Startseite
Was gibt´s Neues?
topaktuell
MM koMMunal
Termine
Sonderseiten
nicht ganz so ernst gemeint ...
kritisch betrachtet ...
wer wir sind
vor 35 Jahren
was wir wollen
was wir erreichten
Unser Trinkwasser
    Nitratwerte
    Verkeimungsprobleme
    Unser Trinkwasser bis 7/2017
Umwelt und Tipps
Ortssanierung: Tips und Infos
Kultur pur
Kunst und Kultur vor Ort
MM-Blättle
Margetshöchheim früher
Kontakt
Impressum und Datenschutz
Links

Unser Trinkwasser

Ein Tropfen auf den heißen Stein

14.12.18: Die Niederschläge der letzten Tage waren nach der über ein halbes Jahr andauernden Dürre nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Da die Feuchtigkeit allenfalls einige Zentimeter ins Erdreich und nicht in tiefere Schichten eingedrungen ist, brachte das bisher weder fürs Grundwasser noch für die Landwirtschaft etwas. Falls es in den nächsten Wochen noch deutlich mehr regnen sollte, wäre das zwar ein Segen für die Landwirtschaft und auch der Grundwasserspiegel würde wieder etwas ansteigen. Normalerweise würde durch kräftige Niederschläge auch die Nitratkonzentration im Grundwasser etwas "verwässert" und damit reduziert. Heuer könnte dann jedoch der gegenteilige Effekt eintreten, da der Mineraldünger in der Vegetationszeit mangels Niederschlägen nicht aufgelöst wurde und somit von den Pflanzen nicht verbraucht werden kann. Wenn es jetzt länger regnet, spülen die Niederschläge den unverbrauchten Stickstoffdünger ins Grundwasser, was zu einer Erhöhung der Nitratwerte führt.



Nach oben

Kann Nitrat gesund sein?

5.11.18: Dass Nitrat, besonders in höheren Konzentrationen, gesundheitsschädlich sein kann, dürfte unbestritten sein. Schließlich wurde deshalb der Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser Mitte der 80er Jahre von 90 auf 50 mg/l herabgesetzt. Vielfach wird dabei auf die Gefahr von Blausucht bei Säuglingen verwiesen, weil durch hohe Stickstoffkonzentrationen in den ersten Lebensmonaten der Sauerstofftransport im Blut blockiert werden kann, was praktisch zu einer Art "innerem Ersticken" führt. Diese Gefahr dürfte bei uns heutzutage ausgeschlossen sein. Die Zeiten, in denen teilweise 200 mg/l (z.B. in einer Weinbaugemeinde) nachgewiesen wurden, dürften vorbei sein. Oft lag das auch daran, dass der Hausbrunnen direkt neben dem Misthaufen lag. Problematischer ist, dass das theoretisch noch relativ harmlose Nitrat im Körper zum hochgiftigen Nitrit umgewandelt werden kann, das sich in Kombination mit Eiweißen zum krebserregenden Nitrosamin verwandeln kann. Diese Problematik gilt jedoch nicht nur für das Trinkwasser. Auch sonst gesunde Lebensmittel wie etwa Spinat oder Salate speichern bei entsprechender Düngung relativ viel Nitrat. Das gilt besonders für den Unterglasanbau im Winter, wenn sich das Sonnenlicht rarmacht, das den Stickstoff in den Pflanzen abbaut.
Neueste Studien lassen jedoch vermuten, dass Nitrat besonders bei Herz- und Gefäßerkrankungen auch eine positive Wirkung haben kann. In der Ausgabe vom 11. Mai 2018 des Deutschen Ärzteblatts wird darüber ausführlich berichtet. In Tierversuchen hat man zum Beispiel festgestellt, dass Nitratgaben den Blutdruck senken und die Gefäßsteifheit reduzieren können. Das gilt wohl auch für ältere Menschen, wie sich in einer kleinen klinischen Studie mit 11 älteren Probanden zeigte. Mehrere Forschergruppen stellten bei Versuchen mit verschiedenen Tierspezies fest, dass eine nitratreiche Diät die Infarktgröße verringert hat.
Im Ärzteblatt ist in dem zitierten Beitrag zu lesen: "in jedem Fall ist es nicht falsch, auf eine nitratreiche Ernährung zu achten - eine Bedingung, die etwa die mediterrane Diät und eine traditionelle japanische Kost ohnehin erfüllen." Eine Empfehlung, die wohl vor allem an ältere Personen gerichtet ist.



Nach oben

aktuelle Nitratwerte vom September 18

2.10.18: Margetshöchheim hat bekanntlich seit dem Frühjahr mit steigenden Nitratwerten zu kämpfen, nachdem es der Gemeinde in den letzten Jahrzehnten gelungen war, die Nitratwerte stabil unter den Grenzwert zu drücken. Über die möglichen Ursachen (Grünlandumbrüche, geringe Niederschläge usw.) haben wir auf dieser Seite ausführlich informiert. Insofern ist es zwar nicht beruhigend, aber doch erfreulich, dass die aktuellen Werte der Messung am 17.9.18 sich zumindest unter dem Grenzwert von 50 mg/l stabilisiert haben. Im Brunnen I, der meist die höheren Werte aufweist, wurden 47,1 mg/l gemessen. Der Wert im Brunnen II liegt bei 45,8 mg/l. Wer sich für die Werte seit 2006 interessiert, findet sie hier: Aktuelle Nitratwerte in mg/l .
Man muss immer davon ausgehen, dass es sich dabei oft um Momentaufnahmen handelt, wie die Untersuchungen von Ende August gezeigt haben, als innerhalb weniger Stunden mehrere Proben entnommen wurden.
Man muss allerdings wegen der anhaltenden Trockenheit mit erneut steigenden Werten rechnen. Deshalb ist der illegale Umbruch von zwei Grünlandflächen der Gemeinde ( mysteriös ) ein Schlag gegen unsere Wasserversorgung. Wir bitten deshalb noch einmal um Hinweise, wenn jemand den Grünlandumbruch neben der Kürbislagerfläche an der Einfahrt zum Zeilweggebiet beobachtet hat. Hinweise nimmt Peter Etthöfer (462307) entgegen, der diese vertraulich behandelt.



