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kritisch betrachtet ...

nachhaltig?

6.3.19: Wie nachhaltig ist unser Wirtschaftssystem?
Wenn es um "Peanuts" geht, etwa um den Einsatz von LED-Leuchten, dann sind wir bei der Nachhaltigkeit zumindest vordergründig Weltmeister. Das ist sicher nicht verkehrt, da Kleinvieh bekanntlich auch Mist macht.
Wenn es jedoch ums große Ganze geht, um die Stellschrauben unseres Wirtschaftssystems, dann überlassen wir das dem Markt, dem freien Spiel der Kräfte. Und dabei bleibt die Nachhaltigkeit schnell auf der Strecke. So gibt es heute nicht mehr wie früher einen einzigen Paketdienst, der den Privatmann oder eine Firma beliefert, sondern eine beträchtliche Zahl von Zulieferern, was besonders bei Firmen auffällt, wenn im Laufe des Tages die verschiedensten Paketdienste vorfahren und das liefern, was ein einziger auch könnte. Was sicher vor allem dem boomenden Onlinehandel geschuldet ist. Allein wenn man den dadurch zusätzlich verbrauchten Sprit und die damit verbundene Schadstoffbelastung betrachtet, ist das bestimmt nicht nachhaltig. Ganz zu schweigen von der Vernichtung von Retouren und der damit verbundenen Vernichtung von Ressourcen und den Hungerlöhnen, die in Teilen der Branche üblich sind.




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die anderen sind ja auch böse ...

17.2.19: Es ist zum Haare ausraufen, falls man noch welche hat: Egal, ob es um den Klimawandel oder das Volksbegehren geht, die dümmliche Reaktion, die momentan in den sozialen Medien und auf den Leserbriefseiten der Presse grassiert, lässt einen am Verstand der Menschheit zweifeln. Statt sich mit den offensichtlichen Problemen beim Klimawandel oder beim weltweiten Artensterben auseinanderzusetzen, reagiert man wie ein kleines Kind, wenn es sich erwischt fühlt: Die anderen sind ja auch böse.
Da hält man den für die Rettung des Klimas demonstrierenden Schülern vor, sie würden ja mit spritschluckenden SUVs in die Schule kutschiert. Und den Unterzeichnern des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" hält man vor allem aus den Reihen der Bauernverbandslobby vor, man sollte lieber in den Vorgärten Bienenstauden pflanzen, statt dort lebensfeindliche Steinwüsten zu platzieren. Beide Vorwürfe sind ja nicht per se aus der Luft gegriffen. Wenn sie aber der Vorwand dafür sind, seine eigene Untätigkeit zu kaschieren, ist das Scheinheiligkeit hoch 2.
Das mag zwar eine menschlich verständliche Reaktion sein, hilft aber bei der Problemlösung keinen Schritt weiter. Sicher ist: Wer Artenvielfalt einfordert, sollte vor der eigenen Haustüre anfangen. Und wer den Klimawandel stoppen will, sollte vor allem mit Energie sparsam umgehen. Das kann aber kein Grund sein, geduldig zu warten, bis die Politik Klimaschutz betreibt, der den Namen auch verdient, zum Beispiel auf die extrem schädliche Braunkohle zu verzichten. Oder die Weichen für eine Landwirtschaftspolitik zu stellen, die bei der Produktion von Lebensmitteln auf die natürlichen Lebensgrundlagen Rücksicht nehmen kann. Dass dies funktionieren kann, haben bereits viele Landwirte gezeigt. Es darf allerdings nicht so sein, dass von einer Berufsgruppe Leistungen für Umwelt und Natur zum Nulltarif gefordert werden. Das kann und wird nicht funktionieren. Staatliche Fördermittel gibt es genug. Aber die sind bislang hauptsächlich bei Großbetrieben angekommen, statt dass man die Leistungen für die Gesellschaft anständig honoriert hat. Hier müssen vor allem CDU und CSU über ihren Schatten springen.
Bei aller Kritik an der Politik, die sich gerne auf Appelle und freiwillige Leistungen der Landwirte beschränkt hat, dürfen wir natürlich auch nicht vergessen, dass wir Verbraucher dann mitziehen müssen. Mehr Biolandwirtschaft und mehr Tierschutz in der Tierhaltung können nur funktionieren, wenn wir uns nicht in die eigene Tasche lügen. Wir müssen endlich einsehen, dass man für gute Qualität auch einen guten Preis bezahlen muss. Dann kann eine vernünftige Politik funktionieren, bei der Landwirte und Verbraucher an einem Strang ziehen. Mit der Parole "Geiz ist geil" werden wir bestimmt keinen Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und keinen Klimaschutz erhalten.
Allen, die selbst aktiv werden wollen, empfehlen wir den Beitrag der LWG-Expertin Scheu-Helgert inder Wochenendausgabe der Main-Post:
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Garten-Tipps-Wie-jeder-was-fuer-Bienen-tun-kann;art736,10177700



