnlich gravierenden Eingriffen im vor wenigen Tagen beschlossenen Bauabschnitt I führen werden.



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vorher


Baum links vorher 



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nachher




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Scheuers Geldversenkungsprojekt

19.5.20: Dass CSU-Verkehrsminister Scheuers Mautprojekt den Steuerzahler wohl einige hundert Millionen kosten wird, ist nicht neu. Mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass er das Mautprojekt durch die Verlagerung von Kosten auf ein bundeseigenes Unternehmen auf Kosten der Steuerzahler schöngerechnet hat. Das ist neu und zugleich ein Skandal. Einzelheiten finden Sie hier:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_87901748/andreas-scheuers-maut-debakel-das-stand-in-dem-geheimen-maut-vertrag.html



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nun ist es also eingetreten, ...

13.5.20: Nun ist also das eingetreten, was zu erwarten war: Frau Haupt-Kreutzer von der SPD, der Hauptverliererin bei der Kreistagswahl, wurde durch die "große" Koalition von CSU und SPD ins Amt der 1. Landratsstellvertreterin gehievt. Bei der Kreistagswahl hatten übrigens nur CSU und SPD Stimmen verloren, die CSU gering (3 von ursprünglich 30), die SPD deutlich ((7 von ursprünglich 16).
Karen Heußner, die Kandidatin der Grünen, der zweitstärksten Gruppierung, die von 9 auf 14 Sitze angewachsen ist, wurde zweite Stellvertreterin, Waldemar Brohm wurde 3. Stellvertreter, und Felix von Zobel (UWG) landete (durch die CSU wegen der UWG-Unterstützung für Karen Heußner abgestraft) auf dem 4. Stellvertreterplatz.
Damit sitzen im Margetshöchheimer Rathaus zwei Landratsstellvertreter als Bürgermeister bzw. 3. Bürgermeisterin. Für Waldemar Brohm bedeutet dies, worauf wir schon vor wenigen Tagen hingewiesen haben Eiszeit oder doch nur Eisheilige? , eine zusätzliche Belastung und wahrscheinlich auch für seine Stellvertreter. Dabei war Bürgermeister Brohm mit Sicherheit von Anfang an klar, dass von Frau Haupt-Kreutzer wegen ihrer Funktion im Landratsamt wohl kaum eine große Unterstützung als 3. Bürgermeisterin zu erwarten ist. Damit bestätigt sich noch mehr, dass es bei dem Angebot der Margetshöchheimer CSU, für die SPD einen 3. Bürgermeisterposten einzurichten, nicht darum ging, die Arbeit im Rathaus auf mehr Schultern zu verteilen. Es ging wohl vor allem darum, der CSU mit der Unterstützung der SPD den Posten des 2. Bürgermeisters zu sichern.

Wer sich auf mainpost.de die Kommentare anschaut, wird übrigens feststellen, dass die Bestellung von Frau Haupt-Kreutzer mit den Stimmen von CSU und SPD zur 1. Landratsstellvertreterin nicht gerade auf große Zustimmung gestoßen ist.
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/landkreis-wuerzburg-spd-frau-wird-stellvertretende-landraetin;art736,10445004#kommentare



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Eiszeit oder doch nur Eisheilige?

11.5.2020:
So wurden die Weichen gestellt

In der vergangenen Woche wurden in fast allen Gemeinderäten die personellen Weichen für die Arbeit an der kommunalen Spitze in den nächsten 6 Jahren gestellt. Im Klartext, es wurden die Bürgermeisterstellvertreter durch den jeweiligen Gemeinderat gewählt. Formal eigentlich eine klare Sache: Die Posten werden nicht nach der Stärke der Fraktionen vergeben, gewählt ist, wer die Mehrzahl der gültigen Stimmen erhält. Politisch sind solche Entscheidungen allerdings immer interessant, vor allem wenn sich bestimmte Trends und parteipolitische Winkelzüge herauskristallisieren.

Und das ist in einigen Gemeinden und wohl auch im Kreistag nicht zu übersehen. So hat Bürgermeister Brohm für die Margetshöchheimer CSU der kleinsten Fraktion, der SPD, den neu zu schaffenden 3. Bürgermeister angeboten, wenn sie dem CSU-Bewerber Norbert Götz mit ihren Stimmen zum Amt des 2. Bürgermeisters verhilft. Der MM-Bewerber Gerhard von Hinten hatte mit 12:5 Stimmen das Nachsehen. CSU (7) mit dem Bürgermeister (1) und SPD (4) ergeben zusammen 12 Sitze im Gemeinderat.

Bei der anschließenden Wahl des 3. Bürgermeisters setzte sich Christine Haupt-Kreutzer (SPD) ebenfalls mit 12:5 Stimmen gegen den erneut antretenden Gerhard von Hinten durch.

In Veitshöchheim lief es ähnlich, allerdings nur fast. Dort bot CSU-Bürgermeister Götz der SPD, die bei der Wahl 4 ihrer 7 Sitze verloren hatte, sogar das Amt des 2. Bürgermeisters an. Die Kandidatin der GRÜNEN, der zweitstärksten Fraktion, ging leer aus. Den dritten Bürgermeister stellt ebenfalls die CSU. In beiden Orten verfehlte die CSU bei der Kommunalwahl nur knapp die absolute Mehrheit.

Auch im Kreistag zeichnet sich (wie schon im Landtag) der Trend ab, dass sich die CSU (von 30 auf 27 Sitze leicht geschrumpft) durch ein Angebot an eine zahlenmäßig relativ bedeutungslose Partei bei der heutigen Wahl der Landratsstellvertreter eine ernsthafte Konkurrenz vom Leibe halten will. So kann man Verlautbarungen in der Main-Post vom 6.5. entnehmen, dass die CSU Frau Haupt-Kreutzer, die SPD-Kandidatin für die erste Landratsstellvertreterin, unterstützen werde, deren Fraktion von 16 auf 9 Sitze geschrumpft ist. Außerdem ist dort zu lesen, dass Bürgermeister Brohm als weiterer Stellvertreter nominiert wird. Wenn es nach den Freien Wählern gehen sollte, könnte Waldemar Brohm sogar erster Landratsstellvertreter werden.

Doch was bedeutet dies alles für Margetshöchheim?

Wenn Bürgermeister Brohm, der wegen seiner gesundheitlichen Situation großen Wert auf einen zusätzlichen 3. Bürgermeister gelegt hat, nun Landratsstellvertreter – vielleicht sogar 1. Stellvertreter - werden sollte, wäre er durch das Bürgermeisteramt und die Landratsstellvertretung sicher stark belastet, zumal er wohl noch für einige Zeit die Leitung der Kindertagesstätte übernommen hat. Das könnte erklären, warum er unbedingt noch einen zusätzlichen Bürgermeisterposten schaffen wollte.

Dass er und die CSU sich aber mit der SPD gerade auf Frau Haupt-Kreutzer als 3. Bürgermeisterin geeinigt hat, passt da nicht so recht zusammen. Schließlich wird Frau Haupt-Kreutzer dank der Unterstützung durch die CSU mit ziemlicher Sicherheit Landratsstellvertreterin (vielleicht sogar 1.), so dass sie zeitlich wohl nur beschränkt in der Lage sein wird, dieses Amt in Margetshöchheim wahrzunehmen. Das hat sich bereits in den letzten 6 Jahren gezeigt, wo Frau Haupt-Kreutzer gar nicht so selten wegen ihrer Termine als Landratsstellvertreterin nicht oder erst später zu Sitzungen des Gemeinderats kommen konnte. Der MM-Kandidat Gerhard von Hinten wäre da mit Sicherheit zeitlich flexibler gewesen. Trotzdem wurde er mit den 12 Stimmen von CSU und SPD abgelehnt.

Somit liegt die Vermutung nahe, dass die CSU die Unterstützung der SPD vor allem für die Wahl ihres Kandidaten für den ersten Bürgermeisterstellvertreter benötigte und dies mit dem Amt der 3. Bürgermeisterin honoriert hat.

Die MM kann sehr gut damit umgehen, dass sie bei den Wahlen für die Bürgermeisterstellvertreter unterlegen ist. Wir sind nicht aus taktischen Gründen auf Posten fixiert und bewerben uns allenfalls dann, wenn wir der Überzeugung sind, dass wir das Amt zeitlich und inhaltlich ausfüllen können. Da sich CSU und SPD inhaltlich weitgehend sehr nahestehen, zum Beispiel bei Baugebieten und Prestigeprojekten, ist allerdings zu befürchten, dass in Zukunft manches von der neuen Koalition mit ihrer Mehrheit durchgewunken wird, was der MM aus Rücksicht auf Umwelt und Natur Bauchschmerzen bereiten könnte. Falls dann auch noch die bisher weitgehend gute Information und die intensive inhaltliche Auseinandersetzung im Gemeinderat auf der Strecke bleiben sollten, wäre dies fatal für das bislang immer wieder beschworene gute Gemeinderatsklima.

Momentan sieht es etwas nach Eisheiligen aus, da man den Eindruck nicht loswird, dass da manches zwischen den neuen Partnern nach taktischen Spielchen riecht. Die Bewertung dieser Vorgänge überlassen wir gerne Ihnen.

Man kann nur hoffen, dass daraus keine Eiszeit wird. Das wäre nämlich für das Klima in unserem Ort alles andere als eine Bereicherung.



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Gemeinderat - eine geschlossene Gesellschaft?

10.5.20: Die MM hat auf ihrer Website am 24.4. über die Gemeinderatssitzung vom 21.4.20 berichtet und dabei auch die beiden Gemeinderätinnen namentlich erwähnt, die einen Antrag der SPD stellten und begründeten: Mainpromenade BA I: SPD hat es sehr eilig

SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Stadler hat dies nun in einem Beitrag auf der SPD-Website kritisiert. Da die SPD-Seite wohl nicht allzu oft besucht wird, zitieren wir hier seine Äußerungen, ohne ihn an den "öffentlichen Pranger" stellen zu wollen:

Lieber Herr Etthöfer,
wir versuchen erst gar nicht, Ihnen, als "Bildzeitung von Margetshöchheim", den Rang abzulaufen. Der SPD Ortsverein sieht sich nicht als Berichterstatter über alle möglichen Themen für die Bürgerinnen und Bürger von Margetshöchheim. Deshalb haben wir auch im Gemeinderat den Antrag gestellt, einen Margetshöchheim-Blog auf der Internetseite der Gemeinde Margetshöchheim einzurichten, denn die Margetshöchheimer haben ein Anrecht auf eine objektive, neutrale und seriöse Information, über alle Gemeindethemen, auch über die Arbeit im Gemeinderat. Auf Ihrer MM-Seite geben Sie Ihre Meinung wieder, das hat mit neutraler Berichterstattung wenig zu tun, indem Sie alle, die eine andere Meinung haben wie Sie, an den "öffentlichen Pranger" stellen.
Werner Stadler, 1.Vorsitzender

Wir können es nicht nachvollziehen, dass jemand durch die Wiedergabe seiner Äußerungen in der öffentlichen Sitzung angeblich an den "öffentlichen Pranger" gestellt werden soll. Schließlich ist das Gemeinderatsgremium keine geschlossene Gesellschaft und es auch in der Presse nicht unüblich, dass die Äußerungen von Gemeinderäten namentlich wiedergegeben werden.
Falls wir etwas falsch wiedergeben sollten, korrigieren wir das selbstverständlich. Ansonsten können wir es nicht verstehen, wenn jemand seine Äußerungen in der öffentlichen Sitzung oder bei einem öffentlichen Termin lieber nicht in einem öffentlichen Medium wiederfinden will.



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Umbruch im großen Stil

4.5.20: In den letzten Wochen wurden zwischen dem Radweg und dem mittleren Sandflurweg kurz vor dem Naherholungsgebiet große Wiesenflächen umgebrochen. Ein Teil davon liegt nach dem neuesten Gutachten im Wassereinzugs-, jedoch nicht im Wasserschutzgebiet der Brunnen, was sich auf die Nitratbelastung negativ auswirkt. Nach der Aussage eines der Grundbesitzer will man damit verhindern, dass die Grundstücke ihren Ackerstatus und damit einen Teil ihres Wertes verlieren, wenn sie länger als 5 Jahre als Grünland genutzt werden. Verwunderlich ist allerdings, dass die Flächen schon viel länger als Grünland genutzt werden oder stillgelegt sind, so dass sie eigentlich bereits den Ackerstatus verloren haben müssten.



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Umbruch




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auf den Punkt gebracht ...

2.5.20: Zu der Ausweisung eines Gewerbegebiets an der Ortseinfahrt zum Zeilweggebiet hat die Fraktionen das Schreiben eines Margetshöchheimer Bürgers erreicht, das die Problematik an dieser sensiblen Stelle auf den Punkt bringt. Für diese Planung haben sich Bürgermeister Brohm, die CSU und die SPD stark gemacht. Letztere besonders engagiert. Wir zitieren aus einem dieser Schreiben:

Mit Schrecken habe ich im letzten Gemeindeblatt gelesen, dass Pläne erwogen werden, ein Mischgebiet am Zeilweg hinter der Spargelhütte auszuweisen. Dass diese Pläne den Anwohnern am Eingang zum Zeilweg als direkt Betroffene nicht gefallen können, steht außer Frage. Ungeachtet dessen finde ich aber auch andere gewichtigere Aspekte bedenkenswert. Ich meine z.B. die optische Außenwirkung unserer Gemeinde am Ortseingang. Ich finde, dass ästhetische und gestalterische Momente neben reinen Nützlichkeitserwägungen in ihrer Bedeutung für die Identifikation mit der Gemeinde und Wohlbefinden der Bürger nicht unwesentlich sind. Überdies geht es hier auch primär um Naturschutz und Naturerhalt. Hier besteht ein Wasserschutzgebiet!

Ich hoffe darauf, dass Sie alles in Ihrer Macht stehende tun werden, um diese widersinnige Planung zu verhindern. Margetshöchheim nennt sich Gartendorf und will ein Mischgebiet in einer Wasserschutzzone ausweisen? Müssten Bäume im Eingangsbereich des Ortes fallen, um die o.g. Pläne zu verwirklichen?

Mit Firmengebäuden und Feuerwehr als Entree in ein Wohngebiet würde sich Margetshöchheim dann in die Reihe jener gesichtslosen Gemeinden einreihen, deren erste Wahrnehmung des Ortes durch ein Konglomerat von Zweck- und Nutzbauten geprägt wird.



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Welche Grenzen hat Transparenz?

25.4.20: Das ganze Gerede vom mündigen Bürger kann man sich sparen, wenn man den Bürger nicht umfassend informiert. Da bei den Gemeinderatssitzungen in der Regel wenige oder gar keine Zuhörer anwesend sind, hat die MM schon immer größten Wert auf die umfassende Information der Bürger gelegt. Die MM ist der Ansicht, dass man sich schöne Hochglanz-Wahlprospekte sparen kann, wenn man die Bürger das ganze Jahr über mit Informationen versorgt. Die MM hat dies mit ihrem Blättle mit inzwischen 129 Ausgaben seit ihrer Gründung vor 36 Jahren kontinuierlich getan. Seit 13 Jahren wird dies tagtäglich durch topaktuelle Nachrichten auf der Internetseite der MM ergänzt.
Dass das nicht immer auf Begeisterung stößt, besonders wenn wir auch Ross und Reiter nennen, durften wir schon mal zur Kenntnis nehmen, weil eine Kollegin aus der SPD-Fraktion beim Bürgermeister beziehungsweise beim Landratsamt vorstellig wurde.
In der Aprilsitzung des Gemeinderates durften wir nun erfahren, dass unsere Praxis, die Vorinformationen, die Gemeinderäte im Ratsinformationssystem (RIS) für die öffentliche Sitzung erhalten, auf unserer Homepage zu veröffentlichen, nicht zulässig ist. Anlass dürfte mit Sicherheit eine Anfrage der SPD-Fraktion sein, bei der sich die Aktualität ihrer Homepage oftmals auf die Teilnahme am letzten Margaretenfest beschränkt. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf einen SPD-Antrag, der wohl auch eine Reaktion auf das vermeintliche "Meinungsmonopol" der MM ist: Bekommt Margetshöchheim einen Blog?
Wir würden es sehr bedauern, wenn wir die Bürger in Zukunft nicht mehr umfassend über das informieren dürften, worum es im Gemeinderat oder Bauausschuss geht. Denn die Tagesordnung allein schafft mit Sicherheit nicht die Transparenz, die die Bürger erwarten können. Zu diesem Thema soll in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 5. Mai Klarheit geschaffen werden.

Neuerdings wird übrigens immer häufiger mit dem Hinweis auf den Datenschutz die umfassende Information der Bürger unterlaufen. So dürfen bei Ausschreibungen für den Bau kommunaler Vorhaben weder die beauftragten Firmen noch die Angebotssummen in der öffentlichen Sitzung genannt oder in der Presse und im Gemeindeblatt veröffentlicht werden. Das ist allerdings keine Erfindung der Margetshöchheimer Gemeindeverwaltung. Die Anordnung kommt vielmehr aus dem Innenministerium in Münnchen.



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Mainpromenade BA I: SPD hat es sehr eilig

24.4.20: In der Gemeinderatssitzung am 21.4.20 sollte eigentlich die Entwurfsplanung für den Bauabschnitt I der Mainpromenade zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz, die am 10. März grundsätzlich abgesegnet worden war, weiter konkretisiert werden ( Gemeinderatssitzung am 21.4.20 TOP 3). Die MM stand der teuren und überladenen Planung für einen Spiel- und Kulturbereich im letzten innerörtlichen naturnahen Bereich am Main von Anfang an kritisch gegenüber (Gemeinderatssitzung am 10.3.20 TOP 3). Inzwischen sind offensichtlich auch anderen Gemeinderäten Bedenken gekommen, ob der schmale Abschnitt zwischen Main und Radweg tatsächlich so viele Spiel- und Kulturstationen verträgt. Deshalb hat Bürgermeister Brohm vorgeschlagen, die verschiedenen Standorte vor Ort zu markieren und den Fraktionen bei jeweils getrennten Terminen die Möglichkeit zu bieten, sich vom Planungsbüro arc.grün informieren zu lassen und die Planung notfalls abzuspecken.
Diesen Vorschlag begrüßte die MM, zumal den Gemeinderäten die abgeänderte Planung ohne Vorabinformation am 10.3. erst in der Sitzung vorgestellt und zur Abstimmung gestellt worden war. Bürgermeister Brohm legte großen Wert darauf, dass sich die Fraktionen getrennt informieren lassen. Beim öffentlichen Ortstermin im Juli 2019 kam es fast zum Eklat, als SPD-Gemeinderätin Kircher angesichts kritischer Äußerungen der Bürger in barschem Ton ein Ende der Diskussion forderte und darauf hinwies, dass der Gemeinderat zu entscheiden habe.