Nach oben

mysteriös

24.9.18: Unser Trinkwasser hat, wenn man einmal von dem derzeitigen Sanierungsbedarf im oberen Hochbehälter absieht, nur ein Problem, nämlich die hohen Nitratwerte, die im letzten Jahr knapp am Grenzwert lagen. Das dürfte eigentlich jedermann bekannt sein. Um so erstaunlicher ist es, dass an der Einfahrt ins Zeilweggebiet oberhalb der Spargelhütte, wo derzeit Kürbisse liegen, die Wiese umgebrochen wurde. Dabei ist laut Wasserschutzgebietsverordnung zur Verminderung der Nitratbelastung Grünlandumbruch in allen Zonen strikt verboten. Und diese Fläche in der Schutzzone IIIA war schon seit etwa drei Jahrzehnten Grünland. Mysteriös ist das Ganze auch deswegen, weil die Fläche im Eigentum der Gemeinde Margetshöchheim ist und damals zum Schutz des Trinkwassers in Grünland umgewandelt wurde. Es ist uns ein Rätsel, wer die Fläche umgebrochen hat und an dieser grundwasserschädigenden Maßnahme Interesse haben kann. Einfahrt zum Zeilweg

Noch mysteriöser wurde für uns der Vorfall, als wir einen Tag später feststellten, dass eine weitere Fläche am nördlichen Rand der Wasserschutzzone II im Sandflurgebiet ebenfalls umgebrochen wurde. Dort liegt der Pegel F4, an dem regelmäßig der Grundwasserstand und die Nitratwerte gemessen werden. Auch diese Fläche ist im Eigentum der Gemeinde. Sie liegt zwar knapp außerhalb des amtlich festgelegten Schutzgebiets, allerdings nach dem jüngsten Gutachten noch im Wassereinzugsgebiet. Deshalb hat man die Fläche vor einigen Jahren einem Landwirt gekündigt, damit sich dort zum Schutz des Trinkwassers Grünland entwickelt. im Sandflurgebiet

Auch hier ist es uns ein Rätsel, was und wer hinter dieser Aktion steht. Vielleicht hat jemand einen dieser Vorgänge beobachtet und kann uns einen Tipp geben, wer hier am Werk war.



Nach oben

Einfahrt zum Zeilweg




Nach oben

im Sandflurgebiet




Nach oben

Eigenes Wasser ist viel wert

20.9.18: Da die Verkeimung im Zellinger Hochbehälter der Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM) bei den Bürgern und den Medien viel Staub aufgewirbelt hat, wollen wir hierzu noch ein paar Zusatzinformationen liefern. Dort waren bzw. sind bekanntlich 50.000 Bürger in 18 Gemeinden von der Abkochanordnung betroffen. Kritisiert wurde vor allem, dass zu spät und teilweise nur über die Medien und nicht durch Feuerwehrdurchsagen gewarnt wurde.
Margetshöchheim mit seiner Eigenwasserversorgung war bekanntlich nicht von der Verunreinigung betroffen. Falls wir ans verunreinigte Fernwasser angeschlossen wären, hätte es uns allerdings am letzten Freitag zu einem ungünstigen Zeitpunkt erwischt. Da am 14.9. gerade die beiden Server ausgetauscht wurden, gingen weder Telefon noch Computer. Deswegen war das Rathaus geschlossen. Die Nachricht hätte den 2. Bürgermeister, der als Vertreter im Amt war, somit gar nicht erreicht. Im Grunde genommen hätte er auch nur die Feuerwehr mit einer Lautsprecherwarnung losschicken können. Da die Gemeindewebsite extern betreut wird, wäre ein Hinweis wohl auch erst am Wochenbeginn möglich gewesen. Etthöfer erfuhr übrigens erst durch Anrufe von Bürgern von der Verkeimung, da viele befürchteten, es könne auch Margetshöchheim betroffen sein. Etthöfer stellte deswegen sicherheitshalber eine Entwarnung auf die MM-Website.
Bei uns wäre so ein Ernstfall aus verschiedenen Gründen etwas anders abgelaufen als bei einem großen Fernwasserverband. In Margetshöchheim mit begrenztem Ortsnetz und geringer Einwohnerzahl hat die "Energie" die technische Betriebsführung. Hier weiß man schnell, wen man erreichen kann, auch am Wochenende. Wir hatten vor einigen Jahren ja im Zuge der Bauarbeiten in der hinteren Mainstraße beim Austausch der Wasserleitung einen ähnlichen Fall, in dem die Bevölkerung durch Feuerwehrdurchsagen umgehend informiert und auf die Gemeindewebsite verwiesen wurde. Als dort zeitnah nichts zu finden war, wussten sich viele im Ort zu helfen und wurden auf der MM-Website fündig, wo die wichtigsten Informationen zu finden waren.

War die Reaktion der Behörden überzogen?
Nach der Trinkwasserverordnung darf kein einziger dieser Keime im Trinkwasser vorkommen. Insofern ist das Abkochgebot sicher angebracht. Trotzdem sollte man nun nicht in Panik ausbrechen. Deshalb verweisen wir auf einen Link, den wir bereits vor einigen Monaten auf unserer Website veröffentlicht haben: http://www.trinkwasserspezi.de/Mikroorganismen.pdf . Es ist zwar kein Trost, aber doch ein Grund, nicht schlagartig in Panik auszubrechen. Das Trinkwasser, auch das in Hochbehältern, wird nur sporadisch bakteriologisch untersucht. Man kann also davon ausgehen, dass schon länger Keime im Trinkwasser sind, bevor sie entdeckt werden. Engmaschig wird nur dann untersucht, wenn mit einer Verunreinigung (etwa durch Bauarbeiten) gerechnet werden muss. Man muss auch bedenken, dass es in der Regel 3 Tage dauert, bis das Ergebnis der bakteriologischen Untersuchung vorliegt. Somit ist es klar, dass das belastete Waser sich iin der Zwischenzeit n den Strängen der Fernwasserleitungen ausgebreitet hat. Deshalb muss das Wasser so lange abgekocht werden, bis dieses Wasser verbraucht oder abgelassen ist und das gechlorte Wasser beim Verbraucher ankommt.
Abschließend hat sich gezeigt, dass kleine Strukturen wie die Margetshöchheimer Wasserversorgung einen deutlichen Vorteil haben. Beim Fernwasser hängen oft Millionen (im aktuellen Fall Zigtausende) an einem Strang, der die Probleme zwangsläufig großflächig verteilt. Auch wir in Margetshöchheim können Probleme haben, können dann jedoch kleinräumig reagieren, etwa indem wir eine verkeimte Kammer eines Hochbehälters vom Netz nehmen.



Nach oben

Sitzen wir bald auf dem Trockenen?