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Informationsdefizit? Ja, aber wo?

14.2.19: Die Gemeinderatssitzung vom 12.2. hatte lediglich einen einzigen öffentlichen Tagesordnungspunkt und dauerte trotzdem sehr lange. In der Sitzung ging es um die Verlagerung der Vorschulgruppe des Kindergartens in die Verbandsschule, wo geeignete Räume in Zusammenarbeit mit der Schule gefunden wurden. Nötig wurde dies, weil verstärkt Betreuungsplätze in der Kinderkrippe nachgefragt werden und in den Containern keine weitere Gruppe Platz hat, so dass die zusätzliche Krippengruppe im Kindergarten untergebracht werden muss. Wegen der Raumnot genehmigte das Landratsamt außerdem den Betrieb der Notgruppe im Turnraum für weitere 3 Jahre. Etliche betroffene Eltern waren bei der Sitzung als Zuhörer anwesend. Sie konnten anschließend ihre Bedenken vortragen. Einige kritisierten, dass ihre Kinder in einen Raum inder Verbandsschule wechseln sollen und hatten kein Verständnis dafür, dass weitere Kinder in der Kindertagesstätte aufgenommen werden sollen. Dabei wurde vom Landratsamt lediglich der Umzug der Vorschulgruppe genehmigt, da dies auch pädagogisch sinnvoll sei.
Da die katholische Kirchenstiftung als verantwortlicher Maßnahmenträger derzeit und wohl auch auf absehbare Zeit handlungsunfähig ist, hat sich Bürgermeister Brohm auf die Suche gemacht und ist schließlich in der Schule fündig geworden. Aus den Reihen der SPD wurde an diesem Vorgehen deutliche Kritik geübt. Man warf dem Bürgermeister vor, die Gemeinderäte nicht genügend informiert zu haben und die Alternativstandorte nicht ausreichend geprüft zu haben.
In der Sitzung wurde deutlich, dass es tatsächlich ein erhebliches Informationsdefizit gab. Das lag allerdings nicht an der Informationspolitik von Bürgermeister Brohm, sondern wohl eindeutig am Informationsfluss innerhalb der SPD-Fraktion und möglicherweise auch innerhalb der Schule. Die Fraktionsvorsitzenden und der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport wurden vom Bürgermeister mehrmals umfangreich informiert. Auch die Gründe, warum provisorische Alternativen wie die Tennishalle oder das gemeindeeigene Haus in der Ludwigstraße nicht in Frage kommen, wurden kommuniziert. Es lag größtenteils an den horrenden Umbaukosten. Es ist sicher richtig, wenn man sich bei einem Thema wie der Kindertagesstätte viel Zeit für Diskussionen nimmt. Man sollte sich und andere dabei aber nicht mit haltlosen Vorwürfen aufhalten, sondern sich auf die sachliche Seite der Themen beschränken.
Im Rahmen der Gemeinderatssitzung wurde erstmals öffentlich bekannt, dass sich Bürgermeister Brohm angesichts des Wegfalls einer Geschäftsführung durch den kirchlichen Träger bereit erklärt hat, in Zusammenarbeit mit der Caritas um die Kindertagesstätten zu kümmern. Man kann nur hoffen, dass sich der Bürgermeister angesichts des ungelösten Desasters mit der Krippe und der Notwendigkeit, zeitnah einen Anbau oder Neubau der Kindertagesstätte auf den Weg zu bringen, nicht übernimmt. Sein Einspringen ist sicher ehrenwert, aber auch eine zusätzliche erhebliche Belastung für ihn und wahrscheinlich auch für Teile der Gemeindeverwaltung.