In der Sitzung am 21.4. sprachen sich nun die SPD-Gemeinderätinnen Kircher und Haupt-Kreutzer vehement gegen den von Bürgermeister Brohm vorgeschlagenen Ortstermin aus und forderten die sofortige Abstimmung. Da sie inhaltlich eigentlich wenig zu bieten hatten, malten sie das Gespenst an die Wand, dass sonst die Zuschüsse verloren gehen könnten.
Paradox wurde es, als Frau Kircher im selben Atemzug forderte, die Planung zu ändern und den mäandrierenden Weg am Mainufer bis zum neuen Steg zu verlängern, weil ein separater Fußweg wegen des zunehmenden Radverkehrs dringend erforderlich sei. Es macht doch keinen Sinn, einen Ortstermin abzulehnen und eine sofortige Abstimmung über das Konzept von arc.grün zu fordern, dann aber gleichzeitig eine grundlegende Änderung zu beantragen.
Dabei hat die MM schon von Anfang an darauf hingewiesen, dass der mäandrierende Fußweg am Mainufer, der auf der halben Strecke endet, kein Ersatz für einen echten Fußweg auf der Hauptverbindung zwischen dem Altort und dem neuen Steg ist. Die MM hat immer wieder klar gemacht, dass wegen des starken Radverkehrsaufkommens ein vom Radweg deutlich getrennter Fußweg parallel zum Radweg erforderlich ist. Stattdessen haben SPD und CSU einen "Notweg" direkt an den Radweg angedockt, der keine echte Trennung und damit auch keine wirkliche Sicherheit bietet. Wenn die SPD jetzt den sich am Mainufer zwischen den Spielstationen hindurchschlängelnden Weg bis zum Steg verlängern will, dann ist nichts gewonnen, sondern nur noch mehr Natur zerstört. Schließlich wird der schmale naturnahe Streifen zwischen dem Main und dem Radweg (übrigens ein ausgewiesener Teil des Landschaftsschutzgebiets) Richtung Süden immer schmaler. Wenn die SPD mit einem solchen Vorschlag kommt, dann kann man ihr nur empfehlen, sich die Situation vor Ort noch einmal ganz genau anzusehen. Dann müsste eigentlich jeder merken, dass drei Wege (ein Radweg, direkt angedockt ein schmaler Fußweg und dann noch ein mäandrierender Weg am Mainufer) den bislang noch naturnahen Bereich restlos zerschneiden und entwerten.

Der Gemeinderat beschloss schließlich mit 12:5 Stimmen, vor einer weiteren Entscheidung erst noch die örtliche Situation (getrennt nach Fraktionen) zusammen mit einem Vertreter des Landschaftsplanungsbüros in Augenschein zu nehmen. Eine Entscheidung soll dann am 12. Mai in der Sitzung des neuen Gemeinderats fallen.



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Damit haben selbst wir nicht gerechnet

12.4.20: Vor etwa einem halben Jahr im November 2019 haben wir davor gewarnt, sich bei gemeindlichen Projekten wie dem Ausbau der Mainpartie (hochtrabend "Mainpromenade" genannt) darauf zu verlassen, dass die Fördergelder weiterhin mit vollen Händen ausgeschüttet werden. Begründet haben wir das damals damit, dass die Steuerschätzungen für 2020 deutlich eingebrochen sind: Gehen die 7 fetten Jahre zu Ende?
Im Februar wurden unsere Bedenken durch eine Mitteilung der Staatsregierung bestätigt, dass die Basisförderung für Verkehrswege (z.B. den Mainsteg) von 50 % auf 40 % abgesenkt wird: das kann teuer werden ... Zur Erinnerung unser damaliger Schlusssatz:
"Im Gemeinderat sollte man sich langsam von der Auffassung verabschieden, dass man möglichst aufwendig bauen muss, um Zuschüsse zu bekommen. Die MM hat zum Beispiel bei den Planungen zur Mainpartie immer darauf hingewiesen, dass eine kostengünstige Lösung schneller und billiger realisiert werden kann und für die Ortsbevölkerung mehr bringen würde als ein Prestigeprojekt, das Gäste beeindrucken soll, für den Ort aber wenig bringen würde."

Wir konnten damals noch nicht ahnen, dass unsere schlimmsten Befürchtungen durch die Folgen der Corona-Pandemie in bisher ungeahntem Umfang in den Schatten gestellt würden. Angesichts von Hunderten von Milliarden staatlicher Unterstützung für die durch die Coronakrise betroffene Wirtschaft kann man davon ausgehen, dass die Zuschüsse für die Kommunen deutlichst zurückgefahren werden. Ganz abgesehen davon, dass nach ersten Berechnungen die Gemeinden mit Steuerausfällen in Milliardenhöhe rechnen müssen.
Es wäre deshalb vernünftig, das Pulver nicht bereits beim ersten Bauabschnitt der Mainpromenade zu verschießen, der ohne Qualitätsverlust naturnah und kostengünstig zu verwirklichen wäre, wie wir bereits mehrmals dargestellt haben: Neugestaltung Mainpartie und Neugestaltung Mainpartie Teil II



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Krieg oder Katastrophe

10.4.20: Wenn man als Staatsmann in Schwierigkeiten ist, wenn die Wiederwahl gefährdet ist, dann gibt es gewöhnlich nur zwei Möglichkeiten, die Bevölkerung und damit das Wahlvolk um sich zu scharen: Krieg oder Katastrophe. Wobei der Krieg vom Zaun gebrochen werden muss, also ein Ergebnis der Politik ist, während eine Katastrophe wie Hochwasser oder Erdbeben in der Regel vom "Himmel fällt", es sei denn es handelt sich um die eigene Politik des jeweiligen Politikers. Das Beispiel des derzeitigen US-Präsidenten zeigt allerdings, dass auch eine hausgemachte Katastrophe ausreichen kann, um seine Umfragewerte zu verbessern.
Wie so etwas funktioniert, zeigt der folgende Zeitartikel besonders anschaulich. Das muss man gelesen haben:
https://www.zeit.de/2020/16/donald-trump-pressekonferenz-angst-verbreitung?utm_source=pocket-newtab

Wie es bei einer "normalen" Katastrophe mit der Steigerung der Zustimmung funktionieren kann, hat Gerhard Schröder beim katastrophalen Elbhochwasser 2002 in Gummistiefeln als "Deichgraf" demonstriert, was ihm letztendlich eine Welle der Sympathie und somit die Wiederwahl als Kanzler bescherte.



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Gestern waren es 75 Jahre her ...

8.4.20: Gestern waren es genau 75 Jahre her, dass Alfred Eck, ein junger Soldat aus Baldersheim, in den letzten Tagen des Weltkriegs in der Osterwoche auf dem Auber Marktplatz an einem Galgen aus Leitern wegen Hochverrats aufgehängt wurde. Sein "Verbrechen" war, dass sein Heimatort nicht zerstört wurde, weil er in Verhandlungen mit den anrückenden Amerikanern erreicht hat, dass Baldersheim kampflos übergeben wurde. Allen, die die Main-Post abonniert haben, können wir nur dringend empfehlen, den gestrigen Bericht zu lesen:
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/75-Todestag-Alfred-Eck-bekommt-seine-letzte-Ehre;art779,10431953
Im Bericht des Main-Post Journalisten Thomas Fritz wird daran erinnert, dass die Benennung der Auber Schule nach Alfred Eck am Widerstand Ewiggestriger und nicht zuletzt am damaligen Schulamtsdirektor scheiterte. Als wir im MM-Blättle 50 Jahre nach der Hinrichtung Ecks an die Rolle des Schulamtsdirektors erinnerten, wurden wir im Wahlkampfblatt der Margetshöchheimer SPD übelst verunglimpft, während man sich vor jenem Schulamtsdirektor ehrfurchtsvoll verneigte, der die Hinrichtung Ecks laut Main-Post mit den Worten "Ein deutscher Soldat verrät seine Kameraden nicht" entschuldigte.
Alfred Eck ist kein Verräter, er ist zweifelsohne ein Held. Wenn wir mehr solch mutige Menschen und weniger rechtsnationale Speichellecker gehabt hätten, wäre dem deutschen Volk und der Menschheit viel Leid erspart geblieben. Wenn schon die Auber Schule nicht nach Alfred Eck benannt werden durfte, erlaube ich mir, Alfred Eck posthum für die Verleihung des Würzburger Friedenspreises vorzuschlagen. Ein besseres Vorbild für unsere Jugend kann ich mir nicht vorstellen.
Peter Etthöfer

Allen, die sich für das Schicksal Alfred Ecks interessieren, empfehlen wir unsere Beiträge aus den letzten Jahren:
vor 75 Jahren ... (P. Etthöfer)
Ewiggestrige sind eine Schande immer und überall
Vergangenheitsbewältigung, auch bei uns?



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Für wie dumm hält man uns?

4.4.20: Vor einer Woche hat der Bundesrat nun der von der Bundesregierung erarbeiteten neuen Düngeverordnung zugestimmt und damit die von der EU angedrohten täglichen Strafzahlungen von 890.000 € abgewendet. Sinn der Maßnahme ist die Verringerung der erheblichen Nitratbelastung im Grundwasser in weiten Teilen Deutschlands. Ob dieses Ziel damit tatsächlich erreicht wird, ist allerdings noch längst nicht sicher. Schließlich hat die Bundesrepublik eine solche Maßnahme zur Verringerung des Nitrateintrags aus der Landwirtschaft auf Grund des Widerstands der Landwirtschaftslobby über Jahrzehnte hinweg blockiert. Nun hat Bayern als einziges Bundesland gegen die Düngeverordnung gestimmt. Die Begründung, die Landwirtschaftsministerin Kaniber im Fernsehinterview gab, zeugt davon, dass sie offensichtlich von der Materie wenig Ahnung hat. So stemmte sie sich gegen das Düngeverbot von Zwischenfrüchten und pries deren Düngung als praktizierten Grundwasserschutz an.
Durch den Anbau von Zwischenfrüchten soll verhindert werden, dass (teilweise beträchtliche) Stickstoffreste, die nach der Ernte noch im Boden sind, während des Winterhalbjahres in den Untergrund und damit ins Grundwasser ausgewaschen werden. Wenn man nun die Zwischenfrüchte noch zusätzlich düngen würde, wäre das in jeder Hinsicht kontraproduktiv und damit grundwasserschädlich. In den meisten Fällen werden Zwischenfrüchte übrigens gedüngt, um die in der Massentierhaltung in großen Mengen anfallende Gülle während des Winterhalbjahres zu entsorgen. Das müsste Frau Kaniber eigentlich wissen.



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üble Abzocke

3.4.20: Vor wenigen Tagen entschloss sich auf Initiative von Maria Brohm eine Gruppe von Damen, angesichts der Coronavirus-Krise und des Mangels an Schutzmasken und -kleidung, in Eigenregie Masken zu nähen, um den Menschen im Ort wenigstens eine Chance zu bieten, sich etwas vor der Infektion mit dem Virus zu schützen. Ihnen war schon bewusst, dass dadurch kein absoluter Schutz geboten werden kann. Sie wollten jedoch nicht abwarten, bis das Problem wissenschaftlich ausdiskutiert worden ist, sondern vielmehr schnell und unbürokratisch helfen. Deshalb wandten sie sich an die Gemeinde und die Vereine, um ihr Projekt über deren Internetseiten bekannt zu machen. In bester Absicht sprachen sie in ihrem Hinweistext von Schutzmasken, die sie herstellen wollten. Glücklicherweise wurden sie noch rechtzeitig vor der Veröffentlichung darauf aufmerksam gemacht, dass sie bei dem Begriff "Schutzmasken" damit rechnen müssten, von einem Anwalt abgemahnt zu werden, was offensichtlich in einem vergleichbaren Fall bereits erfolgt sein soll. Nun ist nur noch von Gesichtsmasken die Rede.
Es ist beschämend, dass man bei einer solch caritativen Aktion noch mit einer teuren Abmahnung rechnen muss. Offensichtlich haben einige Anwälte angesichts der Juristenschwemme ein Geschäftsfeld entdeckt, mit dem man gut leben kann.
Über die Einzelheiten können Sie sich hier informieren: Masken für Mund und Nase



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Nachtrag zu "vor 75 Jahren"

15.3.20: In meinem gestrigen Beitrag vor 75 Jahren ... (P. Etthöfer) erwähnte ich, dass der Auber Stadtrat Kilian Angermaier die Benennung der Auber Schule nach Alfred Eck beantragt hatte. Angermaiers Eintreten für die Ehrung Ecks ist sicher nicht zufällig, da er aus einer Familie stammt, die enge Verbindung zum Widerstand im 3. Reich hatte.
An diesem Wochenende veröffentlichte die Main-Post aus Anlass des 75. Jahrestags der Zerstörung Würzburgs auf Seite 39/40 einen Augenzeugenbericht von Auguste Burger über dieses Ereignis. Darin wird auch über Kilian Angermaiers Vater Dr. Georg Angermaier berichtet, der als Justitiar der Diözese Würzburg dem kirchlichen Widerstand angehörte und bei einem Unfall mit einem SS-Fahrzeug auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Als vor wenigen Jahren eine nach dem früheren Oberbürgermeister Zimmerer benannte Straße in Lengfeld wegen Zimmerers Rolle im 3. Reich umbenannt werden sollte, erhielt sie den Namen Dr. Georg Angermaier-Straße. Eine Ehre, die man in Aub Alfred Eck verweigerte.



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vor 75 Jahren ... (P. Etthöfer)

14.3.20: In einer Zeit, in der Rechtsradikale und Nationalisten mit Hassbotschaften, Anschlägen oder zumindest populistischen Lügen und Parolen nicht nur auf unser demokratisches System, sondern auch auf die solidarische Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger zielen, kann man nicht wachsam genug sein und sollte man klare Kante gegen alle faschistischen Bestrebungen zeigen. Nährboden für all diese Umtriebe ist oft eine Verklärung des 3. Reichs, die nicht nur bei Ewiggestrigen, sondern auch bei vielen jungen Leuten auf fruchtbaren Boden fällt. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass man die Vergangenheit nicht ruhen lässt, sondern klar und unmissverständlich Ross und Reiter nennt und an die Menschen erinnert, die den Mut hatten Widerstand zu leisten.
Ich denke hier an Alfred Eck, einen jungen Bauernburschen und Soldaten, der vor ziemlich genau 75 Jahren in den letzten Kriegstagen bei einem Heimaturlaub seinen Heimatort Baldersheim im Ochsenfurter Gau vor der sicheren Zerstörung gerettet hat, indem er angesichts der anrückenden Amerikaner zusammen mit dem damaligen Bürgermeister mit den Amerikanern verhandelte und die deutschen Soldaten im Ort zum Abzug aufforderte. Die nahmen ihn mit nach Aub, wo er von einem Standgericht wegen Wehrkraftzersetzung und Hochverrat verurteilt und an Ostern 1945 an einem Galgen aus Leitern aufgehängt wurde.
Auf Anregung des Auber Stadtrats und Notars Kilian Angermaier beschloss der Auber Stadtrat 1985, die neue Grundschule nach Alfred Eck zu benennen. Dies scheiterte nicht zuletzt am Widerstand des Schulamtsdirektors Fritz Schäffer. Laut Main-Post vom 27.9.86 vertrat Schäffer die Auffassung, der Schulname könne zum Stein des Anstoßes werden, denn die Geschichte von Alfred Eck sei eine heikle Sache. Die Kriegsgeneration werde den Namen nicht hinnehmen. Schließlich sei Eck ein Deserteur gewesen und habe das Leben deutscher Soldaten aufs Spiel gesetzt. Diese Vorgänge haben in den letzten Jahrzehnten in der Öffentlichkeit nicht nur in Aub und Baldersheim zu äußerst kontroversen Diskussionen geführt, bis hin zum Umstand, dass Ecks Grab mit einem Hakenkreuz beschmiert wurde.

Da mein in den letzten Kriegsmonaten gefallener Vater als Polizeimajor und Kommandeur einer Sturmgeschützabteilung der Waffen-SS-Polizeidivision, SS-Sturmbannführer und Ritterkreuzträger bestimmt alles andere als ein Widerstandskämpfer war, habe ich mich schon in jungen Jahren intensiv mit der Nazidiktatur und dem von Deutschland vom Zaun gebrochenen verbrecherischen 2. Weltkrieg auseinandergesetzt. Dies führte mich zur Kriegsdienstverweigerung, als dies noch nicht so einfach war, und zu einer klaren Frontstellung gegen Faschismus und Rechtsradikalismus und ihrer Helfershelfer und Wegbereiter.
Aus diesem Grund hat mich auch das Schicksal von Alfred Eck zutiefst berührt, der in meinen Augen mehr Mut hatte als mancher Ritterkreuzträger. Die Benennung der Auber Schule wäre die richtige Würdigung des Opfertods für sein Heimatdorf gewesen. Eck war und ist für mich ein wahrer Held.

Als die SPD im Kommunalwahlkampf 1985 Herrn Schäffer zu einer Lesung unter dem Motto "Dörfliches Leben und Bräuche vor 50 Jahren" eingeladen hatte, war die Verwunderung bei mir groß. Erstens lautet der Titel von Schäffers Büchlein ".. in den 30er Jahren". Und zweitens war es damals nämlich gerade 50 Jahre her, dass der Krieg zu Ende ging und Alfred Ecks junges Leben am Galgen in Aub endete. Im MM-Blättle ging ich deshalb auf das Schicksal Alfred Ecks ein und schrieb am Schluss: "Dass die SPD nun gerade Schäffer, der eher zu einer rechten Partei passen würde, als Autoren präsentiert, ist uns - vorsichtig ausgedrückt - völlig unverständlich." Wir wussten damals noch nicht, dass Schäffer SPD-Mitglied war.
Die Reaktion der SPD aus der Feder des damaligen SPD-Vorsitzenden kam mit Verzögerung. Kurz vor der Wahl - so dass man kaum mehr antworten konnte - erschien ein SPD-Blättle, mit dem Titel "Das wahre Gesicht der Herrn E.", in dem uns "publizistische Methoden, die aus der braunen Hexenküche stammen" unterstellt wurden. Die Titulierung "Herr E." wurde damit begründet, "dass sich die respektvolle Nennung Ihres vollen bürgerlichen Namens ... von selbst verbietet". Herr Schäffer dagegen wurde huldvoll gewürdigt. Bezeichnend ist, dass man in der SPD-Veröffentlichung auch nicht eine Spur des Mitgefühls für das Schicksal des Retters von Baldersheim finden konnte.
Dass die Rechnung der Schmutzkampagne aufging und die MM damals deutliche Verluste bei der Wahl zu verkraften hatte, war sicher schmerzlich. Besonders übel war jedoch, dass man sich damit auf die Seite derjenigen stellte, die einem tapferen Bauernburschen in Uniform, der sein Leben für seinen Ort opferte, die gebührende Ehre verweigerte. Enttäuschend war auch, dass es niemand in der SPD wagte, sich von dieser üblen Art der politischen Auseinandersetzung zu distanzieren. Nur nebenbei sei bemerkt: Die SPD hätte bei der Bürgermeisterwahl 1990 ohne die Unterstützung der MM ihren Kandidaten mit Sicherheit nicht ins Amt bekommen. Und diesen Bürgermeister Stock hatte die MM von 1990 bis 1996 loyal unterstützt.