30.8.18: In den letzten Jahren hatten wir immer häufiger extreme Temperaturen und extreme Trockenheit. Dieses Jahr war in puncto Langzeit-Trockenheit allerdings der Spitzenreiter, vor allem in Nordbayern und da wiederum besonders in Unterfranken. Was sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hat, wurde 2018 noch übertroffen: Während es ringsum wenigstens bei einem Gewitter zu nennenswerten Niederschlägen kam, in Margetshöchheim blieben die Schleusen des Himmels geschlossen.
Dass dies für die Grund- und damit die Trinkwassersituation nicht ohne Folgen sein kann, dürfte klar sein, obwohl die Presse, besonders die Main-Post, den Eindruck erweckte, dass man in Unterfranken noch weit von einem Trinkwassernotstand entfernt sei. Dieser Zweckoptimismus fußt vor allem auf den Aussagen der Fernwasserversorger, die fast alle am Tropf der Fernwasserleitung aus dem Lechmündungsgebiet in die Donau bei Genderkingen einen Großteil des Wassers beziehen. Von dort laufen die gigantischen Fernwasserleitungen nämlich bis nach Oberfranken und bis an den Main bei Marktsteft. Südbayern ist zwar generell niederschlagsreich, trotzdem geht die Trockenheit auch dort nicht spurlos vorüber. So wurde die Überleitung von Donauwasser nach Nordbayern gedrosselt, mit der vor allem das Kühlwasser für die Kraftwerke (bis vor kurzem das AKW Grafenrheinfeld) gewährleitet werden sollte. Um die Donauschifffahrt nicht durch niedrige Wasserstände zu behindern, brauchte man am Weißwurstäquator nämlich selbst das Wasser.
Weite Teile Mittel- und Unterfrankens säßen heute schon längst auf dem Trockenen, weil man sich wegen der Fernwasserideologie der bayerischen Staatsregierung mit den entsprechenden Zuschüssen an die Fernwasserstränge locken ließ und die eigenen Wasserversorgungen verludern ließ und letztendlich schloss.

Wie sieht die Grundwassersituation bei uns aus?
Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Brunnen in der Sandflur im Grundwasser-Rückstaubereich des Mains liegen, so dass wir bislang noch mit einem blauen Auge davongekommen sind und derzeit noch über genügend Grundwasser verfügen. Das bedeutet nicht, dass wir Mainwasser oder Mainuferfiltrat fördern. Es ist vielmehr so, dass das Wasser von der Hochfläche im Grundwasser normalerweise in Richtung Vorfluter (bei uns der Main) abfließt. Genau dieses Wasser fördern wir in den beiden Sandflurbrunnen, das ansonsten direkt in den Main oder vorher in den Flutgraben längs des Radwegs und von da in den Main fließen würde.
Trotzdem ist der Grundwasserstand bei uns seit Jahren wegen der geringen Niederschläge besonders im Winterhalbjahr auf einem relativ niedrigen Niveau. Da es im vergangenen Winter wenigstens ab und zu etwas geregnet hat, hatte sich der Grundwasserstand zum Jahresbeginn wenigstens etwas erholt. Mittlerweile ist er jedoch wieder deutlich abgesunken. Entscheidend wird sein, ob es im kommenden Winter ausreichend Niederschläge gibt.
Auch wenn wir derzeit noch kein akutes Mengenproblem haben, eines kann man jedoch schon heute sagen: Wegen der mangelnden Niederschläge in der Vegetationszeit sind nicht nur die Pflanzen kaum gewachsen, auch der Mineraldünger wurde nicht aufgelöst und von den Pflanzen aufgenommen. Wenn es nun in der vegetationslosen Zeit regnet, wird der Kunstdünger ins Grundwasser ausgewaschen, ohne dass Pflanzen ihn aufnehmen können. Das bedeutet, dass das Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen wird und somit die Nitratwerte wieder steigen werden. Das kann von den Landwirten lediglich durch den Anbau von Zwischenfrüchten (z. B. Senf) im Herbst wenigstens etwas gemindert werden.



Nach oben

große Bandbreite bei den Nitratwerten

27.8.18: Die Gemeinde Margetshöchheim hat seit einem Jahr wegen gestiegener Nitratwerte das Wasser sehr häufig untersuchen lassen. Da es bei den Ergebnissen zu einer sehr großen Bandbreite kam, ging die Gemeinde davon aus, dass es sich bei extremen Abweichungen um Fehlmessungen handeln muss. Sicherheitshalber hat man deshalb in der letzten Woche an einem Tag den Brunnen I vier Stunden im Dauerbetrieb laufen lassen und in dieser Zeit viermal Proben entnommen. Die Ergebnisse schwankten stark und lagen zwischen 47,7 und 38,8 mg/l Nitrat. Erfreulich ist immerhin, dass keiner der gemessenen Werte über dem Grenzwert lag.



Nach oben

Grundwasserschutz ist sein Geld wert

18.8.18: Wir haben vor wenigen Tagen unsere Bedenken hinsichtlich der geplanten staatlichen Maßnahmen für die Landwirtschaft zur Verbesserung der Grundwasserqualität geäußert ( Rote Karte für die rote Karte ). Bislang war es nicht nur in Bayern, aber besonders da üblich, dass die staatlichen Stellen aus Rücksicht auf den Bauernverband einerseits vor drastischen Auflagen für die Landwirtschaft zurückschreckten, aber andererseits selbst bei geringen Einschränkungen von den Wasserversorgern einen deutlichen finanziellen Ausgleich für die Landwirte erwarteten. Oft war es auch so, dass die Landwirtschaftspolitik Förderprogramme auflegte, die sogar grundwasserschädlich waren, was man nun wirklich nicht den Landwirten anlasten kann.
Unser Problem ist, dass wir in Unterfranken und besonders auch in Margetshöchheim wegen der durchlässigen Böden und der geringen Niederschläge, verschärft durch den Klimawandel, die Situation haben, dass die Nitratbelastung des Grundwassers selbst bei einer grundwasserschonenden Wirtschaftsweise der Landwirte nur schwer zu senken ist. Im Klartext bedeutet dies, dass die Landwirte noch weniger düngen müssen, als dies bei "ordnungsgemäßer Landwirtschaft" üblich ist, um eine Reduzierung der Nitratbelastung zu erreichen. Dass das zu Mindererträgen und damit zu finanziellen Einbußen führt, dürfte unstrittig sein. Ohne finanziellen Ausgleich ist dies jedoch niemand zuzumuten. Da es bislang von staatlicher Seite keine sinnvollen und effektiven Fördermaßnahmen für grundwasserschonendes Wirtschaften gibt, müssen die Wasserversorger, in unserem Fall die Gemeinde Margetshöchheim, solche Angebote an die Landwirtschaft finanzieren. Die Gemeinde hat deshalb ein Fachbüro aus Bayreuth ins Boot geholt, das ein Grundwasserschutzkonzept mit den entsprechenden finanziellen Angeboten für die Landwirte erarbeitet hat.
Ein Problem ist, dass die Landwirte - eigentlich verständlicherweise - darauf programmiert sind, vorrangig landwirtschaftliche Erträge und damit ihr Einkommen zu erwirtschaften. Vielfach fühlen sie sich noch als Almosenempfänger, wenn sie für niedrigere Erträge und damit für mehr Grundwasserschutz Zahlungen erhalten. Dabei erbringen sie durch grundwasserschonendes Wirtschaften eine Leistung für die Allgemeinheit, die für die Gemeinde und damit für die Bürger bares Geld wert ist. Denn andernfalls müsste Fernwasser teuer eingekauft oder das eigene Wasser aufwendig aufbereitet werden.
Es ist uns klar, dass dies auf den ersten Blick für manche schwer verständlich ist. Man darf aber nicht vergessen, dass wegen der mangelnden Verdünnung des Nitrats durch die trockenen Verhältnisse in Nordbayern und die Durchlässigkeit der Böden eine besonders schwierige Situation in weiten Teilen Nordbayerns besteht, während es angesichts der größeren Niederschlagsmengen in Südbayern dort trotz erheblich höherer Düngermengen kaum Nitratprobleme gibt. Statt die Landwirtschaft in den Problemgebieten Nordbayerns stärker zu unterstützen vergibt man staatlicherseits lieber nicht unerhebliche Fördermittel lieber nach dem Gießkannenprinzip. Das bringt zwar für die Umwelt wenig bis nichts, soll jedoch die Landwirte flächendeckend bei Laune halten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Probleme der unterfränkischen Trockengebiete offensichtlich für die Staatsregierung in München kaum von Interesse sind.
Man kann nun nur hoffen, dass die durchaus lukrativen Angebote der Gemeinde Margetshöchheim möglichst von allen Landwirten angenommen werden.