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Vor dem Gesetz sind alle gleich?

8.2.19: "Vor dem Gesetz sind alle gleich" heißt es, aber nur wenige glauben es. Und wie sieht es bei der Politik aus?
Bei Politikern wie Armin Laschet (CDU) fällt einem die Entscheidung auf jeden Fall leicht. Am 5.2. berichtete die Main-Post, dass Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Lasche die Besetzer des Hambacher Forsts aufgefordert hat, das Gebiet zu räumen. Direkte Gespräche mit den Waldbesetzern schloss Laschet aus. "Es ist nicht Praxis der Landesregierung, mit Rechtsbrechern zu sprechen"
Wahrscheinlich sind die "Rechtsbrecher" im Hambacher Forst zu kleine Fische. Da müssen es schon kapitale Karpfen wie die Automobilbosse sein, mit denen Frau Merkel oder Herr Scheuer keine Scheu haben, sich bei einem Autogipfel an einen Tisch zu setzen, auch wenn sie Millionen Autokäufer geleimt haben.



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Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

6.2.19: Wir haben Ihnen in den letzten Wochen einige Details der momentan diskutierten Planung für die Umgestaltung der Mainpartie vorgestellt:
eine Entscheidung für viele Jahrzehnte (Teil I)
eine Entscheidung für viele Jahrzehnte (Teil II)
eine Entscheidung für viele Jahrzehnte (Teil III)
Da man derzeit damit rechnen muss, dass die 7 fetten Jahre vorbei sind und Steuermittel und Zuschüsse nicht mehr ungebremst fließen werden, haben wir uns zum finanziellen Aspekt der Sanierung der Mainpartie einige Gedanken gemacht:
Da die finanziellen Ressourcen der Gemeinde nicht in den Himmel wachsen, meint die MM, dass man beim 1. Bauabschnitt zwischen dem Sportplatz und dem Steinernen Weg auf unnötige und teure Maßnahmen verzichten sollte. Nicht, dass am Ende beim wichtigsten Teil der Altortsanierung, dem sog. „Marktplatz“ zwischen dem Rathaus und der Pointstraße, das Geld ausgeht. Man darf nicht vergessen, dass die Gemeinde noch eine ganze Reihe weiterer kostenintensiver Baustellen auf dem Schirm hat, die oft auch langfristig Jahr für Jahr erhebliche Folge- und Unterhaltskosten mit sich bringen. Man denke nur an die Sanierung der Schule, die auf 20 Mio. € veranschlagt ist, an den Stegneubau, an den erforderlichen Neu- oder Anbau einer Kindertagesstätte, an die mit 800.000 € geschätzte Sanierung des oberen Hochbehälters, an den Parkplatz in der Ludwigstraße, an den geplanten Ankauf des gesamten Klostergeländes hinter der Kirche mit allen Gebäuden und einem enormen Sanierungsaufwand, um nur einige Beispiele zu nennen. Ganz abgesehen davon, dass uns möglicherweise noch unvorhergesehene kostenintensive Überraschungen vor die Füße fallen, wie z.B. jetzt die Hochbehältersanierung.
Sicher, für manches gibt es auch staatliche Förderung, wobei immer nur ein Teil förderfähig ist. Zudem fließen meist nur Fördergelder, wenn die Maßnahme richtig aufwendig und teuer ist, so dass vieles unter dem Strich ohne Förderung schneller und günstiger verwirklicht werden kann. Das gilt mit Sicherheit für den Bauabschnitt zwischen dem Steinernen Weg und dem Sportplatz.