Weitere Informationen zu Alfred Eck finden Sie hier: Vergangenheitsbewältigung, auch bei uns?






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schwachsinniger Vandalismus

10.3.20: In den letzten Tagen wurden beide Seitenscheiben des Buswartehäuschens am Ärztezentrum innerhalb weniger Tage demoliert. Die Gemeinde nimmt Hinweise (auch anonym) entgegen.



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Gibt es im Altort überhaupt noch eine Wirtschaft?

8.3.20: Nachdem vor einigen Jahrzehnten mit der Sudpfanne im Margarethenhallen-Areal die letzte Margetshöchheimer Gastwirtschaft geschlossen hatte, wurde einige Jahre später das alte Pfarrhaus in der Mainstraße von der Gemeinde an einen ortsansässigen Koch veräußert und 1997 als "Gasthaus zum Kreutzer" eröffnet. 2014 schloss die Betreiberfamilie das Gasthaus überraschend. Da das Internet so schnell nichts vergisst, existiert es dort bis heute noch weiter: https://www.deutschlandgourmet.info/margetshoechheim/restaurant-zum-kreutzer/
Da es damit im Ort kein Gasthaus mehr gab, versuchte die Gemeinde vehement, wieder eine Gastwirtschaft im Altort anzusiedeln.

Nachdem wir im MM-Blättle zu diesem Thema bereits einige Informationen weitergegeben haben, möchten wir noch einige Hintergrundinformationen nachliefern. Wir haben bereits vor einigen Jahren darauf hingewiesen, dass die Gemeinde den Verkauf der Gaststätte "Zum Kreutzer" an eine Privatperson nicht verhindern konnte. Dabei zeigte sich, dass das im Sanierungsgebiet geltende Vorkaufsrecht eine stumpfe Waffe ist. Informationen hierzu fand man damals auch in der Main-Post: https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/In-Margetshoechheim-wurde-die-letzte-Gastwirtschaft-geschlossen;art736,8201936

Um der Bevölkerung wieder ein Gasthaus bieten zu können, griff die Gemeinde zu, als es zwei Häuser weiter die Möglichkeit gab, das Stengel-Anwesen, die ehemalige Schmiede, zu erwerben. Die Gemeinde veräußerte vor einigen Jahren dieses Anwesen an einen Investor, mit der Auflage, dort eine Wirtschaft zu errichten und zu betreiben. (Falls das nicht gelingen sollte, müsste die Gemeinde das Anwesen wieder zurücknehmen). Dabei musste es jedem klar sein, dass in Margetshöchheim eine Gastwirtschaft trotz der Lage am Main alles andere als die Lizenz zum Gelddrucken, aber vor allem eine Bereicherung nicht nur des Altorts sein würde.
Dass nun in der Mainstraße seit langer Zeit nur die Reste des Stengelanwesens stehen und der Bau der Gaststätte nicht in die Gänge kommt, hat vor allem den Grund, dass die Nachbarn gegen die vom Landratsamt bereits erteilte Baugenehmigung mit teilweisem Erfolg geklagt haben.
Obwohl der Bauherr nun versucht hat, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, hat sich nun ein weiteres Hindernis aufgebaut. In der Bauausschusssitzung vom 27.2.20 hat nun ein Nachbar einen Bauantrag für den Umbau seiner Scheune zum Wohnhaus beantragt, was die Hürden für die Genehmigung der Gastwirtschaft noch deutlich erhöhen würde:
Bauausschusssitzung am 27.2.20 (TOP 2).
Ob dort tatsächlich die Scheune umgebaut wird oder der Antrag nur Mittel zum Zweck der Verhinderung der Gaststätte sein soll, wollen wir hier gar nicht diskutieren. Tatsache ist jedoch, dass das Landratsamt, wenn eine Klage droht, erfahrungsgemäß selbst im Hochsommer eiskalte Füße bekommt. Und Tatsache ist auch, dass, wenn es gelingt, die Gaststätte zu verhindern, die Gemeinde wahrscheinlich nicht nur viel Geld verliert, sondern, dass die Einwohner unseres Ortes wohl auf Dauer keine Chance mehr haben, irgendwo im Altort wieder eine Gaststätte zu bekommen. Da ist es blanker Hohn, wenn sich die Bayerische Staatsregierung die Rettung der Dorfwirtschaften lauthals auf die Fahne geschrieben hat.



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Blick über den Zaun

9.2.20: Wir haben keinen Hehl daraus gemacht, dass wir der Planung für den Bauabschnitt I der "Mainpromenade" sehr kritisch gegenüberstehen. Und zwar nicht nur wegen der prognostizierten Kosten von rund 1 Mio. Euro für den schmalen Streifen mit Spielplatz ("Aktivitätszone") zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz, in denen noch nicht einmal die Kosten für den Radweg enthalten sind. Wir glauben, dass ein naturnahes Entrée in den Altort Margetshöchheim besser zu Gesicht steht als ein aufgehübschter Freizeitbereich.
Wir haben darüber umfangreich berichtet: Neugestaltung Mainpartie und Neugestaltung Mainpartie Teil II
Manchmal kann es nicht schaden, wenn man mal einen Blick über den Zaun wirft und sich das ansieht, was sich beim Nachbarn entwickelt. In Zell baut das Büro arc.grün, das auch für Margetshöchheim arbeitet, derzeit neben dem Edeka-Parkplatz ebenfalls eine Aktivitätszone. Zusätzlich ist dort für den benachbarten Bereich auf der anderen Seite der Umgehungsstraße zwischen Main und Staatsstraße eine Freizeitfläche geplant, die der in Margetshöchheim geplanten wohl ähneln soll. Man fragt sich schon, ob man unserem Ort, der sich immer noch gerne "Gartendorf am Main" nennt, etwas Gutes antut, wenn man sich hier einreiht.



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CSU: nichts dazugelernt

4.2.20: Die CSU lernt wirklich nichts dazu. Erst macht sie an den Stammtischen mit der Parole "PKW-Maut für Ausländer" Stimmung und jetzt hat sie, nachdem sie durch das stümperhafte Vorgehen ihres Verkehrsministers Millionen versenkt hat, ein neues Schlachtfeld auf. Mit einer Internet-Kampagne für hoffnungslose Raser gegen ein Tempolimit auf Autobahnen reiht sie sich in die Reihe der Populisten von AfD, FDP und, wie kann´s nicht anders sein, Aiwangers Freie Wähler ein, die ohne Rücksicht auf Verstand und Klimaschutz gegen ein Tempolimit Stimmung machen. Dabei wäre so ein Tempolimit die am schnellsten wirksame Klimaschutzmaßnahme, die noch dazu nichts kostet und viele weitere positive Folgen hätte. Selbst der in solchen Angelegenheiten sonst beinharte ADAC hat inzwischen zu erkennen gegeben, dass er gegen ein solches Tempolimit nichts einzuwenden hat.



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Eine Milliarde für die Landwirte

31.1.20: Aus aktuellem Anlass gehen wir hier noch einmal auf die Proteste der Landwirte und die Reaktion der Politiker in den letzten Wochen ein. Wenn die Bundesregierung nun 1 Milliarde als Ausgleich für die Einschränkungen bereitstellt, die auf die Landwirte zukommen, ist das im Prinzip nicht schlecht. Voraussetzung ist jedoch, dass das Geld nicht nach dem Gießkannensystem versickert, sondern vor allem denen zugute kommt, die trotz der erschwerten Bedingungen umweltverträglich Landbau betreiben. Hierzu sind spezielle Programme nötig, die den Landwirten den steinigen Weg ermöglichen.
Genau das hat Peter Etthöfer in einem vor kurzem in der Main-Post veröffentlichten Leserbrief gefordert, der leider dort nur verkürzt wiedergegeben war. Deshalb veröffentlichen wir hier den Leserbrief in vollem Wortlaut: leserbriefaufschreiderbauern.pdf [358 KB]
Diese Forderungen hatten Bürgermeister Brohm und Peter Etthöfer bereits am 10. Oktober bei einem Termin mit Ministeriumsvertretern im Landtag vorgetragen: Trinkwassertermin mit Ministeriumsvertretern
Über Sinn und Wirkung der von der großen Koalition nun beschlossenen Unterstützungsmaßnahme kann man durchaus streiten. Wenn nun Klaus Hochrein, einer der Sprecher der bäuerlichen Protestbewegung, behauptet, die Düngebeschränkungen seien grundwasserschädlich und die Zwischenfrüchte würden ohne Gülledüngung "verhungern", verkauft er die Menschen für dumm. Das glaubt er wohl selber nicht. Die flächendeckenden Nitratprobleme sind eindeutig eine Folge der Intensivlandwirtschaft der letzten Jahrzehnte. Weil man nicht rechtzeitig umgesteuert hat, trifft es die Landwirte nun besonders hart. Deshalb wäre es unsinnig, weiter den Kopf in den Sand zu stecken.
In der Main-Post finden Sie weitere Veröffentlichungen zu diesem Thema:
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Warum-fraenkische-Bauern-die-Milliardenhilfe-kritisieren;art735,10396980
https://www.mainpost.de/ueberregional/meinung/leitartikel/Kommentar-Landwirte-lasst-euch-nicht-fuer-dumm-verkaufen;art9517,10375204



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alle Jahre wieder

30.1.20: Alle Jahre wieder ist um diese Jahreszeit der Veitshöchheimer Bauhof mit tatkräftiger Unterstützung des Leiterwagens der Feuerwehr dabei, die Bäume am Mainufer zu stutzen oder gleich ganz abzuholzen. Gestern war man wenige Meter neben dem Steg mainabwärts zugange. Wir befürchten, dass dieses Beispiel Schule machen könnte, wenn der Margetshöchheimer Mainuferbereich zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz zur "Mainpromenade" "aufgewertet" wird. Auf der anderen Mainseite ist das Ufer im Verlauf der Jahre immer lichter, aber bestimmt nicht attraktiver geworden. Man kann davon ausgehen, dass die Holzaktion in Veitshöchheim in den nächsten Tagen fortgesetzt wird.



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Tierwohl beim Discounter?

29.1.20: Im Handel wird oft damit geworben, dass man dem Verbraucher sehr wohl Fleisch aus artgerechter Tierhaltung biete. Eine Untersuchung von Greenpeace zeigt, wie es um das Billigfleisch der großen Handelsketten bestellt ist. Wenn sich die Verbraucher nicht von der "Geiz ist geil-Mentalität" verabschieden, kann man das ganze Gerede um das "Tierwohl" wohl vergessen:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/deutschland-fast-90-prozent-billigfleisch-in-supermaerkten-a-00000000-0002-0001-0000-000169122947?utm_source=pocket-newtab



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Transparenz oder Datenschutz?

22.1.20: Bis vor kurzem war es üblich, dass im Gemeindeblatt und bei sonstigen Veröffentlichungen über Gemeinderats- und Bauausschusssitzungen zum Beispiel bei Ausschreibungen die ausgewählte Firma und die Höhe des Angebots genannt wurden. Nach einer Mitteilung des bayerischen Innenministeriums ist dies in Zukunft nicht mehr möglich. Das bedeutet, dass bei einem Bauvorhaben wie dem Neubau einer Schule in der öffentlichen Sitzung weder die Baufirma genannt werden darf, die den Zuschlag erhalten hat, noch die Höhe des Angebots.
Wahrscheinlich dürfen in Zukunft auch keine Lagepläne von Bauvorhaben mehr veröffentlicht werden.
Wir teilen dies sicherheitshalber mit, falls Sie sich wundern, wenn wir nur noch in abgespecktem Umfang informieren. Transparenz sieht etwas anders aus.



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Sturm im Wasserglas

17.1.20: Ministerpräsidentenstellvertreter Hubert Aiwanger ist als Populist erster Klasse kein Thema zu schade, wenn es darum geht, nach Stammtisch- oder Bierzeltmanier Stimmung zu machen, egal ob es um das Recht des deutschen Mannes und der deutschen Frau auf ein Taschenmesser in der Hosentasche oder das Unwort des Jahres geht. Seine Aufregung über die "Klimahysterie" als Unwort des Jahres 2019 können wir allerdings verstehen. Es gibt da nämlich geeignetere Vokabeln. Wie wäre es denn mit "Oiwonger" als Vorschlag für das Unwort des Jahres 2020?




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Dauerbrenner Hundekot

14.1.20: Hunde sind die treuesten Begleiter der Menschen und wesentlich intelligenter als die Redensart vom "dummen Hund" vermuten lässt. Für viele hört allerdings verständlicherweise der Spaß auf, wenn Hunde ihre Hinterlassenschaften auf Straßen und Plätzen nicht mitnehmen. Dafür sind schließlich Herrchen oder Frauchen zuständig. Leider kommen manche ihrer Pflicht nicht nach. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, die sprichwörtlichen "Tretminen" zu entfernen. Schließlich gibt es im Rathaus hierfür kostenlos die sog. Hundekotbeutel.



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Machen die Freien Wähler der AfD Konkurrenz?

13.1.20: Dass die Freien Wähler in Bayern sich unter der Führung von Hubert Aiwanger langsam zu einer Konkurrenzorganisation zur AfD mausern, ist spätestens seit seiner Rede vor einer versammelten Jägergesellschaft kaum mehr zu bezweifeln: „Ich bin überzeugt, Bayern und Deutschland wären sicherer, wenn jeder anständige Mann und jede anständige Frau ein Messer in der Tasche haben dürfte ..." Dazu passt, dass sich der Populist in Reinkultur wohl Hoffnungen auf das Amt des bayerischen Jagdverbandspräsidenten macht. Schließlich hat der bayerische Wirtschaftsminister, der sich mehr um bayerische Wirtschaften als die bayerische Wirtschaft kümmert, ein besonderes Talent, Böcke zu schießen.
Wenn man das noch unter der Rubrik schlechte bayerische Folklore abhaken mag, überschreiten Aiwanger und sein Fraktionschef Streibl mit ihren Äußerungen anlässlich der FW-Winterklausur die rote Grenze zur Dümmlichkeit. So werden der direkte Zusammenhang zwischen dem menschlichen Handeln und dem Klimawandel sowie die hohe Nitratbelastung des Grundwassers durch die Gülle bezweifelt.
Wer solchen Unsinn behauptet, kann als Politiker und schon gar nicht als Minister ernst genommen werden. Es ist hochgradig verantwortungslos, solchen Unsinn in die Welt zu setzen. Jeder, der auch nur einen Funken Verstand im Kopf hat, weiß, dass die hohe Nitratbelastung im Grund- und damit im Trinkwasser zum allergrößten Teil auf die landwirtschaftliche Düngung vor allem mit Gülle, aber auch mit Mineraldünger zurückzuführen ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Landwirte in Gebieten mit hoher Nitratbelastung verantwortungslos mit dem Dünger umgehen. Und umgekehrt bedeutet es auch nicht, dass die Landwirte in Regionen mit geringen Nitratwerten immer verantwortungsvoll düngen.
In Südbayern, wo wegen der verbreiteten Viehhaltung viel mit Gülle gedüngt wird, sind die Nitratwerte oft niedrig, weil die vielen Niederschläge das Nitrat im Grundwasser verdünnen. In Nordbayern, wo es wegen der Trockenheit kaum zu einem Verdünnungseffekt kommt, können bereits deutlich geringere Mineraldünger- oder Güllemengen zu hohen Nitratwerten führen.
Die Situation ist also sehr vielschichtig und kompliziert, zumal die Bundesrepublik verpflichtet ist, mit Rücksicht auf die Gesundheit der Bevölkerung Maßnahmen zur Senkung der Nitratwerte zu ergreifen. Wenn Herr Aiwanger nun in einer Situation, in der die Bauern eh schon aufgeheizt sind, sie mit solchen Reden aufhetzt, ist dies verantwortungslos. An Unwissenheit oder Dummheit kann es kaum liegen. Als gelerntem Schweinezüchter dürfte Aiwanger nämlich die Wirkung der Gülle bestens bekannt sein.

Die Margetshöchheimer Wasserversorgung ist übrigens nicht die einzige, die mit den wegen der viel zu geringen Niederschläge erneut steigenden Nitratwerten zu kämpfen hat. Ganz Nordbayern ist mehr oder weniger davon betroffen. Erst am Wochenende konnte man der Main-Post entnehmen, dass die Aischquelle bei Burgbernheim ausgetrocknet ist. An der Pleichachquelle sah es nicht viel besser aus. Das bedeutet im Klartext, dass die Landwirte bei der Düngung noch mehr eingeschränkt werden müssen, wenn man den Nitratanstieg bremsen will. Das kann jedoch nur funktionieren, wenn man sie für die damit verbundenen Verluste fair entschädigt. Wenn Herr Aiwanger, sein Fraktionsvorsitzender und Minister Glauber (ebenfalls FW), der für das Grundwasser zuständig ist, dafür konstruktive Lösungen haben, dann sollen sie sie auf den Tisch legen. Und nicht mit populistischen Parolen, die zu Lasten der gesamten Bevölkerung gehen, nach dem Strickmuster der AfD die Stimmung bei den Landwirten noch weiter anheizen.

Für alle, die immer noch glauben, dass die hohen Nitratwerte mit irgendwelchen finsteren Mächten, aber nichts mit der Landbewirtschaftung zu tun haben, hier ein paar nüchterne Zahlen von den Nitratwerten im Margetshöchheimer Brunnen I:
1961 30 mg/l
1970 35 mg/l
1976 39 mg/l
1979 63 mg/l
1981 78 mg/l
Die Zahlen zeigen eindeutig, dass die Nitratwerte parallel zur Intensivierung der Landwirtschaft gestiegen sind.
Durch ein ganzes Bündel von landwirtschaftlichen Maßnahmen, die Mitte der 80er Jahre vor allem durch die MM angestoßen wurden, bewegten sich die Nitratwerte in den letzten Jahrzehnten wieder langsam nach unten in den Bereich zwischen 42 und 46 mg/l. Wegen der extremen Trockenheit der letzten Jahre und der somit fehlenden Verdünnung durch Niederschläge kratzen die Nitratwerte derzeit wieder am Grenzwert von 50 mg/l.
Der Grenzwert lag bis 1986 übrigens bei 90 mg/l.




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verdammt schnell ...