Nach oben

Rote Karte für die rote Karte

14.8.18: Nachdem die Bundesrepublik wegen der bundesweiten Nitratprobleme vom Europäischen Gerichtshof verurteilt worden ist, sollen nun neue (äußerst halbherzige) Düngevorschriften die Grundwasserqualität verbessern. In Bayern sollen nun für die auf einer roten Karte eingetragenen Gebiete strengere Auflagen gelten, die aber wohl das Papier, auf dem sie gedruckt sind, nicht wert sind. Für die eigentlichen Problemgebiete in Nordbayern bringen sie herzlich wenig, da angesichts der geringen Niederschläge und der durchlässigen Böden meist der Mineraldünger und nicht die Gülle das Problem ist. Es wird wohl - noch dazu in Bayern vor der Wahl - bei der altbekannten Masche bleiben. Die Wasserversorger sollen für läppische Einschränkungen zahlen, die das Problem kaum lösen können, aber das belastete Wasser zusätzlich noch teurer machen. Was in den Nitrat-Problemgebieten wirklich helfen würde, wären gravierende Nutzungseinschränkungen, die für die Landwirte allerdings deutliche Einbußen bedeuten würden. Die müsste man zweifelsohne ausgleichen. Das kann aber nur funktionieren, wenn der Freistaat sich nicht weiter verantwortungslos wegducken würde, sondern Herr Söder statt Wahlgeschenke zu verteilen lieber die nötigen Mittel für einen flächendeckenden Grundwasserschutz herausrücken würde. Der ist nämlich ein gesamtgesellschaftliches Problem, das nicht nur zu Lasten der Wasserversorger und der Landwirte gelöst werden kann.
Informationen hierzu finden Sie in einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung:
https://www.sueddeutsche.de/bayern/naturschutz-gefahr-fuer-mensch-und-natur-1.4089589

Weitere Informationen zur Wasserproblematik finden Sie auch auf der Homepage des Bund Naturschutz in Bayern:
https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/rette-unser-wasser.html

Über die spezielle örtliche Situation finden Sie in Kürze an dieser Stelle weitere Informationen.



Nach oben

Trinkwasseruntersuchung nach EÜV

10.8.18: Gestern erhielt die Gemeinde Margetshöchheim die Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchung nach der Eigenüberwachungsverordnung EÜV. Die Proben wurden am 18.6.18 entnommen. Die lange Dauer von der Probenahme bis zur Übermittlung des Ergebnisses hat einen plausiblen Hintergrund: Bei dieser "großen" Untersuchung, die einmal im Jahr erfolgen muss, wird das Wasser auf Dutzende chemische und sonstige Inhaltsstoffe und Parameter untersucht. Außerdem ist zusätzlich die viermal im Jahr obligatorische mikrobiologische Untersuchung (auf Verkeimung) erforderlich. Besonders zeitaufwändig ist die Untersuchung auf die verschiedensten Pestizidwirkstoffe und neuerdings auch auf die Uranbelastung. Obwohl die Nitratbelastung unser einziges echtes Trinkwasserproblem ist, werden also nicht nur die Nitratwerte gemessen, die die Gemeinde vierteljährlich und neuerdings sogar noch öfter ermitteln lässt, obwohl sie dazu nicht verpflichtet ist.
Erfreulich ist, dass alle Werte den Vorgaben der Trinkwasserverordnung entsprechen, auch der Nitratwert, der bei der Messung bei 46 mg/l liegt. Die Nitrat-Messergebnisse finden Sie auf der MM-Seite immer unter: Aktuelle Nitratwerte in mg/l . Dort finden Sie zusätzlich noch die Messergebnisse einer Nitratuntersuchung vom 25.6.18, die noch besser ausgefallen ist. Wir haben über die überraschend guten Werte am 6.7.18 berichtet und vor Euphorie gewarnt, weil angesichts der extremen Trockenheit wieder mit einem Anstieg der Werte zu rechnen ist: Überraschend niedrige Nitratwerte . Warum die Ergebnisse der späteren Untersuchung deutlich früher vorlagen, haben wir oben ausführlich erklärt.
Zur Erläuterung noch ein Hinweis: Bei der EÜV-Untersuchung wurden nur eine Probe aus dem Ortsnetz und der Brunnen II untersucht, weil zum Zeitpunkt der Probenahme die Pumpe des Brunnens I defekt war. Beide Messergebnisse stimmen mit 46,0 mg/l (Grenzwert 50 mg/l) überein, was ein Indiz dafür ist, dass diese Werte wohl absolut belastbar sind.
Erwähnenswert ist noch, dass nicht einmal Spuren von Pestiziden im Margetshöchheimer Trinkwasser nachgewiesen werden können. Das gilt auch für das im Verhältnis zum Nitrat wesentlich problematischere Nitrit.
Der Härtegrad unseres Wassers liegt bei 23,3 ° dH. Die bei der Probenahme im Ortsnetz gemessene Wassertemperatur lag bei 18,5 °, was angesichts der extremen Hitzegrade vielleicht noch erklärbar ist. Dass aber auch das Wasser aus den Brunnen im Sandflur schon den Wert von 14,0 ° erreicht hat, verwundert uns allerdings schon, da Grundwasser normalerweise bei 8 ° liegt. Entweder wurde die Temperatur in der Wasserprobe erst später gemessen, oder die extreme Erwärmung wirkt sich auch schon in tieferen Bodenschichten aus. Dazu passt, dass auch im Hochbehälter bereits Wassertemperaturen knapp unter 20° gemessen wurden, was nicht ganz unproblematisch ist, da sich Keime bei solchen Temperaturen recht gut vermehren.