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etliche Probleme mehr

5.2.19: Bürgermeister Brohm ist nicht zu beneiden, derzeit hat er etliche Probleme mehr. Die Verwerfungen in der Diözese, die zwei hochrangigen Mitarbeitern den Job gekostet haben, hinterlassen vielerorts tiefe Spuren. Niemand traut sich offensichtlich so recht hinter dem Ofen hervor, kaum jemand will in der Diözese Verantwortung übernehmen. Eine Folge ist, dass dies auch die örtlichen Kirchenverwaltungen angesteckt hat, die oft handlungsunfähig sind oder teilweise gar nicht mehr existieren. Davon ist auch Margetshöchheim betroffen. Der Ankauf des Klostergeländes durch die Gemeinde, den Bürgermeister Brohm eingefädelt hat, liegt auf Eis, ebenso wie der Ankauf eines kirchlichen Grundstücks oberhalb der Staatsstraße. Noch problematischer sind die Auswirkungen auf die Kindertagesstätten am Ort. Bei der Kinderkrippe, deren Sanierung seit Jahren auf dem Abstellgleis steht, neuerdings auf dem juristischen, wären gerade momentan eine klare Linie und Entscheidungskraft dringend nötig. Dass jetzt dringend über den Anbau oder Neubau beim von der Kirche verwalteten Kindergarten entschieden werden muss, ist schlichtweg ein Fiasko. Schließlich gibt es die aktuell hohen Zuschüsse für derartige Projekte wohl nur noch in diesem Jahr.



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alles heiße Luft? die richtige Antwort!

30.1.19: Ergänzend zu unserem letzten Link wieviel Schadstoff sollen wir vertragen? hier ein Kommentar aus dem Spiegel:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/feinstaub-positionspapier-lungenarzt-widerspricht-seinen-kollegen-a-1249884.html



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wieviel Schadstoff sollen wir vertragen?

28.1.19: Egal ob Luftschadstoffe, Tempolimit oder Trickserei der Autokonzerne, CSU-Minister Scheuer sieht das alles recht locker und wenig Anlass, aktiv zu werden. Da kam ihm offensichtlich die Erklärung von 100 Lungenfachärzten gerade recht, die allerdings längst nicht für die Mediziner repräsentativ sind, wie der folgende Beitrag zeigt:
https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_85156056/internationale-lungenaerzte-verteidigen-stickoxid-grenzwerte.html



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Ökologisch tote Vorgärten

27.1.19: Die Liebe zu Wald, Wiese und Natur ist den Deutschen nicht fremd. Und wenn es im Urlaub ist, dürfen Natur und Ambiente auch ruhig etwa wilder und urig sein. Vor der eigenen Haustüre endet allerdings für viele der Spaß am Wildwuchs. Vielerorts haben Schotter und Kieselsteine jedoch Natur und Grünwuchs verdrängt, die Vorgärten gleichen oft einem ökologischen Kontrastprogramm. Ganz neu ist das nicht, wie ein Beitrag in der FAZ vom 20.6.2014 zeigt:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-zierschotterplage-mein-schoener-vorgarten-13001049.html
Dass das Thema immer noch aktuell ist, zeigt der Beitrag "Steine statt Schneeglöckchen" vom 20.1.19 ebenfalls in der FAZ , in dem berichtet wird, dass manche Kommunen in ihren Bebauungsplänen bereits ein "Schottergartenverbot" aufgenommen haben:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/verbot-von-schottergaerten-steine-statt-schneegloeckchen-15992058.html
Im FAZ-Beitrag wird auch von Gegenmaßnahmen mit satirischem Einschlag berichtet:
"Der Nabu veranstaltete einen Fotowettbewerb zum Thema, und eine Facebookgruppe namens „Gärten des Grauens“, initiiert von einem Biologen, sammelt die schlimmsten Beispiele und macht sich darüber lustig. Wer sie durchblättert, möchte sofort ein Apfelbäumchen pflanzen und eine Blumenwiese säen." (https://de-de.facebook.com/GaertenDesGrauens/ und https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/naturschutz-im-garten/23829.html )



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Bei dieser Art von Transparenz hört der Spaß auf.

24.1.19: Mittlerweile sollten eigentlich alle wissen, wie sehr wir uns mit unseren Daten auch denen ausliefern, denen wir sie nun wirklich nicht liefern sollten. Gerade in einer Zeit der politischen Unruhe und Destabilisierung, in der wir nicht sicher sein können, dass bei uns rechtsstaatliche Verhältnisse auf Dauer gewährleistet sind, wäre es fatal, uns einer totalen Überwachungsmöglichkeit auszuliefern:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenkraken-im-Wohnzimmer-Ist-die-Privatsphaere-noch-zu-retten-4270545.html



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Trägt die Presse Mitschuld?