4.1.20: Vor kurzem haben wir die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessung von gut einem Monat am Ärztehaus auf Höhe des Wiesenwegs veröffentlicht. Nachdem wir den Hinweis bekamen, dass die teilweise extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen auf einen Messfehler zurückzuführen sein könnten, hatten wir den Eintrag wieder gelöscht. Eine Überprüfung hat nun ergeben, dass wohl lediglich bei der Messung des Verkehrs aus Richtung Zell teilweise auch Fahrzeuge auf der Staatsstraße miterfasst worden sind. Die Ergebnisse der Messung des Verkehrs aus Richtung Brücke sind nach unseren Beobachtungen jedoch korrekt. Trotzdem waren dort häufig deutlich überhöhte Geschwindigkeiten zu verzeichnen: gmessungaerztehaus.pdf [132 KB] Zu welchen Zeiten welche Geschwindigkeiten gemessen wurden sehen Sie hier: Geschwindigkeitsklassen

Zum Vergleich hier noch einmal die wohl teilweise verfälschten Ergebnisse aus der Gegenrichtung: zellerstrasserichtungmargetshoechheim1.pdf [126 KB]

Interessant sind auch die (korrekt ermittelten) Werte, die einen Vergleich zwischen dem Eintrittsbereich und dem Austrittsbereich der Fahrzeuge ermöglichen. Sie lassen erkennen, dass der pädagogische Wert solcher Geschwindigkeitsanzeigen recht gering ist, wenn die Austrittsgeschwindigkeit teilweise höher als die Eintrittsgeschwindigkeit im vom Messgerät erfassten Bereich ist. Ein- und Austrittsgeschwindigkeit




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Geschwindigkeitsklassen




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Ein- und Austrittsgeschwindigkeit




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da hilft nur der Griff in den Geldbeutel

13.12.19: Seit einiger Zeit wird der fließende Verkehr in Margetshöchheim Süd auf Höhe des Ärztehauses durch das Geschwindigkeitsmessgerät der Gemeinde überwacht. Schon länger beschweren sich Anlieger, dass auf Höhe des Ärztehauses und der Einmündung zum Wiesenweg deutlich zu schnell gefahren wird. Im abschüssigen Bereich von der Brücke über die Staatsstraße bis zur Einmündung in die Staatsstraße wurden Geschwindigkeiten gemessen, die sonst innerorts noch nie gemessen wurden. Der Bereich ist vor allem gefährlich, weil es sich um einen schlecht einsehbaren Kurvenbereich handelt, an dessen Ende die Ein- und Ausfahrt zum Ärztehaus liegt. Noch dazu wird der enge Gehsteig dort vor allem auch von Kindern genutzt, die auf dem Weg zur Schule sind. Bislang hat sich der Gemeinderat wegen der hohen Kosten und gewisser rechtlicher Unsicherheiten noch nicht für eine Überwachung des fließenden Verkehrs erwärmen können. Angesichts der Messergebnisse, sollte sich der Gemeinderat doch noch einmal mit dem Thema beschäftigen.
Hier die Ergebnisse:
zellerstrasserichtungmargetshoechheim.pdf [143 KB]
zellerstrasserichtungzell.pdf [150 KB]



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Viel Pulverdampf für viel Geld

11.12.19: In den letzten Wochen wurde immer häufiger über die Silvesterknallerei und ihre Schattenseiten diskutiert, da immer mehr Kommunen das Silvesterfeuerwerk verbieten. Ein generelles Verbot ist allerdings nicht möglich, lediglich in besonders gefährdeten Bereiche wie etwa in der Würzburger Innenstadt oder auf der Festung ist das möglich. Generell verboten ist die Knallerei im Bereich von Kirchen, Krankenhäusern oder Fachwerkhäusern. Und das sicher nicht ohne Grund. Vor Jahren brannte zum Beispiel ein Haus mitten in der eng bebauten Kitzinger Innenstadt.
Da sich noch vor etlichen Jahren auch in Margetshöchheim vor allem in der Mainstraße zwischen Rathaus und Pointstraße teilweise dramatische Szenen abspielten, erließ die Gemeinde eine Sicherheitssatzung, nach der in diesem Bereich das Abschießen von Raketen und Böllern sowie das Mitbringen von harten Alkoholika verboten ist. Damals wurde teilweise gezielt mit Raketen auf die historischen Fassaden gefeuert, es gab Schlägereien und auch Sachbeschädigungen und nicht zuletzt Berge von Müll und Scherben, was früher die Anlieger und mit dem Beginn der Amtszeit von Bürgermeister Brohm die Gemeindearbeiter entfernen durften. Überwacht wird das Verbot der Silvesterknallerei seit vielen Jahren durch Security-Mitarbeiter. Anfangs gab es sogar Durchlasskontrollen an Absperrgittern und extra einen Security-Mitarbeiter auf dem Steg mit Schäferhund. Mittlerweile hat sich die Lage im zentralen Bereich der Mainstraße weitgehend entspannt.
Inzwischen geht es allerdings längst nicht mehr nur um Brandgefahr und Randale. Weltweit setzt ein Umdenken ein, da an Silvester etwa 15 % der im Jahr auftretenden Feinstaubbelastung in die Luft geblasen werden. Mittlerweile sind gerade an den bunten Feuerwerkseffekten immer mehr hochtoxische Stoffe beteiligt. Das sind auch die Gründe, warum der Gemeinderat an die Bevölkerung appelliert, auf das Feuerwerk zu verzichten und das eingesparte Geld lieber für einen guten Zweck zu spenden.
Man sollte auch nicht vergessen, dass die Silvesterknallerei vor allem für Haus- und Wildtiere ein Martyrium ist. Vor einigen Jahren brachen verängstigte Schafe aus ihrer Umzäunung aus, einige verhedderten sich darin und kamen zu Tode. Es gibt sogar einige Bürger, die sich an Silvester mit ihrem Haustier ins Auto setzen und auf der Autobahn Richtung Aschaffenburg und zurück fahren, um ihrem Tier die Todesangst zu ersparen.
Dass die Gemeinde bei der Einschränkung der Knallerei ein Vorreiter ist, ist lobenswert. Man kann nur hoffen, dass diese Einstellung auch gilt, wenn es bei der nächsten MainArt wieder darum geht, ein Feuerwerk zu veranstalten.



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Geht´s noch?

6.12.19: Der Spielplatz in der Nordstraße, der seit 9 Monaten auf den Abschluss der Sanierung wartet, hat vorgestern wieder Besuch von Arbeitern der mit der Sanierung beauftragten Firma bekommen. Nachdem die Anlage eigentlich endlich fertig war, stellte man fest, dass beim Karussell der Abstand zum Erdboden entgegen der Vorschrift zu gering war. Deswegen bauten die Arbeiter das Spielgerät mit Hilfe eines Presslufthammers wieder aus, um es danach in der richtigen Höhe wieder einzubauen.



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Geschmackssache?

3.12.19: Der Röttinger Stadtbalkon wurde bereits zum zweiten Mal für seine Architektur ausgezeichnet, zuletzt mit dem Bayerischen Tourismus Architektur Preis. Da die Planer auch die Altortsanierung in Margetshöchheim betreuen, kann man nur hoffen, dass uns solche preiswürdigen Details erspart bleiben. Uns reichen schon die in der Mainpromenade vorgesehenen Betonbänke des von der Gemeinde beauftragten Landschaftsplaners.



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Stadtbalkon




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Reif für die Prunksitzung

2.12.19: Wenn sich eine Maßnahme unverhältnismäßig in die Länge zieht, denkt man meist an den Hauptstadtflughafen, der seit vielen Jahren auf sich warten lässt. In Margetshöchheim dachte man da bislang eher an den neuen Mainsteg, dessen Neubau seit deutlich über einem Jahrzehnt auf sich warten lässt. Zumindest gefühlt macht dem neuen Mainsteg nun die Sanierung des Nordstraßenspielplatzes Konkurrenz, der seit mindestens 9 Monaten gesperrt ist und wohl heuer auch nicht mehr eröffnet wird. Wir haben darüber bereits mehrfach berichtet, zum Beispiel hier: Spielplatz Nordstraße verzögert sich weiter oder hier: Margetshöchheims Haupstadtflughafen
Als vor knapp 2 Wochen am Spielplatz wieder Arbeiter damit beschäftigt waren, die Mängel zu beheben, die sie vorher hinterlassen hatten, schöpften wir wieder einmal Hoffnung. Da hatten wir allerdings wieder einmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Für die Behebung der Schäden am Unterbau unter dem Fallschutz hatten die Mitarbeiter der Firma auch das Umfeld der Fallschutzfläche abgegraben, auf der etliche Wochen vorher Rollrasen verlegt worden war. Zu allem Überdruss füllten sie die Restfläche dann mit Erde auf und säten dort Gras ein. Da Rasen bekanntlich im Winter kaum wächst, falls der Samen bei den derzeitigen Temperaturen überhaupt keimt, kann man sich ausmalen, wann der Spielplatz wieder eröffnet werden kann. Andernfalls würde der frisch eingesäte Bereich sehr schnell zum Matschplatz.



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Bauernopfer?

29.11.19: In den letzten Wochen haben die Landwirte mit ihren Protesten Furore gemacht, auch in den Medien. Dabei ist der Unmut der Landwirte in vielen Fällen nur vordergründig berechtigt. Grundsätzlich gilt, dass man längst nicht alle Landwirte und auch nicht ihre Kritiker über einen Kamm scheren kann. Dazu sind die Probleme zu vielschichtig.

1. Behauptung: Die Bauern seien die Buhmänner der Nation. Davon kann keine Rede sein. In Anbetracht der Umweltprobleme im Bereich der Landbewirtschaftung müssen sich auch die Landwirte der Kritik stellen. Man hat eher den Eindruck, dass es die Landwirte vor allem stört, dass sich ihre politischen Fürsprecher inzwischen zumindest etwas von der sonst üblichen Hätschel-Politik gegenüber dem Bauernstand verabschiedet haben. Es reicht eben nicht, jahrzehntelang sich als die eigentlichen Grünen darzustellen.

2. Behauptung: Die Bauern würden durch die Reformen in der Landwirtschaftspolitik gegängelt und in ihrer Existenz gefährdet. Besonders in Bayern werden von den Landwirten gerne Birnen mit Äpfeln verglichen und mit Vorliebe gegen das Volksbegehren "Rettet die Bienen" polemisiert. Dabei kommen die Einschränkungen vor allem durch die Düngevorschriften wegen der hohen Nitratbelastung des Grundwassers. Und diese Vorschriften kommen nicht von der Umweltpolitik, sondern von der Landwirtschaftsbürokratie.

3. Behauptung: Die Landwirtschaft sei gar nicht das Problem bei der Nitratbelastung. Das ist eindeutig falsch. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Landwirte Brunnenvergifter wären. Es gibt durchaus Regionen, in denen die Nitratbelastung des Grundwassers auch bei ordnungsgemäßer Landwirtschaft nicht (so schnell oder kaum) unter den Grenzwert gesenkt werden kann. Das liegt einerseits an Altlasten früherer Bewirtschaftungsmethoden, aber auch an extrem durchlässigen Böden und neuerdings an der extremen Trockenheit. In Margetshöchheim leben wir in so einer Problemregion.
In Regionen mit extremer Massentierhaltung ist das Problem allerdings hausgemacht. Verantwortlich sind dafür einerseits die Landwirtschaftspolitik, die den Trend zur Massentierhaltung und damit auch zur Ausbringung von riesigen Güllemengen noch gefördert hat, aber auch der Bauernverband, der lange Zeit hier willig mitgewirkt hat.
Politik, Bauernverband und Landwirte haben sich jahrelang sehenden Auges gegen effektive Maßnahmen gegen die Nitratbelastung gewehrt und die Forderungen der EU und der Fachleute ignoriert. Dass es nun zu drastischen Auflagen kommt, trifft die Landwirte verständlicherweise hart. Andererseits geht es beim Lebensmittel Trinkwasser um die Gesundheit der Bevölkerung, so dass man nicht mehr auf Freiwilligkeit und Kuhhandel setzen kann.

4. Behauptung: Die Landwirte sehen sich allein gelassen und beklagen die unrealistischen Vorgaben der Bürokratie. Dieser Vorwurf ist leider vielfach berechtigt. Vieles, was nicht nur auf EU-Ebene, sondern auch auf nationaler und bayerischer Ebene ausgeheckt wird, geht an der Realität vorbei.

5. Behauptung: Die Förderrichtlinien für die Landwirtschaft sind vielfach kontraproduktiv und honorieren umweltverträgliches Wirtschaften von Landwirten nicht. Dem kann man nur zustimmen. Sinnvoll wäre, nicht mehr die bewirtschaftete Fläche pro Hektar nach dem Gießkannenverfahren zu bezuschussen, sondern drastische Auflagen und Vorgaben für Natur, Umwelt und Landschaft so zu honorieren, dass die Landwirte für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe auch ein gesichertes Auskommen garantiert bekommen. Irgendwelche Almosen wären hier deplatziert und wenig hilfreich.

Ergänzend ist festzustellen: Die Probleme zwischen Landwirtschaft und Umwelt sind so vielschichtig und Komplex, dass sie hier nur verkürzt dargestellt werden können.
Zum Thema Nitrat und Landwirtschaft verweisen wir auf die interessante Darstellung im T-Online-Portal:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_86888548/landwirte-beschweren-sich-nitrat-im-grundwasser-nur-gelogen-der-faktencheck.html



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man könnte , sollte, müsste ...

14.11.19: Normalerweise informieren wir Sie spätestens am übernächsten Tag nach einer Gemeinderats- oder Bauausschusssitzung über deren Ergebnis. Da bei der Gemeinderatssitzung am 12.11. der Tagesordnungspunkt Zeilweg-Spielplatz breiten Raum eingenommen hat, berichten wir heute ausführlich darüber. Über die restlichen Tagesordnungspunkte informieren wir Sie morgen.
Bereits am 12.11. haben wir die Sicht der MM ausführlich dargelegt: Spielplatzstandort neben dem Kindergarten? . Kurz zusammengefasst schätzten wir die Situation für einen Spielplatz neben dem Kindergartengelände so ein: Prinzipiell wäre der Standort optimal. Voraussetzung ist jedoch, dass der daneben auf dem Außengelände des Kindergartens vorgesehene Erweiterungsbau für eine mehrgruppige Kinderkrippe dort wirklich möglich ist und die Spielflächen des Kindergartens nicht über Gebühr einschränken wird. Sonst müsste nämlich ein Teil der jetzt für den Spielplatz vorgesehenen Fläche in Anspruch genommen werden. Da für den Bau eines Erweiterungsgebäudes mangels anderer freier Flächen mit Sicherheit Teile des geplanten Spielplatzes in der Bauphase als Lagerplatz für Baumaschinen und Baumaterialien in Anspruch genommen werden, müsste vor einer Vergabe der gut 24.000 € teuren Planung für den Spielplatz geklärt sein, ob dann zumindest während der Bauzeit überhaupt noch genügend Raum für den Spielplatz frei ist. Dreh- und Angelpunkt ist natürlich zu allererst die Frage, ob der Erweiterungsbau tatsächlich beim derzeitigen Kindergarten errichtet werden kann und soll, was für die MM nach den bisherigen Diskussionen und wohl auch bei der Mehrheit der Gemeinderäte unstrittig war. Die MM legte großen Wert auf eine schnelle Klärung der Sachverhalte, damit der Spielplatz am Zeilweg auf einer verlässlichen Basis zeitnah geplant und verwirklicht werden kann.
Prinzipiell stimmte der Gemeinderat der MM-Argumentation zu, so dass derzeit noch kein Planungsauftrag für den Spielplatz vergeben wird und erst die Rahmenbedingungen abgeklärt werden sollen. Widerspruch gegen den Standort für den Erweiterungsbau der Kindertagesstätte am bestehenden Kindergartenstandort kam dann allerdings von der SPD-Fraktion, die zum wiederholten Mal den Standort auf dem Klostergelände favorisierte, wo früher einmal der Kindergarten war. Darüber war bereits mehrfach diskutiert worden. Hintergrund war auch, dass die Situation im Kindergarten bis vor kurzem in vielerlei Hinsicht nicht optimal war und die Kirchenstiftung als Träger nicht mehr funktionsfähig ist, seit es praktisch keine Kirchenverwaltung mehr am Ort gibt. Mittlerweile hat Bürgermeister Brohm die Verantwortung für die Kindergartenleitung übernommen, obwohl er dafür als Bürgermeister gar nicht zuständig ist. Durch sein engagiertes Vorgehen hat sich die Situation im Kindergarten deutlich gebessert, wozu auch der von ihm in die Wege geleitete Wechsel in der Kindergartenleitung beitrug.

Warum ist ein Erweiterungsbau der Kindertagesstätte am bisherigen Kindergartengelände sinnvoll?
- Bei zwei Kindergärten bräuchten wir zwei Träger mit zwei Leitungsteams und den entsprechenden Sozialräumen usw., was am bisherigen Standort bereits vorhanden ist. Unter dem Strich also eine kostspielige Angelegenheit. Am Kindergartengelände gäbe es dagegen mit Sicherheit Synergieeffekte.
- Planungsrechtlich gibt es dort keine Probleme, da der Kindergarten bereits besteht.
- Ideal ist auch, dass man bei Veränderungen in der Besucherfrequenz jederzeit flexibel bei der Raumbelegung und bei der Personalabdeckung in Kindergarten und Kinderkrippe reagieren kann.
- Da wegen Raummangels derzeit zwei Gruppen als Notgruppen im Turnraum und in der Verbandsschule untergebracht sind, die nur noch für zweieinhalb Jahre eine Ausnahmegenehmigung besitzen, ist keine Zeit zu verlieren. Planung, Genehmigung und Realisierung des Erweiterungsbaus sind am derzeitigen Standort mit Sicherheit am schnellsten zu realisieren. Man muss auch bedenken, dass bei der anstehenden 20 Millionen teuren Generalsanierung der Verbandsschule die dortige Notgruppe auf jeden Fall ausziehen muss.
- Auf dem Kindergartengelände bietet sich eine Modulbauweise mit Fertigelementen an, was sich günstig auf die Bauzeit und die Baukosten auswirkt.
- Und letztendlich ist das Grundstück in der Hand der Gemeinde.
- Alles in allem ist ein Erweiterungsbau am Kindergarten schneller und deutlich billiger zu realisieren.