Nach oben

Überraschend niedrige Nitratwerte

6.7.18: Das renommierte Institut Dr. Nuss in Bad Kissingen hat bei der vierteljährlich stattfindenden Untersuchung des Margetshöchheimer Trinkwassers am 25.6.18 in beiden Brunnen erfreulich niedrige Nitratwerte festgestellt. Im Brunnen I, der in letzter Zeit immer die höchsten Nitratkonzentrationen aufwies, waren es 40,9 mg/l und im Brunnen II 34,7 mg/l. Der Grenzwert liegt bei 50 mg/l. Da die Werte im Verlauf dieses Jahres um den Grenzwert lagen, ist das Ergebnis eine (erfreuliche) Überraschung. Die Werte der letzten Jahr finden Sie bei uns übrigens auf der Nitratseite: Aktuelle Nitratwerte in mg/l
Wie manche Fachleute auch ging Peter Etthöfer, der sich in der Gemeinde vor allem um das Trinkwasser kümmert, davon aus, dass nach langen Trockenperioden im letzten Jahr erst durch die Niederschläge im Spätherbst verstärkt Nitrat ausgewaschen wurde, das dann im Frühjahr 2018 im Grundwasser ankam und für die hohen Nitratwerte sorgte. Gleichzeitig hatte man die Hoffnung, dass nach der ersten Nitratauswaschungsperiode dann der Verdünnungseffekt durch die Niederschläge greift und zu niedrigeren Nitratwerten führt. Überraschend war allerdings der deutliche Nitratrückgang. Die aktuellen Werte machen uns zwar Mut, auf irgendwelchen Lorbeeren können wir uns allerdings nicht ausruhen, da wir auch in diesem Sommer schon wieder eine lange Trockenzeit haben. Das führt wieder dazu, dass das Nitrat kaum in den Boden ausgewaschen wird und somit kaum von den Pflanzen verwertet werden kann. Wenn es dann nach der Ernte regnet, wird das Nitrat ausgewaschen, aber es fehlen dann die Pflanzen, die es aufnehmen könnten. Das Nitrat wandert folglich zwangsläufig immer tiefer und gelangt ins Grundwasser.



Nach oben

Hochbehältersanierung wird deutlich teurer

17.6.18: Bei der Bauausschusssitzung am 14.6. präsentierte das Büro Jung das Ergebnis seiner Untersuchungen und Berechnungen: praesentationgrs140618.pdf [3.009 KB] . Das Ergebnis war ernüchternd. Bei der Untersuchung des oberen Hochbehälters wurde eine Fülle von Mängeln festgestellt. Für die Kostenschätzung besonders relevant ist der Umstand, dass das Gelände um den Hochbehälter mit wahrscheinlich belastetem Material wie Teer, Autoreifen usw. aufgefüllt worden war, so dass allein dadurch von zusätzlichen Kosten von etwa 200.000 € netto ausgegangen werden muss. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von maximal 450.000 € ausgegangen. Mittlerweile geht man eher von brutto knapp 809.000 € aus. Angesichts der Kostenmehrung überlegt man sich deshalb, den Hochbehälter nicht zu sanieren, sondern neu mit größerem Volumen zu bauen, so dass man sich den unteren Hochbehälter sparen kann. Die Kosten dürften dann bei mindestens 1,5 Millionen liegen. Zur besseren Beurteilung der Situation soll nun auch der untere Hochbehälter durch die Landesgewerbeanstalt untersucht werden. Falls auch hier in absehbarer Zeit mit Mängeln zu rechnen ist, dürfte der Neubau die wirtschaftlichere Variante zu sein. Dafür wäre allerdings eine hydraulische Überrechnung des ganzen Versorgungsnetzes erforderlich, die schon vor längerer Zeit in Auftrag gegeben worden war.
Der Neubau würde allerdings ohne Planung mindestens eine Bauzeit von einem zusätzlichen Jahr bedeuten, was der Bevölkerung wegen der damit erforderlichen Chlorung, die bereits ein Jahr andauert, nur schwer zu vermitteln wäre.
Um die Chlorung möglichst schnell beenden zu können, hat die MM bereits vor einiger Zeit vorgeschlagen, die Bevölkerung im Oberort nur aus der linken Kammer des oberen Hochbehälters zu versorgen, die wahrscheinlich nicht oder allenfalls geringfügig mit Keimen belastet ist. Dazu wäre allerdings das Einverständnis des Gesundheitsamtes erforderlich. Der Termin für das Gespräch mit dem Gesundheitsamt steht bereits fest.
Mengenmäßig dürfte die Versorgung aus nur einer Kammer möglich sein, da dies im vergangenen Jahr bereits monatelang praktiziert wurde.



Nach oben

Wie funktioniert die Nanofiltration?

3.5.18: Falls wir den Nitratanstieg nicht kurzfristig rückgängig machen können, müssen wir möglicherweise auf eine technische Nitratreduzierung zurückgreifen. Vor einigen Tagen informierten wir Sie über die Umkehrosmose, die in etlichen Wasserwerken wie etwa in Bergtheim zur Verminderung der Nitratbelastung eingesetzt wird. Ein Problem ist, dass durch dieses Verfahren praktisch alle Inhaltstoffe, auch die erwünschten, aus dem Wasser eliminiert werden. Wie funktioniert die Umkehrosmose?
Deshalb geht man mancherorts, teilweise auch bei der WVV in Würzburg, zum Nanofiltrationsverfahren über. Sie funktioniert ähnlich wie die Umkehrosmose. Da in der Nanofiltration nicht so feine Membrane zum Einsatz kommen, ist der Arbeitsdruck hier im Vergleich zu dem bei der Umkehrosmose viel geringer, was sich natürlich auch bei den Energiekosten bemerkbar macht. Außerdem wird nur ein Teil der Inhaltsstoffe herausgefiltert, was in unserem Fall positiv wäre, da wir ja eigentlich nur das Nitrat entfernen müssten.