23.1.19: Der folgende Kommentar aus dem Spiegel beschäftigt sich sehr engagiert mit der Frage, welche Mitschuld die Presse am Erstarken von Rechtsradikalismus und Populismus trägt.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/verantwortung-des-journalismus-schluss-mit-business-as-usual-a-1248317.html



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katastrophale Aussichten

22.1.19: Ergänzend zu unserem Beitrag Hochachtung vor diesen Jugendlichen!!! empfehlen wir Ihnen den folgenden Link:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weltwirtschaftsforum-warnt-vor-risiken-und-spaltung-a-1248296.html



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Hochachtung vor diesen Jugendlichen!!!

20.1.19: Dass am Freitag in Würzburg 1000 junge Menschen und in aller Welt wohl hunderttausende Schüler ihre Schulen verlassen haben und für einen Klimaschutz, der diesen Namen auch verdient, auf die Straße gegangen sind, verdient Hochachtung. Um an einer "normalen" Demonstration teilzunehmen, muss man allenfalls den inneren Schweinehund der Bequemlichkeit überwinden. Dazu jedoch die Schule zu verlassen und höchstwahrscheinlich noch eine Strafe zu kassieren, zeigt, dass diese Jugendlichen den Ernst der Lage erkannt haben und bereit sind, für Ihre Zukunft und die Zukunft unserer Welt etwas zu riskieren. Obwohl die Erwachsenen und vor allem die in der Regierungsverantwortung stehenden Politiker genau wissen müssten, was die verharmlosend als Klimawandel bezeichnete sich anbahnende Klimakatastrophe für uns alle bedeutet, wird weiterhin in großem Umfang Braunkohle für die Stromgewinnung verheizt und von der Autolobby und Verkehrsminister Scheuer alles getan, um eine Wende in der Mobilitätspolitik zu verhindern, den wir dringend nötig hätten.
Hut ab vor den Schülern, deren Aktivitäten an die 68er Zeit erinnern. Beschämend ist, dass es in einigen Bundesländern gerade die Junge Union und die Schülerunion waren, die Konsequenzen für die demonstrierenden Schüler gefordert haben. In die Hirne der strammen CDU-Junioren ist wohl noch gar nicht vorgedrungen, dass sich die Erderwärmung, die sich schon deutlich anbahnt, auf der ganzen Bandbreite unseres Lebens bemerkbar macht. Es sind eben nicht nur ein paar Tier- oder Pflanzenarten, die dann vom Erdball verschwinden werden. Die Folge der Klimakatastrophe, die vor allem auch global die Landwirtschaft betrifft, wird eine gigantische Wanderungsbewegung auslösen, gegen die Merkels "Wir schaffen das" ein Ponyhof war.



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Bauplatzmangel?

12.1.19: Landauf, landab wird über den Mangel an Bauland gejammert. Die Realität sieht jedoch vielerorts anders aus. In Leinach wird derzeit ein neues Baugebiet mit 47 Bauplätzen ausgewiesen, obwohl es dort 2018 noch 110 freie Bauplätze gab Gemeinderatssitzung am 15.1.19, Beginn 18 Uhr (Top 5). In Zell will die Gemeinde sogar auf 7,35 ha ein noch viel größeres Baugebiet ausweisen.
Begründet wird all dies meist mit dem Mangel an Wohnraum. Dabei bedeutet ein Überangebot an Bauland noch lange nicht, dass dadurch die Wohnungsnot behoben werden kann. Abgesehen davon, dass vor allem in den Ballungszentren der Wohnungsmarkt extrem angespannt ist, nicht jedoch auf dem flachen Land. Dort bedeuten jedoch neue Baugebiete in aller Regel ein Mehr an Landschaftsverbrauch und Zersiedelung.



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Vergangenheitsbewältigung, auch bei uns?