Warum ist der Standort Klostergelände wenig geeignet?
- Das Klostergelände gehört zwar noch der Kirche, soll aber von der Gemeinde für 200.000 € erworben werden. Bürgermeister Brohm rechnet in Kürze damit. Wir sind angesichts der Haltung der Diözese gerade in Grundstücksfragen nicht so optimistisch.
- Alle Gebäude auf dem Gelände sind mehr oder weniger in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand. Falls sie überhaupt saniert werden können, wird der Aufwand zeitlich wie finanziell enorm sein. Da ändert es auch wenig, dass sich die Gemeinde nennenswerte Zuschüsse im Rahmen der Altortsanierung erwartet.
- Wir können davon ausgehen, dass sich die Diözese im Kaufvertrag weitreichende Garantien dafür verankern lässt, dass die kirchlichen Einrichtungen und Organisationen in den sanierten Gebäuden erhebliche Nutzungsrechte verbriefen lässt.
- Ein kirchlich-weltliches Gemeindezentrum, wie es sich Bürgermeister Brohm vorstellt, bedeutet nicht nur einen erheblichen Planungsgaufwand, sondern mit Sicherheit bereits im Vorfeld sowohl im Gemeinderat wie auch in der Öffentlichkeit und bei den Vereinen eine lange Phase von Diskussionen und Umplanungswünschen.
- Der eigentliche Klostergarten, der nach den Vorstellungen der SPD auf einmal ebenfalls überbaut werden könnte, ist im Rahmenplan für die Altortsanierung als unbedingt zu erhaltende Grünfläche eingetragen, um das Ortsklima im Innenort zu verbessern, was angesichts des Klimawandels wichtiger denn je ist. Die SPD hatte vor einigen Jahren dort einen Bürgergarten gefordert und zusammen mit der MM die dort geplante Bebauung verhindert. Soll das jetzt auf einmal alles überbaut werden, zumal Bürgermeister Brohm bereits angekündigt hat, dass man dort auch an eine Vermarktung als Bauland plane, um die enormen Kosten etwas abzufedern?

Das bedeutet:
Eine Kinderkrippe auf dem Klostergarten wird sehr teuer und erst in etlichen Jahren beziehbar. Nach dem Trauerspiel mit der bis heute brachliegenden Neubauruine für die Kinderkrippe können wir den Eltern mit kleinen Kindern weitere langwierige Verzögerungen nicht mehr zumuten und schon gar keine Zwischenlösungen in noch mehr Containern, wie sie SPD-Gemeinderätin Haupt-Kreutzer angedacht hat.
Es muss uns auch klar sein: Wenn nicht baldmöglichst Sicherheit besteht, wo die Kindertagesstätte erweitert oder neu gebaut wird, bekommen wir nicht nur ein Problem mit der gesetzlich vorgeschriebenen Vorhaltung von Betreuungsplätzen, sondern wir können auch den seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr vorhandenen Zeilwegspielplatz nicht auf den Weg bringen. Wir können uns dann das Gerede sparen, dass wir den Ort für junge Familien mit Kindern attraktiv machen wollen. Heute ist eine gute Kinderbetreuung mit der wichtigste Standortfaktor. Wir dürfen uns nicht länger mit "man dürfte, man sollte, man müsste" aufhalten. Es ist an der Zeit, zu handeln.


Angesichts der eindeutigen Lage haben wir wenig Verständnis dafür, dass Frau Kircher von der SPD-Fraktion wie schon in etlichen anderen Fällen erst einmal eine Planung für beide Varianten einfordert. Die Einschaltung eines Architekten für einen Standort der mit Sicherheit wesentlich kostspieliger und voller Unwägbarkeiten ist, macht den dringend nötigen Erweiterungsbau nicht nur teurer, sondern wird den Fertigstellungstermin noch unwägbar in die Länge ziehen. Schließlich wäre eine erforderliche Überplanung des gesamten Klosterareals mit Sicherheit in jeder Hinsicht ein Fass ohne Boden. Leider muss man nach dem etwas konfusen Verlauf der Gemeinderatssitzung davon ausgehen, dass konkrete Schritte zur Realisierung des Spielplatzes und der Kinderkrippenerweiterung zunächst einmal auuf Eis liegen.

Da kommt uns das bekannte Zitat von Bert Brecht in den Sinn:

Ja, mach nur einen Plan
sei nur ein großes Licht
und mach dann noch 'nen zweiten Plan
gehn tun sie beide nicht.
Bertolt Brecht, Dreigroschenoper



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Dummheit first

7.11.19: US-Präsident Trump hat nun endgültig den Ausstieg aus dem internationalen Klimaabkommen vor seinen jubelnden Anhängern verkündet. Ihm geht es wohl darum, aus der bodenlosen Dummheit seiner Anhänger Kapital für seine Wiederwahl zu schlagen. Wer etwas Grips in der Birne hat, dürfte eigentlich nicht auf die dreisten Lügen von der sauberen amerikanischen Kohle und der tollen Energie aus der extrem umweltschädlichen Fracking-Förderung hereinfallen. In Gods own land der unbegrenzten Dümmlichkeiten ist allerdings auch dieser Anschlag auf die Zukunft der Menschheit möglich. Dass gerade jetzt über 11.000 Forscher vor unsäglichem Leid durch die immer schneller fortschreitende Erderwärmung warnen, juckt dieses egoistische Konglomerat aus Bigotterie und Dummheit herzlich wenig.
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_86754652/ueber-11-000-forscher-warnen-vor-unsaeglichem-leid-.html

Allzu überheblich dürfen wir allerdings nicht über den großen Teich schauen, schließlich sind es bei uns immerhin auch schon bis zu 25 %, die einer Partei hinterherrennen, die ebenfalls die Klimawandelleugnung auf ihre Fahnen geschrieben hat. Zumindest im Osten unseres Landes.



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Gehen die 7 fetten Jahre zu Ende?

4.11.19: Das biblische Gleichnis von den 7 fetten Jahren, die von 7 mageren Jahren abgelöst werden, wird oft bemüht, wenn sich das Ende einer wirtschaftlich besonders guten Zeit anbahnt. Derzeit könnte weltweit wieder einmal eine solche "magere" Zeit drohen. Das würde natürlich auch die Kommunen treffen, die stark von staatlichen Zuschüssen abhängig sind. Deshalb könnte es nicht schaden, wenn man sich darauf einstellt, dass der Gürtel vielleicht etwas enger geschnallt werden muss. Die dann nicht mehr so reichlich sprudelnden Steuereinnahmen schlagen dann natürlich auch auf die staatlichen Zuschüsse durch. Für Margetshöchheim würde sich das wahrscheinlich vor allem auf die Mittel für die Altortsanierung und sicher auch auf das Programm "Innen statt außen" auswirken, das derzeit mit 80 % Zuschuss lockt Innen statt außen (ISA) .

Dazu passt die Meldung vor wenigen Tagen:
In den kommenden Jahren steht weniger Steuergeld zur Verfügung. Bund, Länder und Kommunen müssen im nächsten Jahr mit 1,7 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen als bisher erwartet. Bis 2023 rechnen die Steuerschätzer wegen der trüben Konjunktur sogar mit insgesamt 7,1 Milliarden Euro weniger als bei der Steuerschätzung im Mai angenommen, wie das Finanzministerium am Mittwoch in Berlin bekanntgab.

Angesichts dieser Aussichten und der vielen teuren Baustellen, die in den kommenden Jahren anstehen, ist es ratsam, Planungen mit Augenmaß zu begleiten und auf teure Wahlversprechen zu verzichten.



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Baustellenjahre

24.10.19: Es ist eine Binsenweisheit, dass Neues immer Baustellen mit sich bringt und diese meist Umwege, Lärm und Unannehmlichkeiten. Wer nicht den Glauben an Baubeginnsankündigungen verloren hat, der kann sich darauf einstellen, dass ab 2020 in Margetshöchheim das Zeitalter der "Großbaumaßnahmen " anbricht. So soll der Neubau des Mainstegs im März 2020 (angeblich) nun endlich beginnen und gleichzeitig auch der Bauabschnitt I der Mainpromenade abgewickelt werden. In den Folgejahren folgen dann, wenn noch Geld vorhanden ist, der Abriss des alten Stegs, die Bauabschnitte II und III der Mainpromenade, die mit 20 Millionen Euro veranschlagte Sanierung der Verbandsschule und irgendwann wohl auch die neue Gaststätte in der Mainstraße. Einen kleinen Vorgeschmack bietet die umbaubedingte Sperrung der Dorfstraße für etliche Monate.
Allein ab dem nächsten Jahr ist durch den Stegbau mit etlichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen, da der zukünftige Parkplatz am Fahrweg (gegenüber dem Seglergelände) als Lager für Baustoffe und Baumaschinen dient und auch der Fahrweg nicht mehr genutzt werden kann. Das bedeutet, dass der Radverkehr ab dem Sportheim in die Würzburger Straße umgeleitet wird. Ob man dann erst über die Falkenstraße wieder auf den Radweg am Main geleitet wird oder schon über die Pointstraße, ist derzeit noch unklar. Es spricht vieles für eine Umleitung durch die Pointstraße, da die Radfahrer sonst durch die Engstelle fahren müssten und außerdem ein Teil der Radfahrer ja auch über den Steg nach Veitshöchheim fahren will.
Die Fußgänger sollen über einen provisorischen Pfad am Rande des Baustofflagers zum Radweg am Main geleitet werden. Auch da wird es mit Sicherheit zu Problemen kommen, da gleichzeitig die "Mainpromenade" zwischen dem Sportplatz und dem Steinernen Weg ausgebaut werden soll. Es rächt sich also, dass man nicht auf die MM gehört hat, die seit Jahren darauf hingewiesen hat, dass der Bauabschnitt I zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz vorrangig ausgebaut werden muss.
Es wird also mit Sicherheit eng in Margetshöchheim. Auch bei den Parkplätzen im Umfeld des Sportgeländes ist mit erheblichen Problemen zu rechnen.



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Für wen investiert Margetshöchheim?

18.10.19: In den kommenden Jahren investiert die Gemeinde Margetshöchheim einige Millionen in die sog. Mainpromenade zwischen dem Sportplatz und dem Rathaus. Wenn dadurch die Lebensqualität der Margetshöchheimer Bevölkerung verbessert wird, ist nichts dagegen einzuwenden. Vorausgesetzt, das nötige Kleingeld ist vorhanden und die Maßnahme bringt tatsächlich etwas für die Margetshöchheimer.
Schon im Vorfeld der aufwändigen Planungen zeigt sich allerdings, dass kleinere Maßnahmen oft gut ankommen, dass also hochtrabende teure Projekte nicht immer der große Renner sind. Das gilt zum Beispiel für die Liegebänke am Main, die nicht nur, aber vor allem von Radfahrern angenommen werden, die dort eine Ruhepause einlegen. Das sei ihnen gegönnt. Auch bei den bestehenden Spielplätzen zeigt sich, dass altbewährte Geräte wie Schaukeln und Wippen oft am meisten angenommen werden.
Wenn allerdings teure Prestigeobjekte wie der geplante Spielplatz in der Nähe des neuen Stegs realisiert werden, die an diesem Standort wenig Sinn machen und bestenfalls auf Radtouristen Eindruck machen, ist Kritik angebracht. Ähnlich verhält es sich mit den am Steg geplanten Wohnmobilstandplätzen. Es ist eine Milchmädchenrechnung, wenn man annimmt, dass diese Art von Tourismus das große Geld im Ort lässt. Da fragt man sich schon, wo denn? Selbst für die gegenwärtige und zukünftige Gastronomie längs des Radwegs wird die Mainpromenade keine Goldgrube sein, allenfalls für die auf der Veitshöchheimer Seite, die an diesem Standort durch den Steg besonders gut erreichbar sein wird.
Die typischen Radtouristen, die mainaufwärts radeln, wollen in der Regel nach Würzburg oder Veitshöchheim. Und auch wenn sie von Würzburg kommen, machen sie bestimmt nicht schon in einer Margetshöchheimer Gastwirtschaft Station. Deshalb ist es wesentlich sinnvoller, sich auf die Maßnahmen zu beschränken, die vor allem den Bewohnern und Anwohnern zugutekommen. Auch im Übernachtungsbereich zeigt sich übrigens, dass selbst durch die relativ geringe Zahl von Touristen es im Altortbereich der Mainstraße erhebliche Probleme mit den parkenden Fahrzeugen gibt, so dass die Anwohner oft das Nachsehen haben.

Dazu passt eine Äußerung des Veitshöchheimer Altbürgermeisters im privaten Gespräch vor einigen Wochen: Nach der Eröffnung des Spielplatzes an der Veitshöchheimer Mainlände wichen die Veitshöchheimer wegen des großen Andrangs lieber auf andere Spielplätze im Ort aus.



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Bewegung beim Zeilwegspielplatz

7.10.19: Seit fast einem Jahrzehnt hat der Zeilweg, Margetshöchheims größtes Neubaugebiet, keinen Spielplatz mehr, weil dort die Container als Notunterkunft für die Kinderkrippe stehen. Die Hoffnung, dass die damals fast nagelneue Kinderkrippe bald saniert und das Spielplatzgelände zeitnah wieder seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt werden kann, hat sich schnell zerschlagen. Vor einem Jahr unternahm man in der Gemeinde wieder einmal einen Anlauf, einen Ersatzstandort für den Spielplatz zu finden. So fragte man bei den Eigentümern eines Bauplatzes nach und suchte im Umfeld der Schule eine geeignete Fläche. Beides zerschlug sich, weil der Bauplatz nicht langfristig zu pachten war und die Flächen an der Schule zu steil.
Deshalb schlug die MM in der Septembersitzung des Gemeinderats vor, auf der Fläche neben der Spargelhütte, die im Flächennutzungsplan als Mischgebiet ausgewiesen ist, einen Spielplatz anzulegen. Hintergrund war, dass die Gemeinde seit kurzem dort alle erforderlichen Flächen besitzt. da fragt man sich schon ... und möglicher Spielplatz
Im Gemeinderat war man von diesem Vorschlag offensichtlich wenig begeistert und wollte erst einmal alle sonstigen Möglichkeiten untersuchen. Die Gemeinde legte nun für die Oktobersitzung die Bewertung weiterer Varianten vor: Gemeinderatssitzung am 8.10.19 Tagesordnungspunkt 4
- Es gibt zwar im Zeilweggebiet noch einige freie Bauplätze, es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass eine dieser Flächen für 20 Jahre an die Gemeinde als Spielplatzfläche verpachtet wird. Wegen der hohen Investitionen für einen Spielplatz würde eine kürzere Frist auch kaum Sinn machen.
- Es war auch von Anfang an klar, dass die Mitbenutzung des Kindergartenaußenbereichs ab dem späten Nachmittag, den SPD-Gemeinderätin Kircher ins Spiel gebracht hatte, unrealistisch ist. Wegen der Gefahr von Vandalismus und Verschmutzung scheidet dies nach Ansicht der Fachaufsicht aus.
- Die Teilrevitalisierung des ursprünglichen Spielplatzes, auf dem derzeit die Krippencontainer stehen, dürfte ebenfalls in den nächsten Jahren wenig realistisch sein, da momentan noch gar nicht feststeht, ob dort der Erweiterungsbau für den Kindergarten tatsächlich entsteht und in wieviel Jahren die Bauarbeiten beendet sein werden.
- Eine Nutzung der Flächen im Umfeld der Schule wäre prinzipiell durchaus denkbar, wenn die vorgesehene Fläche nicht ebenfalls in privater Hand wäre. Sie liegt zwar ebenfalls am Rande des Baugebiets Zeilweg, könnte aber auch von Familien aus dem Baugebiet Grabenhügel genutzt werden.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass alle Provisorien etwa durch Anpachtung von privater Hand keinen Sinn machen. Wenn nämlich nach 10 oder 20 Jahren die privaten Bauflächen gekündigt und bebaut werden, kann man sicher sein, dass dann im Zeilweggebiet erst recht keine Fläche mehr frei ist. Auch die nicht, die die Gemeinde nördlich der Spargelhütte besitzt. Die Gemeinde hat nämlich dort offensichtlich andere Pläne.
Mittlerweile hat übrigens die Feuerwehrführung darauf hingewiesen, dass das bestehende Feuerwehrhaus wegen der beengten Situation keine Dauerlösung sein kann und zumindest in absehbarer Zeit ein Ersatzbau zwingend erforderlich ist. Dafür war bislang vor allem das Gebiet an der Zeilwegeinfahrt im Gespräch. Damit wäre eine offensichtlich von der Gemeinde gewünschte gewerbliche Nutzung zwar nicht unmöglich, aber deutlich eingeschränkt. Ein Feuerwehrneubau und ein Spielplatz würden sich angesichts der großen Fläche aber ebenfalls nicht ausschließen.

Egal, was der Gemeinderat nun entscheidet, eines hat der MM-Antrag auf jeden Fall gebracht: Über den fehlenden Zeilwegspielplatz wird jetzt nicht nur geredet, sondern man muss sich nun tatsächlich ernsthaft mit der Standortsuche beschäftigen.



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wie im finsteren Mittelalter

29.9.19: Die Main-Post berichtete gestern unter der Schlagzeile "Schwur sollte Abweichler entlarven" von einem Vorfall in Karlstein, wo früher alle drei Bürgermeisterposten traditionell von der CSU besetzt wurden. Dort hatte der Gemeinderat trotz der absoluten CSU-Mehrheit bei einer Nachwahl mit 11 zu 10 Stimmen nicht die CSU-Kandidatin, sondern einen SPD-Gemeinderat als 3. Bürgermeister gewählt. Nun begann in der CSU die Suche nach dem Abweichler, der es gewagt hatte, für einen SPD-Mann zu stimmen. Das gipfelte schließlich darin, dass einer der CSU-Ortsvorsitzenden in einer internen Sitzung eine Bibel hervorholte und die Fraktionsmitglieder aufforderte, nacheinander auf die Bibel zu schwören, dass er für die CSU-Kollegin und nicht für den SPD-Mann gestimmt habe. Lediglich der 2. Bürgermeister, ein pensionierter Gymnasiallehrer für Religion, Latein und Geschichte, spielte da nicht mit und erklärte "Ich schwöre, dass ich nur nach meinem Gewissen gewählt habe", was ihm parteiintern offensichtlich mächtig Ärger eingebracht hat.
Da Wahlen nach der Gemeindeordnung geheim sind, fragt es sich schon, ob die CSU-Gemeinderäte ein gestörtes Verhältnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben. Eigentlich wären die Herrschaften ein Fall für den berühmt-berüchtigten Radikalenerlass. Auf jeden Fall fühlt man sich an fundamentalistische mittelalterliche Bräuche erinnert. Oder auch an die Neuzeit, denn die Hexenverbrennungen fanden ja nicht im Mittelalter, sondern erst in der Neuzeit statt.
Der betroffene CSU-Kommunalpolitiker kann ja von Glück reden, dass er nicht auf den Koran, sondern nur auf die Bibel schwören musste. Immerhin gibt es in Karlstein noch keine Scharia, aber das kann ja angesichts solcher Praktiken noch kommen.