Nach oben

Wie funktioniert die Umkehrosmose?

24.4.18: Vor kurzem berichteten wir, dass Bürgermeister Brohm und 2. Bgm. Etthöfer die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Bergtheim besichtigten Besuch der Umkehrosmose-Anlage . Da die Nitratkonzentration im Bergtheimer Wasser seit einigen Jahren über dem Grenzwert liegt, hat man dort eine Umkehrosmoseanlage zur Wasseraufbereitung installiert. Weil Bergtheim sowohl beim Wasserverbrauch wie auch bei der Nitratgrenzwertüberschreitung etwa mit Margetshöchheim vergleichbar ist, erhofften sich die beiden Bürgermeister dort Anregungen für das weitere Vorgehen abgesichts der aktuellen Margetshöchheimer Probleme.
Sehr vereinfacht ausgedrückt funktioniert die Umkehrosmose etwa so: Das belastete Brunnenwasser wird mit hohem Druck durch eine teilweise durchlässige Membran gedrückt, die nur das reine Wasser passieren lässt. Das zurückbleibende Konzentrat mit den diversen Inhaltsstoffen (Mineralien usw.) muss dann ausgespült und entsorgt werden.
Das reine, praktisch tote Wasser ist jedoch so aggressiv, dass die Leitungen in den Häusern Lochfraß bekämen. Deswegen, und weil man schon aus gesundheitlichen Gründen kein totes Wasser abgeben kann, muss dieses Wasser mit dem unbehandelten Brunnenwasser gemischt werden, in dem alle Mineralien und Inhaltsstoffe und natürlich auch das Nitrat noch enthalten sind. Ein weiterer Nachteil ist der hohe Energieaufwand. Möglicherweise muss das "Abfall-Konzentrat" in der Kläranlage entsorgt werden, wie das in Bergtheim ab 2019 der Fall ist. Die Anlage kostete etwa 200.000 €. Dazu muss man noch Kosten für die Anschlussinstallation an die bestehende Anlage rechnen. In Bergtheim hat sich der Kubikmeterpreis durch den Einbau der Umkehrosmoseanlage um 35 ct erhöht. Bei einer Entsorgung des Konzentrats in der Kläranlage kämen noch ca. 50 ct dazu.

Das Wasserwirtschaftsamt hat den Betrieb nur befristet auf 10 Jahre genehmigt, um den Anreiz zur Sanierung des Grundwassers mit der Landwirtschaft und zur Erhaltung der eigenen Wasserversorgung auf Dauer zu erhalten


Daneben gibt es noch andere Verfahren zur Aufbereitung und zur Nitratentfernung, die allerdings bei Wasserwerken im Verhältnis zur Umkehrosmose nur selten verwendet werden, z.B. das Jonenaustauschverfahren und die biologische Denitrifikation. Bei Bedarf werden wir Sie auch darüber informieren.



Nach oben

Grenzwertüberschreitung auf niedrigem Niveau

23.4.18: Wegen der problematischen Lage angesichts der leichten Grenzwertüberschreitung bei Nitrat hat die Gemeinde erneut Wasserproben aus den beiden Brunnen und dem Ortsnetz untersuchen lassen. Dabei war ein leichter Rückgang der Nitratbelastung zu verzeichnen. Der Brunnen I liegt mit 51,9 mg/l (wie in der Messung vom 9.3.18) leicht über dem Grenzwert von 50 mg/l und damit leicht unter dem am 28.3. gemessenen Wert von 53,2 mg/l. Der Nitratwert im Brunnen II ist ebenfalls leicht gesunken und zwar von 47,9 mg/l auf 46,5 mg/l. Zur rechtlichen und gesundheitlichen Bewertung haben wir uns vor kurzem in einem Beitrag geäußert: 5 nach 12?
Der Wert im Ortsnetz liegt mit 49,5 mg/l ganz knapp unter dem Grenzwert. Dieser Wert ist allerdings nur eingeschränkt belastbar, da die beiden Brunnen, die nur 59 m auseinanderliegen, abwechselnd in Betrieb sind, so dass kein echtes Mischwasser entsteht. Die Nitratwerte im Ortsnetz können somit durchaus einmal niedriger und ein anderes Mal höher als die gemessenen 49,5 mg/l sein.
Übrigens: Alle anderen Werte in unserem Wasser entsprechen voll und ganz den Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Es konnten auch seit Jahrzehnten keinerlei Pestizidrückstände nachgewiesen werden.
Die Gemeinde Margetshöchheim ist übrigens seit einigen Monaten mit einem Büro in Kontakt, das die Landwirte bei besonders grundwasserschonender Landbewirtschaftung beraten soll.
Die MM und vor kurzem auch Bürgermeister Brohm im Gemeindeblatt haben übrigens schon mehrmals darauf hingewiesen, dass auch die Hausgarten- und Kleingartenbesitzer beim Grundwasserschutz mithelfen können und müssen, wenn wir zeitnah mit dem Brunnen I wieder unter den Grenzwert kommen wollen.
Die aktuellen Nitratwerte und die Werte der letzten Jahre finden Sie immer hier: Aktuelle Nitratwerte in mg/l



Nach oben

Wie geht es weiter?

15.4.18: Da im März bei zwei Trinkwasserproben im Brunnen I eine leichte Grenzwertüberschreitung bei den Nitratwerten festgestellt wurde, ist die Zukunft unserer Trinkwasserversorgung zumindest ungewiss. Um für alle Fälle gewappnet zu sein, informiert sich die Gemeinde derzeit über Möglichkeiten, die Nitratwerte zum Beispiel technisch zu senken. Da die Gemeinde Bergtheim seit einigen Jahren ähnliche Probleme hat, ließen sich Bürgermeister Brohm und 2. Bürgermeister Etthöfer am 11.4. in Bergtheim von Bürgermeister Schlier und seinem Wasserwart über die dortige Umkehrosmose-Anlage informieren. Einzelheiten erfahren Sie in Kürze auf unserer Seite. Im Anschluss finden Sie einige Aufnahmen von der Anlage. Besuch der Umkehrosmose-Anlage



Nach oben

Besuch der Umkehrosmose-Anlage




Nach oben




Nach oben




Nach oben




Nach oben

Hat sich der Grundwasserspiegel erholt?

