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kritisch betrachtet ...

katastrophale Aussichten

22.1.19: Ergänzend zu unserem Beitrag Hochachtung vor diesen Jugendlichen!!! empfehlen wir Ihnen den folgenden Link:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weltwirtschaftsforum-warnt-vor-risiken-und-spaltung-a-1248296.html



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Hochachtung vor diesen Jugendlichen!!!

20.1.19: Dass am Freitag in Würzburg 1000 junge Menschen und in aller Welt wohl hunderttausende Schüler ihre Schulen verlassen haben und für einen Klimaschutz, der diesen Namen auch verdient, auf die Straße gegangen sind, verdient Hochachtung. Um an einer "normalen" Demonstration teilzunehmen, muss man allenfalls den inneren Schweinehund der Bequemlichkeit überwinden. Dazu jedoch die Schule zu verlassen und höchstwahrscheinlich noch eine Strafe zu kassieren, zeigt, dass diese Jugendlichen den Ernst der Lage erkannt haben und bereit sind, für Ihre Zukunft und die Zukunft unserer Welt etwas zu riskieren. Obwohl die Erwachsenen und vor allem die in der Regierungsverantwortung stehenden Politiker genau wissen müssten, was die verharmlosend als Klimawandel bezeichnete sich anbahnende Klimakatastrophe für uns alle bedeutet, wird weiterhin in großem Umfang Braunkohle für die Stromgewinnung verheizt und von der Autolobby und Verkehrsminister Scheuer alles getan, um eine Wende in der Mobilitätspolitik zu verhindern, den wir dringend nötig hätten.
Hut ab vor den Schülern, deren Aktivitäten an die 68er Zeit erinnern. Beschämend ist, dass es in einigen Bundesländern gerade die Junge Union und die Schülerunion waren, die Konsequenzen für die demonstrierenden Schüler gefordert haben. In die Hirne der strammen CDU-Junioren ist wohl noch gar nicht vorgedrungen, dass sich die Erderwärmung, die sich schon deutlich anbahnt, auf der ganzen Bandbreite unseres Lebens bemerkbar macht. Es sind eben nicht nur ein paar Tier- oder Pflanzenarten, die dann vom Erdball verschwinden werden. Die Folge der Klimakatastrophe, die vor allem auch global die Landwirtschaft betrifft, wird eine gigantische Wanderungsbewegung auslösen, gegen die Merkels "Wir schaffen das" ein Ponyhof war.



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Bauplatzmangel?

12.1.19: Landauf, landab wird über den Mangel an Bauland gejammert. Die Realität sieht jedoch vielerorts anders aus. In Leinach wird derzeit ein neues Baugebiet mit 47 Bauplätzen ausgewiesen, obwohl es dort 2018 noch 110 freie Bauplätze gab Gemeinderatssitzung am 15.1.19, Beginn 18 Uhr (Top 5). In Zell will die Gemeinde sogar auf 7,35 ha ein noch viel größeres Baugebiet ausweisen.
Begründet wird all dies meist mit dem Mangel an Wohnraum. Dabei bedeutet ein Überangebot an Bauland noch lange nicht, dass dadurch die Wohnungsnot behoben werden kann. Abgesehen davon, dass vor allem in den Ballungszentren der Wohnungsmarkt extrem angespannt ist, nicht jedoch auf dem flachen Land. Dort bedeuten jedoch neue Baugebiete in aller Regel ein Mehr an Landschaftsverbrauch und Zersiedelung.



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Vergangenheitsbewältigung, auch bei uns?