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Diese Bänke brauchen wir nicht

27.9.19: Im Rahmen der Altortsanierung will das mit der Planung beauftragte Büro arc.grün mitten auf dem zentralen Platz der Mainstraße, etwa dort, wo jetzt die Grünfläche ist, vier Betonbänke aufbauen, die von einigen Bäumchen kaschiert werden. Wir können schon heute garantieren, dass sich dort kaum jemand niederlassen wird. Betonbänke: Nein danke!
Seit dem letzten Jahr stehen am Mainufer in Stegnähe zwei Liegebänke, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Heuer kamen zwei weitere hinzu, die in der Nähe des Spielplatzes stehen.
Alle vier stehen am Ufer in Richtung Veitshöchheim und werden trotz ihres respektablen Gewichts öfters hin und her gerückt. Bislang ist aber noch niemand auf die Idee gekommen, diese Bänke auf die Platzmitte zu stellen. Wir wollen gar nicht behaupten, dass der Blick auf Veitshöchheim so atemberaubend ist, dass dies der Grund ist. Ganz offensichtlich ist es der Blick aufs Wasser, der die Ruhebänke so attraktiv macht. Ähnliches gilt für die Schleusensteine am Ufer, die als Sitzgelegenheit sehr beliebt sind. Auch hier ist es der Blick auf den Main, der ihre Beliebtheit ausmacht. Es gibt also keinen Grund, mit diesen Betonmonstern, die sich allenfalls als Straßensperren eignen, die Schokoladenseite unseres Ortes zu verunstalten. Hoffentlich sehen das auch Bürgermeister Brohm und die anderen Fraktionen ein.



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da fragt man sich schon ...

22.9.19: Weil es seit einem knappen Jahrzehnt im Baugebiet Zeilweg keinen Spielplatz mehr gibt und kein Standort für eine solche Fläche in Sicht war, hatte die MM in der Gemeinderatssitzung am 10.9.19 vorgeschlagen, auf der Fläche nördlich der Spargelhütte einen Spielplatz anzulegen MM beantragt Zeilweg-Spielplatz und endlich wieder ein Spielplatz am Zeilweg? . Das Gelände hierfür ist nämlich seit kurzem im Eigentum der Gemeinde. Bei den anderen Fraktionen ist der MM-Antrag - milde ausgedrückt - auf Bedenken gestoßen. So schlug man als Alternative vor, die Kinder könnten ja im Zeilweggebiet nach Feierabend im Kindergartengelände oder auf dem Pausenhof der Verbandsschule spielen. Interessanterweise kam dieses Argument nicht, als es am 24.7. im Gemeinderat um den geplanten Spielplatz am Mainufer zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz ging, obwohl dort kaum Familien mit Kindern in der Nähe wohnen und auf Höhe der Seniorenanlage bereits ein Spielplatz vorhanden ist. Da hat man nicht argumentiert, dass die Kinder nach Feierabend im Kindergarten-Gelände oder auf dem Pausenhof der Schule oder am Spielplatz am Main etwas weiter nördlich spielen können. Offenbar will man am Mainufer lieber eine Million für das Spielplatzgelände und den kurzen Wegabschnitt am Main ausgeben.



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turbulente Gemeinderatssitzung?

4.9.19: Am 24.7.19 entschied der Gemeinderat über die Grundlagen für den Bauabschnitt I der zukünftigen Mainpromenade. Wenn man der Berichterstattung in der Presse glauben will, ging es bei der Sitzung recht hitzig und turbulent zu. So heiß, wie es sich anhört, ging es allerdings nicht zu. Da es beim Bauabschnitt I der Mainpromenade um eine Jahrhundertentscheidung ging, ist es allerdings verständlich, dass die verschiedenen Positionen mit Nachdruck vertreten wurden. Bürgermeister Brohm muss man attestieren, dass er im Gegensatz zu manchen Gemeinderatsmitgliedern bemüht ist, nichts übers Knie zu brechen und möglichst einen Kompromiss zu finden. Dazu passt auch, dass er die Gemeinderatsmitglieder umfassend informiert.
Dass ihm ab und zu auch mal der Gaul durchgeht, ist wohl seinem Naturell zuzuschreiben. Man muss auch zugeben, dass aus der CSU-Fraktion keine Schärfe in die Diskussion gebracht wurde. Umso verwunderlicher ist die Haltung mancher Mitglieder der SPD-Fraktion. Wenn Fraktionsvorsitzender Werner Stadler wenig Verständnis für die Sicherheitsbedenken etlicher Bürgerinnen und Bürger beim geplanten Spielplatz zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz hat und ihnen unterstellt, sie wollten den Spielplatz nur verhindern, ist das schwer nachzuvollziehen. Übertroffen wird das nur noch von seiner Fraktionskollegin Daniela Kircher, die beim Ortstermin heftigst auf die Einwände der Bürger reagierte und für einen Abbruch der Diskussion und die baldige Abstimmung im Gemeinderat plädierte. Dazu passte, dass sie sich in der entscheidenden Gemeinderatssitzung bei einem Redebeitrag des 2. Bürgermeisters Peter Etthöfer für eine Redezeitbegrenzung aussprach. Da es sich um ein Projekt mit Kosten von einer Million und einer Entscheidung für viele Jahrzehnte handelte, ist das nur schwer nachvollziehbar. Ganz abgesehen davon, dass es hier um eine Fläche im Landschaftsschutzgebiet und einen ortsbildprägenden Baumbestand geht, der als Naturdenkmal ausgewiesen ist.

Grundsätzlich sollte man im Gemeinderat nicht vergessen, dass das Gremium zwar die Entscheidungshoheit besitzt, dass die Bayerische Verfassung den Bürgern aber auch die Möglichkeit einräumt, mit dem Bürgerbegehren Entscheidungen des Gemeinderats zu korrigieren.



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Muss ein Spielplatz eingezäunt werden?

24.8.19: Bei der Diskussion um den Spielplatz im Bauabschnitt 1 der Mainpromenade zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz wurde sehr kontrovers darüber diskutiert, ob der Spielplatz eingezäunt werden muss oder nicht. Das planende Büro und die Gemeinde waren der Ansicht, dass dies nicht nötig sei. Viele Eltern und die MM sahen dies bei der Bürgerversammlung und beim Ortstermin anders. Angesichts der unmittelbaren Nähe zum Main und zum viel befahrenen Mainradweg plädierten sie vehement für eine Einzäunung. Schließlich erklärte sich Herr Wirth vom Büro arc.grün bereit, durch eine Berberitzenhecke den Spielplatz zum Main hin abzuschirmen. Da das Büro zwischenzeitlich seine Planung geändert und den Spielplatz in die Länge gezogen hat, dürfte diese Art der Abschirmung schwierig sein. Man kann also davon ausgehen, dass es nun doch zu keiner Absicherung des Spielgeländes kommen wird. Dabei wird es bei der derzeitigen Planung für Eltern noch schwieriger werden, ihre Kinder im Blick zu behalten. Dass besonders der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Diskussion das Gefahrenpotential mit drastischen Worten heruntergespielt hat, ist schon verwunderlich.
Selbst beim bestehenden Spielplatz am Main gibt es trotz der Einzäunung noch ein gewisses Gefahrenpotential, auf das Eltern die Gemeinde aufmerksam gemacht haben. Die Türe an der südlichen Stirnseite öffnet nämlich nach außen, so dass kleine Kinder ohne große Probleme aus dem Spielplatz direkt an den Main gelangen können. Auf der nördlichen Seite ist eine Pendeltüre angebracht, die ebenfalls keinerlei Barrierefunktion für kleine Ausreißer darstellt. Besonders problematisch ist dies für Tagesmütter, die gleich auf mehrere Kinder aufpassen müssen.



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keine Bereicherung

16.8.19: Margetshöchheims unverwechselbare Mainansicht wird vor allem durch die Pappelreihe am Ufer geprägt, seit etlichen Jahrzehnten auch durch die dort liegenden Segelboote. In den letzten Jahren hat allerdings die Zahl der Segelboote merklich abgenommen. Stattdessen haben dort immer mehr Motorboote ihre Liegeplätze. Die Anlieger bekommen dies vor allem an Wochenenden auch akustisch zu spüren, wenn manche Freizeitkapitäne ihre Außenbordmotoren kräftig aufdrehen. In letzter Zeit sorgte ein größeres stromlinienförmiges Motorboot auf dem Main durch entsprechende Geschwindigkeit und infernalisches Dröhnen für Furore. Offensichtlich hat da ein Bootseigner seine Auspuffanlage kräftig manipuliert.



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Beschäftigungstherapie für Roboter

1.7.19: Im Park der Seniorenanlage, der in der Planungsphase vom Bauherren gerne als Bürgerpark bezeichnet wurde, ist seit geraumer Zeit stunden-, manchmal auch tagelang ein Mähroboter damit beschäftigt, dem Rasen einen Kurzhaarschnitt zu verpassen, so dass nicht einmal die Gänseblümchen eine Chance haben. In einer Zeit, in der sterile Vorgärten und unnötiger Energieverbrauch ein Thema sind, muss die Frage erlaubt sein, ob es wirklich Sinn macht, dem Rasen regelmäßig einen Bonsaischnitt zu spendieren, um dann anschließend den Rasen ausgiebig zu wässern, damit der Rasen wieder schnell wächst. Und so weiter und so fort.



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macht Lärm Spaß oder krank?

30.6.19: Der Flugsportclub Würzburg kündigte für dieses Wochenende unter dem Motto "Würzburg fliegt 2019" ein besonderes Event an:
"Am Wochenende vom 29. und 30. Juni 2019 präsentieren wir der Region eine Airshow der Superlative am unterfränkischen Himmel.
Seien Sie gespannt und unser Gast im Juni"

Bereits gestern konnten die Anwohner des Flugplatzes am Schenkenturm in der Dürrbachau, in Veitshöchheim, Zell und Margetshöchheim mitbekommen, was die Hobbyflieger vom Schenkenturm ihnen rechtzeitig zum erholsamen Wochenende mit einer Airshow der Superlative an den unterfränkischen Himmel und in die Trommelfelle zauberten. Gespannt waren sie freilich nicht, weil sie die nervtötende Prozedur bereits seit Jahren kennen, ganz abgesehen von der üblichen Wochenend-Hobbyfliegerei, deren Geräuschkulisse manchen Wohngegenden eine gehörige Portion Lebensqualität raubt.
Aber nicht nur in der Luft, auch zu Wasser nervt der Lärm am Wochenende immer mehr. Neuerdings dröhnt ein stromlinienförmiges Motorboot mit krimineller Lautstärke mainauf- und abwärts, dass die Wände wackeln. In diesem Zusammenhang fragt man sich schon, warum gerade die Segelkameradschaft, die einem recht beschaulichen Sport nachgeht, unbedingt auch noch Motorboot-Führerscheine anbieten muss.



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Kirschen in Nachbars Garten

17.6.19: Nicht nur Peter Alexander schwärmte von den Kirschen in Nachbars Garten. Auch in Margetshöchheim gibt es derzeit, seit die ersten Kirschen rot wurden, immer mehr, die von den Kirschen auf Nachbars Wiese schwärmen und sich den Bauch voll schlagen, worüber die Kirschbaumbesitzer nicht gerade begeistert sind. Kommen sie auf ihr Grundstück, sind die Äste unten oft schon abgeleert, manchmal auch abgeschlitzt. Haben sie dann die lange Leiter an den meist noch längeren Kirschbäumen angeleitert, stellen sie, oben angekommen, häufig fest, dass offensichtlich auch die Stare Peter Alexanders Schlager kennen und ihnen bei der Ernte zuvorgekommen sind. Letztendlich können die Kirschbaumbesitzer froh sein, wenn sie heil wieder von der Leiter runtergekommen sind und sich nicht das Genick gebrochen haben, was früher, als Margetshöchheim ein klassisches Kirschenland war, gar nicht so selten vorkam.



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kritische Anmerkungen zu Europa

19.5.19: Kurz vor der Wahl zum Europäischen Parlament ist Europa in aller Munde. Jahrelang hat man die EU für alles und noch viel mehr verantwortlich gemacht hat, was man selber nicht verantworten wollte, obwohl man selbst daran mitgewirkt hatte: für Umweltauflagen, für die Krümmung der Banane und vieles andere mehr. Jetzt sieht selbst die CSU langsam ein, was alles auf dem Spiel steht, wenn Rechtspopulisten ihr Süppchen kochen und ihren Spaß daran haben, Europa zu destabilisieren. Die Brexitfans in England bieten uns einen Vorgeschmack auf das, was uns dann erwartet.
Unabhängig davon, dass die Deutschen - vor allem natürlich die deutsche Wirtschaft - deutlich vom gemeinsamen Markt profitieren, wäre ein starkes und geeintes Europa nicht nur für unseren Kontinent, sondern auch global enorm wichtig. Leider sind wir davon noch weit entfernt, weil das Prinzip der einstimmigen Entscheidungen die europäische Politik behindert und ausbremst. Verschärft wird dies noch durch die Osterweiterung, mit der man sich rechtspopulistische Regime eingehandelt hat, für die Solidarität und Rechtsstaatlichkeit Fremdwörter zu sein scheinen. Wer am kommenden Wochenende die Rechtsnationalisten wählt, der hat wohl verdrängt, dass Europa in den letzten Jahrzehnten eine historisch einmalige Friedensperiode erlebt und gelebt hat. E reicht schon, dass wir ohnmächtig mit ansehen müssen, wie Donald Trump mit seiner rechtsnationalen und hemdsärmeligen Politik nicht nur den Welthandel, sondern auch den Frieden in Teilen der Welt an den Rand des Abgrunds manövriert.



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OPA ist doch nicht der beste ...

15.5.19: Im Sommer soll die Umgehungsstraße auf Höhe von Zell wegen der Fahrbahnerneuerung komplett gesperrt werden, so dass die Margetshöchheimer den Umweg über Zellingen nehmen müssen. Um den Verkehrslärm zu verringern, soll offenporiger Asphalt (OPA), sog. „Flüsterasphalt“ eingebaut werden. Ein Margetshöchheimer Bürger, der sich mit der Materie auskennt, hat uns auf die Probleme beim Einsatz von OPA hingewiesen:

"Bzgl. des Einsatzes von OPA lohnt es sich, im Internet zu recherchieren. OPA ist kostenintensiver und hält nicht so lange wie normaler Asphaltbelag. Die Poren verstopfen durch Staub und Reifenabrieb, besonders bei Nässe wird die Fahrbahn glatt und die Haftung wird geringer. Weil Wasser in die Poren eindringt, zerstört im Winter oft Frostsprengung den Belag. Normaler Asphalt hält etwa 15 Jahre, OPA nur acht. Schon nach drei bis vier Jahren lässt die lärmreduzierende Wirkung drastisch nach.
Neben dem Straßenbelag spielt vor allem die Geschwindigkeit der Fahrzeuge beim Lärm eine Rolle. Sinnvoller als der Einsatz von OPA ist es deshalb, die Geschwindigkeit zu beschränken und entsprechend konsequent zu kontrollieren (enorme Lärmbelästigungen werden zudem von Motorrädern verursacht).
Die betreffenden Gemeinden sollten gemeinsam auf das Straßenbauamt zugehen, um diese unsinnige Planung mit OPA zu verhindern. Splittmastixasphalt ist ein bewährter Fahrbahnbelag, der dauerhaft und kostengünstig ist. Die aufgezeigten Nachteile sind dadurch zu vermeiden."



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Margetshöchheim, (k)ein Vorbild?

25.4.19: Ein Bürger schlug dem Erlabrunner Gemeinderat vor, doch nach dem Vorbild von Margetshöchheim Anschlagtafeln zu errichten. Er hätte seinen Wunsch besser nicht mit Fotos hinterlegt. Im April-Gemeindeblatt konnte man nämlich lesen: "Der Gemeinderat war mit überwiegender Mehrheit der Meinung, dass solche Anschlagtafeln nicht zur Verbesserung des Ortsbildes beitragen, da eine regelmäßige Pflege der Anschlagtafeln erforderlich sei. Auch die bildlich dargestellten Beispiele aus der Nachbargemeinde Margetshöchheim zeigen ein Sammelsurium von unterschiedlichen Angeboten, die mit Klammern, Reißnägeln oder Leim befestigt werden."
Obwohl die Margetshöchheimer Anschlagtafeln vor Jahrzehnten auf eine Initiative der MM zurückgehen, haben wir Verständnis für die Entscheidung des Erlabrunner Gemeinderats. Ein Schmuckstück sind sie wahrlich nicht. Diese Erkenntnis ist auch deswegen von Bedeutung, da im Rahmen der bevorstehenden Umgestaltung der Mainpartie sicher auch das Thema "Anschlagtafeln" eine Rolle spielen wird. Die MM hat zum Beispiel vorgeschlagen, den Bereich um die Entlüftungspoller der Fernwasserleitung, der immer zugänglich sein muss, für einen Info-Point zu nutzen. Um die Sicht auf das ortsbildprägende Heymanns-Haus nicht zu beeinträchtigen, kämen die derzeit üblichen Anschlagtafeln sicher nicht in Frage. Da bräuchte man schon eine grazile und möglichst transparente Konstruktion des Info-Points. Um einen Plakat- und Zettel-Wildwuchs zu vermeiden, böten sich allenfalls Schaukästen an.



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brandgefährlich

20.4.19: Nach einem extrem trockenen Jahr 2018, einem niederschlagsarmen Winter und einem bislang sehr trockenen Frühjahr besteht derzeit die erhebliche Gefahr, dass Wald und Flur durch offene Feuer großflächig in Brand geraten können. Deshalb sollte man tunlichst auf Osterfeuer oder die beliebten Maifeuer verzichten. Grundsätzlich sind Maifeiern auch nicht auf gemeindeeigenen Flächen in der Flur gestattet. Das gilt zum Beispiel auch für den Steinbruch.
Hinsichtlich der privaten Maifeiern in der Flur ist auch ein Beitrag aus der Erlabrunner Gemeinderatssitzung vom 7.2.19 von Interesse. Dort appellierte eine Gemeinderätin an die Gemeinde, "die Hauptakteure bei den Feierlichkeiten zum 1. Mai bzgl. Lautstärke und Rücksichtnahme auf die Bürger zu sensibilisieren." Das sollten sich auch die Feiernden in Margetshöchheim zu Herzen nehmen, von denen manche seit Jahren große Teile des Orts bis in die frühen Morgenstunden beschallen. Der 1. Mai ist kein Freibrief für massive Ruhestörung.



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Rettet uns vor den Insekten?