10.4.18: Nach einigen relativ trockenen Jahren und einem relativ feuchten Spätherbst 2017 stellt sich die Frage, ob und wenn ja, wie weit sich der Grundwasserspiegel im Einzugsgebiet unserer Brunnen erholt hat. Wir haben deshalb die Grundwasserspiegeldaten einiger Vorfeldmessstellen in den Jahren 2015, 2016 u 2017 und zwar jeweils im Januar, Mai und Oktober verglichen. Dabei lässt sich feststellen, dass die Werte vom Januar 2017 im Muschelkalkbereich noch deutlich niedriger als 2015 und 2016 lagen, und zwar um 2 bis 3 Meter. Im sandigen Mainvorland der Wasserschutzzone II lag die Absenkung lediglich bei maximal 1,5 m. Bis zum Mai 2017 hatten sich die Werte jedoch weitgehend stabilisiert. Bis zum Oktober war wieder eine leichte Absenkung zu verzeichnen.



Nach oben

Es sieht sehr schlecht aus

5.4.18: Wir haben Sie am 26.3. darüber informiert, dass bei der Wasserbeprobung am 9.3. der Nitratgrenzwert von 50 mg/l im Brunnen I mit 51,9 mg/l leicht überschritten wurde. Im Brunnen II lag der Nitratwert bei 47,8 mg/l. Über die Problematik und möglichen Ursachen berichteten wir ausführlich: 5 nach 12?
Sicherheitshalber hat die Gemeinde am 28.3. aus den beiden Trinkwasserbrunnen noch einmal Proben entnehmen und im Labor der Stadtwerke Würzburg auf den Nitratgehalt untersuchen lassen. Dabei blieb der Wert im Brunnen II mit 47,9 mg/l weitgehend stabil. Kritisch ist allerdings, dass der Wert im Brunnen I mit 53,2 mg/l weiter angestiegen ist.
Es ist zu befürchten, dass dies weitreichende Folgen für unsere Wasserversorgung hat, zumal die Bundesrepublik von der EU wegen vieler Wasserversorgungen mit Grenzwertüberschreitungen verklagt worden ist.
Etwas Hoffnung macht allenfalls, dass die beiden Muschelkalkpegel M2 und M3 oberhalb der Staatsstraße bei der Messung vom 9.3. mit 45,4 und 47,7 mg/l unter dem Grenzwert liegen. Denn aus diesem Gebiet kommt der Großteil des Wassers auf unsere Brunnen zu.
Die Entwicklung der Nitratwerte in den letzten Jahren finden Sie hier: Nitratwerte



Nach oben

5 nach 12?

26.3.18: Seit längerem haben wir darauf hingewiesen, dass allerhöchste Gefahr besteht, dass die Nitratwerte in unseren Brunnen den Grenzwert übersteigen und somit die Existenz unserer Trinkwasserversorgung auf dem Spiel steht. Leider hat sich nun unsere Befürchtung bestätigt. Im Brunnen I wurden im März 51,9 mg/l Nitrat gemessen, der Grenzwert liegt bei 50 mg/l. Die einzelnen Werte finden Sie hier: Aktuelle Nitratwerte in mg/l
Unter gesundheitlichen Aspekten macht es für den Verbraucher sicher keinen großen Unterschied, ob im Trinkwasser 49,9 oder 51,9 mg Nitrat sind, wohl aber für die Fachbehörden. Schließlich hat die EU die Bundesrepublik wegen jahrelanger Untätigkeit bei der Nitratbelastung verklagt. Die mittlerweile eingeleiteten Schritte des Bundes sind jedoch mehr als halbherzig. Der Landwirtschaft will man nicht wehtun, deshalb schiebt man die Verantwortung den Wasserwerken zu. Und letzten Endes zahlt der Verbraucher die Zeche.
Auch im "Musterland" Bayern mit seinen Problemzonen Niederbayern und vor allem Nordbayern verkennt man offensichtlich im Landwirtschaftsministerium die Lage hoffnungslos. Das gilt wohl auch für etliche in den Ämtern, in denen seit Stoibers Bürokratieabbau das nötige Personal fehlt. Beim Trinkwasserforum der Regierung von Unterfranken am letzten Donnerstag hat man sich zwar auf die Schulter geklopft und vom Rückgang der belasteten Trinkwasserversorgungen gesprochen. Kein Wunder, wenn man immer mehr Trinkwasserbrunnen schließt, statt sie zu sanieren.
Zur Ehrenrettung der Landwirtschaftsverwaltung muss man jedoch sagen, dass einzelne Berater (viele gibt´s ja nicht mehr) sich enorm engagieren. Solange es kein schlüssiges staatliches Konzept für die Nitrat-Problemregionen gibt und jeder Fortschritt gegen den Widerstand der Ministerialen in München erkämpft werden muss, bleibt dies allerdings ein Tropfen auf den heißen Stein.

Margetshöchheim hatte es durch konsequenten Grundwasserschutz in den letzten Jahrzehnten geschafft, von Spitzenwerten um die 70 mg unter den Grenzwert zu kommen. Dass die Werte nun wieder ansteigen, dürfte zwei Ursachen haben. Zweifellos wurden in den letzten Jahren durch die Grünlandumbrüche in der Margetshöchheimer Gemarkung erhebliche Mangen Nitrat freigesetzt. (Über die Gründe für die Grünlandumbrüche haben wir bereits mehrmals informiert.) Ein weiterer Grund dürften die trockenen Winter der letzten Jahre sein, so dass das Nitrat mangels Grundwasserneubildung kaum verdünnt wurde. Dass nun nach einem Spätherbst mit nennenswerten Niederschlägen die Nitratwerte im Trinkwasser steigen, scheint nur auf den ersten Blick unlogisch zu sein. Man kann davon ausgehen, dass das unverbrauchte Nitrat der letzten Jahre wegen der Trockenheit kaum ausgewaschen wurde. Da es im letzten Herbst häufig geregnet hat, kommt jetzt das Nitrat im Grundwasser und in den Brunnen an.
Wir gehen davon aus, dass die Gemeinde die Nitratbelastung in den beiden Brunnen zeitnah noch einmal untersuchen lässt, da Messungen in den letzten Monaten gezeigt haben, dass ein gewisses Misstrauen gegenüber manchen Messwerten nicht unbegründet ist. Siehe Wie belastbar sind die gemessenen Nitratwerte?
Wir werden Sie in den nächsten Wochen noch ausführlich über die aktuelle Situation informieren. Peter Etthöfer (Tel. 461071) steht Ihnen notfalls bei Rückfragen Rede und Antwort.
Umfangreiche Informationen finden Sie auch hier: Unser Trinkwasser
Gestern widmete der Bayerische Rundfunk übrigens der Nitratproblematik eine hervorragende Sendung. Dort geht es auch um den Grundwasserschutz für die Zeller Quellen. Man muss dabei allerdings beachten, dass Quellen, die meist oberflächennahes Wasser abgeben, leichter zu beeinflussen sind, wenn man z.B. weniger düngt:
https://www.br.de/mediathek/video/unter-unserem-himmel-dem-wasser-auf-den-grund-gehen-av:5a8bf71f9e14eb0018826e22
Da die Trinkwassersituation und die Problematik äußerst komplex sind, sind wir gerne bereit, bei entsprechendem Interesse eine Veranstaltung anzubieten, bei der wir Sie umfassend informieren und uns Ihren Fragen stellen würden.