10.1.19: Wenn man in Deutschland von Vergangenheitsbewältigung spricht, denkt man immer an die Zeit des Naziregimes, in der Deutschland über die Welt und auch über sich unsägliches Leid gebracht hat. Wenn man heutzutage - wie in den letzten Tagen in der Main-Post - nach fast 75 Jahren immer noch von Vergangenheitsbewältigung liest, dann kann das nur bedeuten, dass in den ersten Jahrzehnten nach der Nazi-Diktatur die Vergangenheit nicht oder nur sehr spärlich aufgearbeitet und bewältigt wurde. Das ist nicht nur eine Vermutung, sondern leider auch Realität. Die alten Nazis waren nach 1945 schnell wieder oben auf und besetzten wichtige Posten in Politik, Wirtschaft, Universitäten und besonders auch in der Justiz. So verfasste Adenauers Staatssekretär Globke den Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen, also praktisch die juristische "Betriebsanleitung" für die Verfolgung von Juden, Sinti, Roma und anderen.
Wie am 8.1.19 in der Main-Post zu lesen war, überprüft seit zwei Jahren eine vom Würzburger Stadtrat eingesetzte Kommission, ob Würzburger, nach denen eine Straße benannt ist, durch ihre Nazi-Vergangenheit oder ihre Nähe zum Regime dieser Ehre überhaupt würdig sind. Dabei geht es wohl auch um eine Person, nach der eine Straße im Zeilweggebiet benannt ist.
Auslöser war eine Straße in Lengfeld, die in Kenntnis seiner NS-Vergangenheit 1985 nach dem ehemaligen Würzburger Oberbürgermeister Helmuth Zimmerer benannt worden war. 2015 benannten die Ratsmitglieder schließlich die Straße um, nach dem katholischen Antifaschisten Georg Angermaier, der in der NS-Zeit unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Damit erinnert die Straße an einen mutigen Gegner des NS-Regimes, der diese Würdigung ehrlich verdient hat.
Einen Tag später (am 9.1.19) berichtete die Main-Post im überregionalen und im Landkreisteil von einem ähnlichen Vorgang, der in der Dimension allerdings wesentlich gravierender war und der überdeutlich zeigte und wohl auch zeigt, dass das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte mancherorts noch immer nicht einmal ansatzweise bewältigt ist.
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Alfred-Eck-bekommt-eine-Ausstellung;art779,10149052
Es geht um die gescheiterte Benennung der Auber Schule nach dem Baldersheimer Alfred Eck, der in den letzten Kriegstagen auf dem Auber Marktplatz aufgehängt wurde, weil er mit einer weißen Fahne auf die anrückenden Amerikaner zuging und so die Zerstörung seines Heimatdorfes verhinderte. Beides, die Georg-Angermaier-Straße und die gescheiterte Benennung der Schule nach Alfred Eck, haben etwas miteinander zu tun (und ein ganz klein wenig auch mit Margetshöchheim).
Georg Angermaiers Sohn, der Notar Kilian Angermaier, hat nämlich als Auber Stadtrat die Benennung der Schule nach Alfred Eck beantragt und durchgesetzt. Warum die Schule doch nicht nach dem Retter von Baldersheim benannt wurde, berichtet die Main-Post in der gestrigen Ausgabe: "... Doch alte Kriegsveteranen und das Schulamt mischten sich hinterher ein. Der Name Eck wurde schlechtgemacht. Die Auber Schule dürfte doch nicht den Namen eines Verräters tragen, wehrte sich der damalige Schulamtsdirektor vehement ...". (Der Schulamtsdirektor war der 2018 verstorbene Fritz Schäffer.)
Als die Margetshöchheimer SPD Ende 1995 kurz vor der Kommunalwahl eine Veranstaltung mit Fritz Schäffer durchführte, erinnerte die MM im MM-Blättle (50 Jahre nach Kriegsende) an die Rolle Schäffers bei der verhinderten Namensgebung der Auber Schule. Die Folge war eine bis dahin noch nie erlebte Schmutzkampagne der örtlichen SPD vor allem gegen Peter Etthöfer.
Im Wahlkampfpamphlet der SPD war u.a. die Rede von „publizistischen Methoden, die aus der braunen Hexenküche stammen“, von ständigen Diffamierungen und dass sich bei "Herrn E. die respektvolle Nennung seines vollen bürgerlichen Namens angesichts seiner ständigen persönlichen Beleidigungen von selbst verbietet“.
Von einer Partei wie der SPD, hätte man so etwas eigentlich nicht erwartet, gerade angesichts des Schicksals von Alfred Eck, auf dessen Sterbebild man lesen konnte: "Durch seinen Opfertod am 7. April 1945 rettete er sein Heimatdorf vor der Vernichtung." Von Alfred Eck und seinem Schicksal war in dem SPD-Blättchen damals übrigens kein Wort zu lesen. So viel zum Thema "Vergangenheitsbewältigung".
Wir haben übrigens erst nachträglich erfahren, dass Herr Schäffer SPD-Mitglied war.



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