17.4.19: Dass der Schutz von Bienen und Insekten vielen ein Herzensanliegen ist, wollen wir gar nicht bezweifeln. Dass bei etlichen die Liebe zu Insekten - im Hause wie im Garten - sehr begrenzt ist, dürfte ein offenes Geheimnis sein. Man braucht sich nur einmal zu Beginn der Gartensaison die Baumarktprospekte ansehen. So pries einer in der letzten Woche auf einer ganzen Seite Insektenspray, Wespenspray, einen Insektenkiller "Power" und manches mehr an.
Dabei stehen neben Hornissen sogar Wespen unter Naturschutz: https://praxistipps.focus.de/stehen-wespen-unter-naturschutz-alle-infos_104882



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Ewiggestrige sind eine Schande immer und überall

10.4.19: Die MM hat sich auf dieser Website und in ihrem MM-Blättle bereits mehrmals eindeutig und ohne falsche Scheu mit dem Heldentod des jungen Baldersheimer Soldaten Alfred Eck befasst und ihre Hochachtung für diesen Patrioten zum Ausdruck gebracht, der in den letzten Kriegstagen 1945 seinen Heimatort vor der Zerstörung bewahrte und dafür von einem fanatischen Nazioffizier auf dem Auber Marktplatz aufgehängt wurde. Allein, dass wir offen darauf hinwiesen, dass einige ehrenwerte Zeitgenossen die Benennung der Auber Schule nach Alfred Eck hintertrieben haben, hat uns auch hier im Ort nicht nur Zuspruch gebracht. Ganz im Gegenteil, wir wurden deswegen übel beschimpft und verleumdet. Wir haben bereits mehrmals darüber berichtet: Vergangenheitsbewältigung, auch bei uns?
Am vergangenen Wochenende wurde nun im Auber Spitalmuseum eine Ausstellung über Alfred Eck eröffnet: https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Ausstellung-eroeffnet-Aub-gedenkt-der-Retter-von-Baldersheim;art736,10214602

Der durch seine hervorragenden Beiträge bekannte Main-Post-Journalist Thomas Fritz hat mit seinem "Standpunkt" unter der Überschrift "Alfred Eck verdient Anerkennung" den richtigen Ton gefunden:
Ehre, wem Ehre gebührt. Endlich werden die Retter von Baldersheim in einer Ausstellung gewürdigt. Es ist ein Anfang. Ein Zeichen dafür, dass im kleinen Städtchen Aub langsam damit begonnen wird, ein wichtiges Stück Stadtgeschichte aufzuarbeiten. Freilich ist das 74 Jahre, nachdem Alfred Eck für seine Heldentat ermordet wurde, reichlich spät. Drei Tage baumelte er am Galgen am Marktplatz, Kommunionkinder zogen an ihm vorbei, Eck sollte ihnen und anderen ein abschreckendes Beispiel sein.

Das wirkt noch heute bei einigen nach. Noch immer sehen sie den jungen Soldaten Alfred Eck nicht als den Helden an. Weiter suchen sie nach Argumenten, um ihn zu schmähen. Mit der Ausstellung will Aub aufklären, aufräumen mit Stammtischparolen und Vorurteilen.

Doch, warum diese vorsichtige Zurückhaltung? Am Sonntag wäre der Zeitpunkt gewesen, Alfred Eck endlich mit einer verdienten Gedenktafel am Marktplatz zu ehren. Am Sonntag wäre auch der richtige Zeitpunkt gewesen, eine Alfred-Eck-Schule in Aub auszurufen. Solange dies nicht passiert, bekommt Alfred Eck nicht die Ehre, die ihm eigentlich gebührt.

Den Worten von Thomas Fritz kann ich mich nur anschließen. Es ist zutiefst beschämend, wenn sich noch heute Ewiggestrige, ob bewusst oder unbewusst, zu Komplizen eines verbrecherischen Regimes machen und einem Helden, der sich tatsächlich für seinen Heimatort geopfert hat, die letzte Ehre verweigern, mit der sie in Sonntagsreden gerne hausieren gehen. Man kann sehr wohl erwarten, dass man heute, nachdem das ganze Ausmaß dieses mörderischen Krieges jedem bekannt sein muss, nicht einem Alfred Eck die Ehre abschneidet, indem man die Benennung der Auber Schule nach diesem heldenhaften Bauernsohn hintertreibt. Einem Menschen, der wohl in den letzten Kriegstagen mehr Heldentum als mancher Ritterkreuzträger bewiesen hat. Um so unverständlicher ist es mir, dass sich auch hier am Ort mancher auf die Seite eines Schulamtsdirektors geschlagen hat, der sicher auf manche Beförderung Einfluss nehmen konnte, der aber noch 50 Jahre nach Kriegsende nicht bereit war, der Auber Schule den Ehrennamen "Alfred Eck" zu gönnen.

Peter Etthöfer





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wie schnell wird in der Dorfstraße gefahren?

3.4.19: Viele Bewohner in der Dorfstraße beschweren sich, dass dort, in einem sog. "verkehrsberuhigten Bereich", zu schnell gefahren wird. Vielen ist wohl gar nicht bekannt, dass in solchen Bereichen nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist, also maximal 7 km/h. Dort muss auch im ganzen Straßenbereich auf spielende Kinder Rücksicht genommen werden. Außerdem sind in solchen Straßen Fußgänger und Fahrzeuge gleichberechtigt. Parken ist lediglich auf eingezeichneten Flächen gestattet.
Die Gemeinde hat in der Dorfstraße in den letzten Monaten eines ihrer Geschwindigkeitsmessgeräte abwechselnd in beiden Fahrtrichtungen stationiert und nun die Ergebnisse ausgewertet. Demnach haben 99,8 % bzw. 100 % der Fahrerinnen und Fahrer die zulässige maximale Geschwindigkeit überschritten. Das Ergebnis sollte uns auf jeden Fall wachrütteln und zu verstärkter Vorsicht und Rücksichtnahme ermuntern, da der verkehrsberuhigte Bereich vor allem für die Schwächsten im Verkehrsgeschehen gedacht ist. Die Überschreitungen in den einzelnen "Geschwindigkeitsklassen" können Sie den beiden Dateien entnehmen:
dorfstrasse.pdf [123 KB] und dorfstrasseabwaerts.pdf [132 KB]


 


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dafür bräuchten wir einen Lottogewinn

28.3.19: Vor kurzem berichteten wir über die finanziellen Herausforderungen, vor denen Margetshöchheim steht. Dazu passt, dass die "Integrierte ländliche Entwicklung" (ILE) zu Beginn ihrer Aktivitäten zwei "Leuchtturmprojekte" realisieren wollte, eine Vinothek in Thüngersheim und ein Streuobstzentrum in Margetshöchheim. Für letzteres entwickelte die Landesanstalt in Veitshöchheim ein Konzept, das es in sich hatte: Man rechnete mit Kosten von zehn Millionen. Das war für Bürgermeister Brohm eine Hausnummer, die doch etwas zu groß war, obwohl er eigentlich an Millionenprojekte gewöhnt sein muss, zumindest auf dem Papier. Denn die die dicken Eier kommen erst noch: Schulsanierung, Steg, Mainpromenade und, und, und ...



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Wie ernst ist es uns ...?

23.3.19: Wie ernst ist es uns mit der Vermeidung von Plastikmüll?
Seit uns so richtig bewusst geworden ist, dass im Meer eine Unmenge Plastikmüll schwimmt, dass Wale an diesem Müll elend verenden, dass wir mit der Nahrung immer mehr Mikroplastikteilchen aufnehmen, ist die Vermeidung von Plastikmüll ein Thema geworden, auch in der Politik. Wenn die sich allerdings auf das Verbot von Strohhalmen beschränkt, dann ist dies allenfalls eine Alibiaktivität. Neuerdings hat man übrigens herausgefunden, dass unsere Böden noch stärker mit Plastikmüll verseucht sind als die Meere. Das soll vor allem an den Biogas- und Kompostierungsanlagen und der dortigen Verarbeitung von unverkäuflichen und noch verpackten Lebensmitteln liegen, durch die Plastik auf dem Weg über Boden und Nahrung in den menschlichen Organismus gelangt.
Vor wenigen Tagen war der erste in Franken gestochene Spargel der Presse eine herausgehobene Meldung wert, der natürlich unter Plastikfolien herangewachsen ist. Was bei Spargel oder in der Gemüseanbauregion um Unterpleichfeld schon seit einiger Zeit üblich ist, wird in Spanien bereits seit langem auf quadratkilometergroßen Folienplantagen praktiziert. Der Kampf gegen die eingeschweißte Gurke und die Flut von Kunststoffverpackungen ist sicher richtig und nötig. Es ist allerdings allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn kilometerlange Plastikbahnen und Foliengewächshäuser im Gemüse- und Obstanbau Standard sind.
Regional und saisonal einkaufen ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider auch keine Garantie für die Plastikmüllvermeidung, besonders wenn die Discounter jetzt auch verstärkt auf dem Biomarkt mitmischen.



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nachhaltig?

6.3.19: Wie nachhaltig ist unser Wirtschaftssystem?
Wenn es um "Peanuts" geht, etwa um den Einsatz von LED-Leuchten, dann sind wir bei der Nachhaltigkeit zumindest vordergründig Weltmeister. Das ist sicher nicht verkehrt, da Kleinvieh bekanntlich auch Mist macht.
Wenn es jedoch ums große Ganze geht, um die Stellschrauben unseres Wirtschaftssystems, dann überlassen wir das dem Markt, dem freien Spiel der Kräfte. Und dabei bleibt die Nachhaltigkeit schnell auf der Strecke. So gibt es heute nicht mehr wie früher einen einzigen Paketdienst, der den Privatmann oder eine Firma beliefert, sondern eine beträchtliche Zahl von Zulieferern, was besonders bei Firmen auffällt, wenn im Laufe des Tages die verschiedensten Paketdienste vorfahren und das liefern, was ein einziger auch könnte. Was sicher vor allem dem boomenden Onlinehandel geschuldet ist. Allein wenn man den dadurch zusätzlich verbrauchten Sprit und die damit verbundene Schadstoffbelastung betrachtet, ist das bestimmt nicht nachhaltig. Ganz zu schweigen von der Vernichtung von Retouren und der damit verbundenen Vernichtung von Ressourcen und den Hungerlöhnen, die in Teilen der Branche üblich sind.




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Informationsdefizit? Ja, aber wo?

14.2.19: Die Gemeinderatssitzung vom 12.2. hatte lediglich einen einzigen öffentlichen Tagesordnungspunkt und dauerte trotzdem sehr lange. In der Sitzung ging es um die Verlagerung der Vorschulgruppe des Kindergartens in die Verbandsschule, wo geeignete Räume in Zusammenarbeit mit der Schule gefunden wurden. Nötig wurde dies, weil verstärkt Betreuungsplätze in der Kinderkrippe nachgefragt werden und in den Containern keine weitere Gruppe Platz hat, so dass die zusätzliche Krippengruppe im Kindergarten untergebracht werden muss. Wegen der Raumnot genehmigte das Landratsamt außerdem den Betrieb der Notgruppe im Turnraum für weitere 3 Jahre. Etliche betroffene Eltern waren bei der Sitzung als Zuhörer anwesend. Sie konnten anschließend ihre Bedenken vortragen. Einige kritisierten, dass ihre Kinder in einen Raum inder Verbandsschule wechseln sollen und hatten kein Verständnis dafür, dass weitere Kinder in der Kindertagesstätte aufgenommen werden sollen. Dabei wurde vom Landratsamt lediglich der Umzug der Vorschulgruppe genehmigt, da dies auch pädagogisch sinnvoll sei.
Da die katholische Kirchenstiftung als verantwortlicher Maßnahmenträger derzeit und wohl auch auf absehbare Zeit handlungsunfähig ist, hat sich Bürgermeister Brohm auf die Suche gemacht und ist schließlich in der Schule fündig geworden. Aus den Reihen der SPD wurde an diesem Vorgehen deutliche Kritik geübt. Man warf dem Bürgermeister vor, die Gemeinderäte nicht genügend informiert zu haben und die Alternativstandorte nicht ausreichend geprüft zu haben.
In der Sitzung wurde deutlich, dass es tatsächlich ein erhebliches Informationsdefizit gab. Das lag allerdings nicht an der Informationspolitik von Bürgermeister Brohm, sondern wohl eindeutig am Informationsfluss innerhalb der SPD-Fraktion und möglicherweise auch innerhalb der Schule. Die Fraktionsvorsitzenden und der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport wurden vom Bürgermeister mehrmals umfangreich informiert. Auch die Gründe, warum provisorische Alternativen wie die Tennishalle oder das gemeindeeigene Haus in der Ludwigstraße nicht in Frage kommen, wurden kommuniziert. Es lag größtenteils an den horrenden Umbaukosten. Es ist sicher richtig, wenn man sich bei einem Thema wie der Kindertagesstätte viel Zeit für Diskussionen nimmt. Man sollte sich und andere dabei aber nicht mit haltlosen Vorwürfen aufhalten, sondern sich auf die sachliche Seite der Themen beschränken.
Im Rahmen der Gemeinderatssitzung wurde erstmals öffentlich bekannt, dass sich Bürgermeister Brohm angesichts des Wegfalls einer Geschäftsführung durch den kirchlichen Träger bereit erklärt hat, in Zusammenarbeit mit der Caritas um die Kindertagesstätten zu kümmern. Man kann nur hoffen, dass sich der Bürgermeister angesichts des ungelösten Desasters mit der Krippe und der Notwendigkeit, zeitnah einen Anbau oder Neubau der Kindertagesstätte auf den Weg zu bringen, nicht übernimmt. Sein Einspringen ist sicher ehrenwert, aber auch eine zusätzliche erhebliche Belastung für ihn und wahrscheinlich auch für Teile der Gemeindeverwaltung.



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Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

6.2.19: Wir haben Ihnen in den letzten Wochen einige Details der momentan diskutierten Planung für die Umgestaltung der Mainpartie vorgestellt:
eine Entscheidung für viele Jahrzehnte (Teil I)
eine Entscheidung für viele Jahrzehnte (Teil II)
eine Entscheidung für viele Jahrzehnte (Teil III)
Da man derzeit damit rechnen muss, dass die 7 fetten Jahre vorbei sind und Steuermittel und Zuschüsse nicht mehr ungebremst fließen werden, haben wir uns zum finanziellen Aspekt der Sanierung der Mainpartie einige Gedanken gemacht:
Da die finanziellen Ressourcen der Gemeinde nicht in den Himmel wachsen, meint die MM, dass man beim 1. Bauabschnitt zwischen dem Sportplatz und dem Steinernen Weg auf unnötige und teure Maßnahmen verzichten sollte. Nicht, dass am Ende beim wichtigsten Teil der Altortsanierung, dem sog. „Marktplatz“ zwischen dem Rathaus und der Pointstraße, das Geld ausgeht. Man darf nicht vergessen, dass die Gemeinde noch eine ganze Reihe weiterer kostenintensiver Baustellen auf dem Schirm hat, die oft auch langfristig Jahr für Jahr erhebliche Folge- und Unterhaltskosten mit sich bringen. Man denke nur an die Sanierung der Schule, die auf 20 Mio. € veranschlagt ist, an den Stegneubau, an den erforderlichen Neu- oder Anbau einer Kindertagesstätte, an die mit 800.000 € geschätzte Sanierung des oberen Hochbehälters, an den Parkplatz in der Ludwigstraße, an den geplanten Ankauf des gesamten Klostergeländes hinter der Kirche mit allen Gebäuden und einem enormen Sanierungsaufwand, um nur einige Beispiele zu nennen. Ganz abgesehen davon, dass uns möglicherweise noch unvorhergesehene kostenintensive Überraschungen vor die Füße fallen, wie z.B. jetzt die Hochbehältersanierung.
Sicher, für manches gibt es auch staatliche Förderung, wobei immer nur ein Teil förderfähig ist. Zudem fließen meist nur Fördergelder, wenn die Maßnahme richtig aufwendig und teuer ist, so dass vieles unter dem Strich ohne Förderung schneller und günstiger verwirklicht werden kann. Das gilt mit Sicherheit für den Bauabschnitt zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz.



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etliche Probleme mehr

5.2.19: Bürgermeister Brohm ist nicht zu beneiden, derzeit hat er etliche Probleme mehr. Die Verwerfungen in der Diözese, die zwei hochrangigen Mitarbeitern den Job gekostet haben, hinterlassen vielerorts tiefe Spuren. Niemand traut sich offensichtlich so recht hinter dem Ofen hervor, kaum jemand will in der Diözese Verantwortung übernehmen. Eine Folge ist, dass dies auch die örtlichen Kirchenverwaltungen angesteckt hat, die oft handlungsunfähig sind oder teilweise gar nicht mehr existieren. Davon ist auch Margetshöchheim betroffen. Der Ankauf des Klostergeländes durch die Gemeinde, den Bürgermeister Brohm eingefädelt hat, liegt auf Eis, ebenso wie der Ankauf eines kirchlichen Grundstücks oberhalb der Staatsstraße. Noch problematischer sind die Auswirkungen auf die Kindertagesstätten am Ort. Bei der Kinderkrippe, deren Sanierung seit Jahren auf dem Abstellgleis steht, neuerdings auf dem juristischen, wären gerade momentan eine klare Linie und Entscheidungskraft dringend nötig. Dass jetzt dringend über den Anbau oder Neubau beim von der Kirche verwalteten Kindergarten entschieden werden muss, ist schlichtweg ein Fiasko. Schließlich gibt es die aktuell hohen Zuschüsse für derartige Projekte wohl nur noch in diesem Jahr.



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alles heiße Luft? die richtige Antwort!

30.1.19: Ergänzend zu unserem letzten Link wieviel Schadstoff sollen wir vertragen? hier ein Kommentar aus dem Spiegel:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/feinstaub-positionspapier-lungenarzt-widerspricht-seinen-kollegen-a-1249884.html



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wieviel Schadstoff sollen wir vertragen?

28.1.19: Egal ob Luftschadstoffe, Tempolimit oder Trickserei der Autokonzerne, CSU-Minister Scheuer sieht das alles recht locker und wenig Anlass, aktiv zu werden. Da kam ihm offensichtlich die Erklärung von 100 Lungenfachärzten gerade recht, die allerdings längst nicht für die Mediziner repräsentativ sind, wie der folgende Beitrag zeigt:
https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_85156056/internationale-lungenaerzte-verteidigen-stickoxid-grenzwerte.html



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Ökologisch tote Vorgärten

27.1.19: Die Liebe zu Wald, Wiese und Natur ist den Deutschen nicht fremd. Und wenn es im Urlaub ist, dürfen Natur und Ambiente auch ruhig etwa wilder und urig sein. Vor der eigenen Haustüre endet allerdings für viele der Spaß am Wildwuchs. Vielerorts haben Schotter und Kieselsteine jedoch Natur und Grünwuchs verdrängt, die Vorgärten gleichen oft einem ökologischen Kontrastprogramm. Ganz neu ist das nicht, wie ein Beitrag in der FAZ vom 20.6.2014 zeigt:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-zierschotterplage-mein-schoener-vorgarten-13001049.html
Dass das Thema immer noch aktuell ist, zeigt der Beitrag "Steine statt Schneeglöckchen" vom 20.1.19 ebenfalls in der FAZ , in dem berichtet wird, dass manche Kommunen in ihren Bebauungsplänen bereits ein "Schottergartenverbot" aufgenommen haben:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/verbot-von-schottergaerten-steine-statt-schneegloeckchen-15992058.html
Im FAZ-Beitrag wird auch von Gegenmaßnahmen mit satirischem Einschlag berichtet:
"Der Nabu veranstaltete einen Fotowettbewerb zum Thema, und eine Facebookgruppe namens „Gärten des Grauens“, initiiert von einem Biologen, sammelt die schlimmsten Beispiele und macht sich darüber lustig. Wer sie durchblättert, möchte sofort ein Apfelbäumchen pflanzen und eine Blumenwiese säen." (https://de-de.facebook.com/GaertenDesGrauens/ und https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/naturschutz-im-garten/23829.html )



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Bauplatzmangel?