10.1.19: Wenn man in Deutschland von Vergangenheitsbewältigung spricht, denkt man immer an die Zeit des Naziregimes, in der Deutschland über die Welt und auch über sich unsägliches Leid gebracht hat. Wenn man heutzutage - wie in den letzten Tagen in der Main-Post - nach fast 75 Jahren immer noch von Vergangenheitsbewältigung liest, dann kann das nur bedeuten, dass in den ersten Jahrzehnten nach der Nazi-Diktatur die Vergangenheit nicht oder nur sehr spärlich aufgearbeitet und bewältigt wurde. Das ist nicht nur eine Vermutung, sondern leider auch Realität. Die alten Nazis waren nach 1945 schnell wieder oben auf und besetzten wichtige Posten in Politik, Wirtschaft, Universitäten und besonders auch in der Justiz. So verfasste Adenauers Staatssekretär Globke den Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen, also praktisch die juristische "Betriebsanleitung" für die Verfolgung von Juden, Sinti, Roma und anderen.
Wie am 8.1.19 in der Main-Post zu lesen war, überprüft seit zwei Jahren eine vom Würzburger Stadtrat eingesetzte Kommission, ob Würzburger, nach denen eine Straße benannt ist, durch ihre Nazi-Vergangenheit oder ihre Nähe zum Regime dieser Ehre überhaupt würdig sind. Dabei geht es wohl auch um eine Person, nach der eine Straße im Zeilweggebiet benannt ist.
Auslöser war eine Straße in Lengfeld, die in Kenntnis seiner NS-Vergangenheit 1985 nach dem ehemaligen Würzburger Oberbürgermeister Helmuth Zimmerer benannt worden war. 2015 benannten die Ratsmitglieder schließlich die Straße um, nach dem katholischen Antifaschisten Georg Angermaier, der in der NS-Zeit unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Damit erinnert die Straße an einen mutigen Gegner des NS-Regimes, der diese Würdigung ehrlich verdient hat.
Einen Tag später (am 9.1.19) berichtete die Main-Post im überregionalen und im Landkreisteil von einem ähnlichen Vorgang, der in der Dimension allerdings wesentlich gravierender war und der überdeutlich zeigte und wohl auch zeigt, dass das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte mancherorts noch immer nicht einmal ansatzweise bewältigt ist.
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Alfred-Eck-bekommt-eine-Ausstellung;art779,10149052
Es geht um die gescheiterte Benennung der Auber Schule nach dem Baldersheimer Alfred Eck, der in den letzten Kriegstagen auf dem Auber Marktplatz aufgehängt wurde, weil er mit einer weißen Fahne auf die anrückenden Amerikaner zuging und so die Zerstörung seines Heimatdorfes verhinderte. Beides, die Georg-Angermaier-Straße und die gescheiterte Benennung der Schule nach Alfred Eck, haben etwas miteinander zu tun (und ein ganz klein wenig auch mit Margetshöchheim).
Georg Angermaiers Sohn, der Notar Kilian Angermaier, hat nämlich als Auber Stadtrat die Benennung der Schule nach Alfred Eck beantragt und durchgesetzt. Warum die Schule doch nicht nach dem Retter von Baldersheim benannt wurde, berichtet die Main-Post in der gestrigen Ausgabe: "... Doch alte Kriegsveteranen und das Schulamt mischten sich hinterher ein. Der Name Eck wurde schlechtgemacht. Die Auber Schule dürfte doch nicht den Namen eines Verräters tragen, wehrte sich der damalige Schulamtsdirektor vehement ...". (Der Schulamtsdirektor war der 2018 verstorbene Fritz Schäffer.)
Als die Margetshöchheimer SPD Ende 1995 kurz vor der Kommunalwahl eine Veranstaltung mit Fritz Schäffer durchführte, erinnerte die MM im MM-Blättle (50 Jahre nach Kriegsende) an die Rolle Schäffers bei der verhinderten Namensgebung der Auber Schule. Die Folge war eine bis dahin noch nie erlebte Schmutzkampagne der örtlichen SPD vor allem gegen Peter Etthöfer.
Im Wahlkampfpamphlet der SPD war u.a. die Rede von „publizistischen Methoden, die aus der braunen Hexenküche stammen“, von ständigen Diffamierungen und dass sich bei "Herrn E. die respektvolle Nennung seines vollen bürgerlichen Namens angesichts seiner ständigen persönlichen Beleidigungen von selbst verbietet“.
Von einer Partei wie der SPD, hätte man so etwas eigentlich nicht erwartet, gerade angesichts des Schicksals von Alfred Eck, auf dessen Sterbebild man lesen konnte: "Durch seinen Opfertod am 7. April 1945 rettete er sein Heimatdorf vor der Vernichtung." Von Alfred Eck und seinem Schicksal war in dem SPD-Blättchen damals übrigens kein Wort zu lesen. So viel zum Thema "Vergangenheitsbewältigung".
Wir haben übrigens erst nachträglich erfahren, dass Herr Schäffer SPD-Mitglied war.



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