12.1.19: Landauf, landab wird über den Mangel an Bauland gejammert. Die Realität sieht jedoch vielerorts anders aus. In Leinach wird derzeit ein neues Baugebiet mit 47 Bauplätzen ausgewiesen, obwohl es dort 2018 noch 110 freie Bauplätze gab Gemeinderatssitzung am 15.1.19, Beginn 18 Uhr (Top 5). In Zell will die Gemeinde sogar auf 7,35 ha ein noch viel größeres Baugebiet ausweisen.
Begründet wird all dies meist mit dem Mangel an Wohnraum. Dabei bedeutet ein Überangebot an Bauland noch lange nicht, dass dadurch die Wohnungsnot behoben werden kann. Abgesehen davon, dass vor allem in den Ballungszentren der Wohnungsmarkt extrem angespannt ist, nicht jedoch auf dem flachen Land. Dort bedeuten jedoch neue Baugebiete in aller Regel ein Mehr an Landschaftsverbrauch und Zersiedelung.



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Vergangenheitsbewältigung, auch bei uns?

10.1.19: Wenn man in Deutschland von Vergangenheitsbewältigung spricht, denkt man immer an die Zeit des Naziregimes, in der Deutschland über die Welt und auch über sich unsägliches Leid gebracht hat. Wenn man heutzutage - wie in den letzten Tagen in der Main-Post - nach fast 75 Jahren immer noch von Vergangenheitsbewältigung liest, dann kann das nur bedeuten, dass in den ersten Jahrzehnten nach der Nazi-Diktatur die Vergangenheit nicht oder nur sehr spärlich aufgearbeitet und bewältigt wurde. Das ist nicht nur eine Vermutung, sondern leider auch Realität. Die alten Nazis waren nach 1945 schnell wieder oben auf und besetzten wichtige Posten in Politik, Wirtschaft, Universitäten und besonders auch in der Justiz. So verfasste Adenauers Staatssekretär Globke den Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen, also praktisch die juristische "Betriebsanleitung" für die Verfolgung von Juden, Sinti, Roma und anderen.
Wie am 8.1.19 in der Main-Post zu lesen war, überprüft seit zwei Jahren eine vom Würzburger Stadtrat eingesetzte Kommission, ob Würzburger, nach denen eine Straße benannt ist, durch ihre Nazi-Vergangenheit oder ihre Nähe zum Regime dieser Ehre überhaupt würdig sind. Dabei geht es wohl auch um eine Person, nach der eine Straße im Zeilweggebiet benannt ist.
Auslöser war eine Straße in Lengfeld, die in Kenntnis seiner NS-Vergangenheit 1985 nach dem ehemaligen Würzburger Oberbürgermeister Helmuth Zimmerer benannt worden war. 2015 benannten die Ratsmitglieder schließlich die Straße um, nach dem katholischen Antifaschisten Georg Angermaier, der in der NS-Zeit unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Damit erinnert die Straße an einen mutigen Gegner des NS-Regimes, der diese Würdigung ehrlich verdient hat.
Einen Tag später (am 9.1.19) berichtete die Main-Post im überregionalen und im Landkreisteil von einem ähnlichen Vorgang, der in der Dimension allerdings wesentlich gravierender war und der überdeutlich zeigte und wohl auch zeigt, dass das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte mancherorts noch immer nicht einmal ansatzweise bewältigt ist.
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Alfred-Eck-bekommt-eine-Ausstellung;art779,10149052
Es geht um die gescheiterte Benennung der Auber Schule nach dem Baldersheimer Alfred Eck, der in den letzten Kriegstagen auf dem Auber Marktplatz aufgehängt wurde, weil er mit einer weißen Fahne auf die anrückenden Amerikaner zuging und so die Zerstörung seines Heimatdorfes verhinderte. Beides, die Georg-Angermaier-Straße und die gescheiterte Benennung der Schule nach Alfred Eck, haben etwas miteinander zu tun (und ein ganz klein wenig auch mit Margetshöchheim).
Georg Angermaiers Sohn, der Notar Kilian Angermaier, hat nämlich als Auber Stadtrat die Benennung der Schule nach Alfred Eck beantragt und durchgesetzt. Warum die Schule doch nicht nach dem Retter von Baldersheim benannt wurde, berichtet die Main-Post in der gestrigen Ausgabe: "... Doch alte Kriegsveteranen und das Schulamt mischten sich hinterher ein. Der Name Eck wurde schlechtgemacht. Die Auber Schule dürfte doch nicht den Namen eines Verräters tragen, wehrte sich der damalige Schulamtsdirektor vehement ...". (Der Schulamtsdirektor war der 2018 verstorbene Fritz Schäffer.)
Als die Margetshöchheimer SPD Ende 1995 kurz vor der Kommunalwahl eine Veranstaltung mit Fritz Schäffer durchführte, erinnerte die MM im MM-Blättle (50 Jahre nach Kriegsende) an die Rolle Schäffers bei der verhinderten Namensgebung der Auber Schule. Die Folge war eine bis dahin noch nie erlebte Schmutzkampagne der örtlichen SPD vor allem gegen Peter Etthöfer.
Im Wahlkampfpamphlet der SPD war u.a. die Rede von „publizistischen Methoden, die aus der braunen Hexenküche stammen“, von ständigen Diffamierungen und dass sich bei "Herrn E. die respektvolle Nennung seines vollen bürgerlichen Namens angesichts seiner ständigen persönlichen Beleidigungen von selbst verbietet“.
Von einer Partei wie der SPD, hätte man so etwas eigentlich nicht erwartet, gerade angesichts des Schicksals von Alfred Eck, auf dessen Sterbebild man lesen konnte: "Durch seinen Opfertod am 7. April 1945 rettete er sein Heimatdorf vor der Vernichtung." Von Alfred Eck und seinem Schicksal war in dem SPD-Blättchen damals übrigens kein Wort zu lesen. So viel zum Thema "Vergangenheitsbewältigung".
Wir haben damals übrigens erst nachträglich erfahren, dass Herr Schäffer SPD-Mitglied war.



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Stellungnahme der MM

Margetshöchheim, den 14.09.2020



Sehr geehrter Herr Bürgermeister Brohm,





Ihrem Brief an die Öffentlichkeit kann ich mich nicht anschließen.

Meine Bedenken habe ich - der Klarheit halber - stets unmittelbar zu den von Ihnen formulierten Gedanken angefügt.





Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den vergangenen Tagen wurde in Margetshöchheim ein Flugblatt verteilt, welches sich mit einer eventuellen Baumaßnahme auf den Grundstücken an der Einfahrt zum Baugebiet Zeilweg auseinandersetzt.

Die in diesem Flugblatt gemachten Aussagen sind - in Teilen - nicht korrekt und bedürfen daher einer Klarstellung bzw. Berichtigung. In der Sitzung des Gemeinderates vom 8. September 2020 wurde von allen Fraktionen (CSU, SPD und MM) einstimmig beschlossen, dass in der September-Ausgabe des Informationsblattes eine Stellungnahme des Gemeinderates zu nachstehenden Behauptungen erfolgen soll.

„Verlust sehr wertvoller Streuobstbestände“?.

Die Gemeinde Margetshöchheim hat in den letzten zwölf Jahren mit erheblichen finanziellen Mitteln die Streuobstbestände rund um unsere Gemeine gepflegt und wieder aufgebaut, da der Obstanbau in unserer Gemeinde zur Geschichte unseres Dorfes zählt und Streuobst per se Grundwasserschutz bedeutet. Im Jahre 2014 wurde hierzu eine Streuobstgenossenschaft gegründet. In der Genossenschaft sind zahlreiche Kommunen und auch der Bund Naturschutz Mitglied. Ziel der Genossenschaft ist die Sicherung und Bewahrung sowie die Weiterentwicklung der Streuobstbestände und die Vermarktung der Streuobstprodukte in unserer Region. Weiterhin sollen vor allem Schüler/Schülerinnen, Grundstückseigentümer und Interessierte die Möglichkeit haben, sich vor Ort über Streuobst zu informieren.

Seit Jahren arbeitet die Genossenschaft mit der Landesanstalt für Wein, Obst und Gartenbau zusammen. Der Sitz der Genossenschaft ist momentan in einem kleinen Büro im Rathaus und die Maschinen und Produkte der Genossenschaft sind in der Obsthalle untergebracht. Diese suboptimale, provisorische Lösung macht auch mittelfristig keinen Sinn, da die Obsthalle in einigen Jahren zur Parkscheune ausgebaut werden soll.

Deshalb wird seit mehr als zwei Jahren an Lösungsansätzen gearbeitet bzw. über diese diskutiert. In der ILE Main-Wein-Garten wurde sowohl im Bürgerworkshop, als auch in der Bürgermeisterrunde das Thema Streuobstzentrum vielfach thematisiert und letztlich als Leuchtturmprojekt priorisiert.

Sicherlich werden bei der Baumaßnahme ein paar Bäume entfernt werden. Aber es werden auch ca. hundert neue und seltene Obstbäume gepflanzt werden, um die Fläche ökologisch aufzuwerten. Die Fläche an der Einfahrt zum Zeilweg erscheint aus vielen Gründen ein sinnvoller und logischer Standort zu sein. Zum einen ist eine Anfahrt über die ST2300, also nicht durch den gesamten Ortsbereich möglich. Dies gilt sowohl für Besucher, als auch für Obstanlieferer bzw. Kunden der Streuobstgenossenschaft. Zum anderen ist es sinnvoll, ein Informationszentrum für Streuobst auch in der Nähe der Streuobstbestände anzusiedeln.

Die Ausführungen sind keine Korrektur der Aussage des Flugblattes, sondern eine Werbung für das Streuobstzentrum, das auch an anderer Stelle errichtet werden kann.

Die These des Flugblatts wird bestätigt durch Herrn Kube vom Landratsamt, der „von einem relativ hochwertigen Streuobstbestand“ spricht.

Eine einzige Zeile im Text nimmt Stellung zur These des Flugblatts, allerdings ist diese These verharmlosend und nicht sachlich, wie von mir in der Sitzung gefordert:

Zitat: „Sicherlich werden bei der Baumaßnahme ein paar Bäume entfernt werden.“

Gerade die Notwendigkeit von größeren Ausgleichsmaßnahmen, die hier von der Gemeinde angesprochen und die von Herrn Kube gefordert werden, bestätigt zusätzlich die Befürchtung des Flugblattes.





„Überdimensionierter Gebäuderiegel“?

Es soll ein mit Holzfassade verkleidetes, zweistöckiges Bürogebäude entstehen, welches sich harmonisch in die Landschaft einfügen wird. Weiterhin soll eine Gerätehalle von etwa 15 Metern (nicht 50 m, wie behauptet) Länge entstehen.

Im Zuge der Überlegungen ist ein im Ort ansässiges Planungsbüro an die Gemeinde herangetreten, mit dem Wunsch für den Bau eines neuen Bürogebäudes. Nach langen Gesprächen hat die Gemeinde dem Bauwerber eine Teilfläche von rund 1.000 qm an der Einfahrt zum Zeilweg in Aussicht gestellt und ihn gebeten, eine Vorplanung vorzulegen. Die Gebäude werden sich harmonisch in die Umgebungsbebauung einfügen.

Die hier mehrmals verwendeten Begriff „harmonisch“ und „sich einfügen“ sind eine subjektive Wertung, die ich nicht teilen kann.

Zudem ist der Satz der Antwort des Bürgermeisters „(nicht 50 m, wie behauptet)“ eindeutig falsch. Das Flugblatt spricht von „insgesamt mit dem weiteren Bürogebäude ... von etwa 50 Metern Länge.“

Richtig ist, und dies sollte die Gemeinde korrigieren, dass die öffentlich gezeigte Planskizze folgende Größen vorsieht:

Der Baukörper Bürogebäude noch ohne Parkplätze hat 20 Meter Länge und 10 Meter Breite und das in doppelstöckiger Ausführung.

Der Baukörper Streuobstzentrum hat

zum einen das Bürogebäude von 10 mal 10 Metern, die Höhe kann man der Skizze nicht entnehmen,

zum anderen eine Lager- und Maschinenhalle von 15 mal 5 Metern, auch hier ist die Höhe nicht der Skizze zu entnehmen.

Also beträgt die Summe der Baukörper nicht „etwa 50 Meter“, wie das Flugblatt sagt, sondern nur 45 Meter, wie die Planskizze vermuten lässt.

Der anvisierte Flächenverbrauch liegt weit über 2000 m2, da die dem Streuobstzentrum zugeordnete Fläche größer ist, als die dem Bürogebäude zugeordnete Fläche.





„Mangelnde Öffentlichkeitsbeteiligung“?

Zur Fläche und Baumaßnahme selbst gilt es anzumerken, dass die vorgeschlagene Fläche im Flächennutzungsplan seit mehr als 25 Jahren als bebaubare Fläche eingetragen ist. Die Gemeinde hat diese Flächen daher in den letzten Jahren erworben.

Seit mehr als zwei Jahren hat die Gemeinde in verschiedensten Gremien (Gemeinderat und Bauausschuss) das Thema öffentlich beraten. Mehrere Beschlüsse wurden zu diesem Thema in den zuständigen Gremien gefasst und im Informationsblatt veröffentlicht.

Der letzte, mit großer Mehrheit im Gemeinderat gefasste Beschluss war, dass die Gemeinde an die mit einer Genehmigung befassten Behörden und Dienststellen eine Bauvoranfrage stellt. Diese Bauvoranfrage ist im Landratsamt zur Beurteilung eingereicht.

1. Wenn die Gemeinde den Flächennutzungsplan anspricht, dann sollte sie nicht von „bebaubarer Fläche“ sprechen, sondern davon, dass der Flächennutzungsplan an dieser Stelle, ein allgemeines Wohngebiet und kein Misch- oder Gewerbegebiet vorsieht. Auch hat die Gemeinde die bestehende Wasserschutzzonenverordnung nicht in den Flächennutzungsplan eingearbeitet.

Mir ist nicht bekannt, dass der Bürgermeister dieses Vorhaben (Ansiedlung eines Gewerbes) in der Bürgerversammlung angesprochen hat.

Auch gab es keine Einbindung der Öffentlichkeit wie bei der Planung zu Gestaltung des Mainufers.

2. Richtig ist, dass das Thema Bürogebäude mehrmals in öffentlicher Sitzung angesprochen wurde:

Allerdings ist das Thema in den Gemeinderatssitzungen jeweils sehr spät behandelt worden (11.2.20 und 10.3. 20) und damit kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen worden. Erst im Bauausschuss im August 2020 (11.08.20) fand das Thema eine breitere öffentliche Beachtung.

3. Das Thema „Streuobstzentrum“ wurde im Gemeinderat noch nicht ausführlich diskutiert, insbesondere gibt es keine Zahlen zu den Kosten.

Warum wurde der Antrag zum Bau eines Streuobstzentrums, welcher auf meine Anfrage hin von Bürgermeister Brohm bestätigt wurde, dem aktuellen Gemeinderat noch nicht vorgelegt?

Hier fehlt nicht nur die Einbindung der Öffentlichkeit, sondern auch die des Gemeinderats.

„Nitratausschüttung im Wasserschutzgebiet“ ?

In der Bauvoranfrage soll abgeklärt werden, ob und wie eine Bebauung am vorgesehenen Standort möglich ist. In derselben Schutzzone 3 a befinden sich auch die Wohngebäude im Hermann-Hesse-Weg und der Kindergarten. Größere Erdbewegungen sind nicht vorgesehen!

Die Untere Naturschutzbehörde und die Wasserrechtsbehörde soll prüfen, ob, bzw. unter welchen Auflagen die geplante Bebauung erfolgen kann und welche Auswirkungen zu erwarten sind. Eine Bauvoranfrage ist kein Bauantrag und daher können noch keine planerischen Details angegeben werden.

1. Richtig ist, dass die Gemeinde der These des Flugblatts zustimmen müsste, dass Oberflächeneingriffe Nitratausschüttung und Versiegelung zur Folge haben. Diese Aussage wird aber von der Antwort der Gemeinde ignoriert, dafür wird angeführt: „größere Erdbewegungen sind nicht vorgesehen“.

Das Wort „größere“ ist relativ, korrekt ist, dass die Erdbewegungen ein Gebiet von mehr als 2000 m2 betreffen (Siehe oben Aussage der Gemeinde!). Damit entlarvt sich die Aussage der Gemeinde als unsachlich und irreführend.

2. Bei den angeführten Beispielen für Bauvorhaben im Zeilweggebiet, wird nicht gesagt, dass es sich dabei um ein schon sehr lang beschlossenes Baugebiet handelt. Dagegen ist das hier angesprochene Gebiet ein neuer Bereich, für den kein Bebauungsplan beschlossen ist und für den - so das Landratsamt - auch kein Bebauungsplan möglich ist. Damit ist dies keine Antwort auf die These des Flugblatts, sondern ein Versuch zu relativieren und zu verschleiern

Beide Argumentationslinien sind unsachlich und sollten nicht verwendet werden.

Zusammenfassung:

Es gilt festzustellen, dass nicht geplant und beabsichtigt wird, unser Trinkwasser leichtsinnig aufs Spiel zu setzen. Es werden keine größeren Erdbewegungen durchgeführt. Es werden keine größere Streuobstbestande gerodet, sondern mehr als hundert Bäume neu gepflanzt. Es gibt mehrere Beschlüsse des Gemeinderates und des Bauausschusses, welche die Ansiedlung des Streuobstzentrums und eines Gewerbetreibendenden in beabsichtigter Art und Weise befürworten. Das Streuobstzentrum und die neuen Pflanzungen werden wesentlich zur Verbesserung der momentanen Situation führen.

Margetshöchheim im September 2020

Für den Gemeinderat der Gemeinde Margetshöchheim





Waldemar Brohm

1. Bürgermeister









Diese Zusammenfassung ist weitgehend eine Wiederholung der unsachlichen Positionen im vorausgehenden Text. Daher kann ich auch der Zusammenfassung nicht zustimmen.

Wichtig erscheint mir darüber hinaus, dass die Gemeinde auf folgende Fragen verlässliche Antworten liefert.

1. Was geschieht, wenn der Gewerbetreibende erweitern will?

2. Wie groß ist die Gesamtfläche der beiden Bauvorhaben, die mit Gebäuden, Zufahrtswegen und Parkplätzen belegt werden?

3. Wie sieht die Entwicklung der Nitratwerte im Grundwasser auf der Basis der Daten zu Eigenüberwachungsverordnung aus?





Ich wiederhole, den Ausführungen des Bürgermeisters zu den Thesen des Flugblatts kann ich mich aus den oben angeführten Gründen nicht anschließen.





Mit freundlichen Grüßen





Gerhard von Hinten



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