Nach oben

die Geschichte unserer Trinkwasserversorgung

1921 versiegen viele öffentliche u. private Brunnen in der Dorfstraße, der Mainstraße, der Würzburger- / Ecke Steigstraße, der Lutzgasse, der Schmiedsgasse

Im Oktober 1922 wird die erste öffentliche Wasserversorgung durch Quellen an der Würzburger Straße (Altes Wasserhaus, Schüttung 2 l / sek.) für 1150 Einwohner eröffnet.

Wasserverbrauch 1922: 18.000 cbm, Preis 37 Pfg.

der Hochbehälter liegt an der Oberen Steigstraße (2 Kammern mit 120 cbm)

Baukosten 303.000 RM

1949: Wegen nachlassender Schüttung und steigendem Wasserverbrauch Bohrung zweier Brunnen (35 u. 96 m tief) westlich der Zeller Straße

1960: starke Trübungen (Schwefel u. Eisen)

Seit 1962 Versorgung durch 2 Flachbrunnen im Sandflurgebiet (15 l / sec.)



Nach oben

Wie belastbar sind die gemessenen Nitratwerte?

25.1.18: Das Trinkwasser aus den beiden Brunnen wurde am 8.12.17 entnommen und in zwei verschiedenen Laboren auf den Nitratgehalt untersucht, um die Gewissheit zu erhalten, dass diese Werte belastbar sind. Bei früheren Untersuchungen bei zwei anderen Instituten kam es nämlich zu teilweise deutlichen Abweichungen. Auch bei den Untersuchungen am 8.12.17 traten wieder Differenzen auf, die für uns nicht nachvollziehbar sind. Beim Brunnen I lag die Abweichung immerhin bei 2,5 mg/l. Die genauen Werte finden Sie in unserer Rubrik Nitratwerte .
Trotz unterschiedlicher Ergebnisse bei ein und demselben Wasser steht allerdings fest, dass der Nitratgehalt in unserem Wasser knapp unter dem Grenzwert von 50 mg/l liegt und dringender Handlungsbedarf besteht.



Nach oben

Erstaunlich niedrige Nmin-Werte

5.12.17: Da die Nitratwerte im Margetshöchheimer Grundwasser und, da unser Wasser ohne jegliche Aufbereitung ins Netz geht, somit auch im Trinkwasser sehr knapp unter dem Grenzwert liegen, ist die Gemeinde Margetshöchheim natürlich bemüht, die Ursachen des Nitratanstiegs zu ermitteln.
Leicht ist dies allerdings nicht, da aus geologischen und klimatischen Gründen selbst bei ordnungsgemäßer Landwirtschaft mit relativ hohen Nitratwerten im Grundwasser zu rechnen ist. Das liegt einmal an den klüftigen, durchlässigen Muschelkalkböden, durch die das nitratbelastete Sickerwasser schnell ins Grundwasser gelangt. Vor allem aber auch an den geringen Niederschlägen im unterfränkischen Trockengebiet, so dass das nitratbelastete Sickerwasser nicht durch das Regenwasser "verdünnt" wird. Angesichts dieser "Grundbelastung" mit Nitrat muss natürlich jede weitere Maßnahme, die Nitrat freisetzt, zu einer Verschärfung der Nitratsituation führen.
Der Anstieg der Nitratwerte seit dem Frühjahr dieses Jahres ist nach unserer Einschätzung aber nicht darauf zurückzuführen, dass die Landwirte mehr als in den Vorjahren gedüngt hätten. Im Vorfeld unserer Brunnen gibt es drei sog. Vorfeldmessstellen, die bis in den Muschelkalk reichen. Aus diesen kann Grundwasser entnommen werden, das aus den Hangbereichen und von der Hochfläche stammt, also aus weitgehend landwirtschaftlich genutzten Bereichen, aus denen etwa 90 % unseres Wassers kommt. Im Laufe der letzten 15 Jahre ging die Nitratbelastung aus diesen Messstellen zwar langsam, aber doch merklich zurück, was wohl auch auf verstärkte Flächenstilllegungen zurückzuführen ist.
Der Nitratanstieg in diesem Jahr könnte möglicherweise vom Umbruch langfristig stillgelegter landwirtschaftlicher Flächen herrühren. Zumindest gehen alle Fachleute davon aus, dass dadurch erhebliche Mengen Nitrat freigesetzt werden. Die höhere Nitratbelastung könnte aber auch von den fehlenden Niederschlägen der letzten Jahre oder von beiden Ursachen hervorgerufen werden.
Um nicht nur auf Spekulationen angewiesen zu sein, hat die Gemeinde Margetshöchheim im Spätherbst Bodenproben auf vier umgebrochenen Flächen bis zu einer Tiefe von 90 cm veranlasst und auf den Nitratgehalt überprüfen lassen. Um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben, wurde auch eine normal bewirtschaftete landwirtschaftliche Fläche und eine langjährige Grünlandfläche (letztere im Sandflurgebiet) beprobt. Der Gemeinde ging es bei diesen Bodenproben nicht darum, "Umweltsünder" zu ermitteln oder gar an den Pranger zu stellen. Es ging einzig und allein darum, abschätzen zu können, wie viel Nitrat noch auf die Brunnen zuwandert.
Die Ergebnisse waren überraschend: Wie nicht anders zu erwarten, fand man unter der Grünlandfläche, die von der Gemeinde seit langem angepachtet ist, mit 16 kg Nmin/ha die geringsten Stickstoffwerte. Bei den anderen von Landwirten umgebrochenen oder bewirtschafteten Flächen darf die Gemeinde aus Datenschutzgründen keine genauen Angaben veröffentlichen. Wir glauben allerdings, dass es auch im Sinne der Landwirte ist, wenn wir hier feststellen, dass die Nmin-Werte auf diesen Flächen zwar höher als bei Grünland, aber überraschend und erfreulich niedrig waren. Daraus kann man eigentlich nur zwei Schlüsse ziehen: Entweder wurde durch den Umbruch deutlich weniger Nitrat freigesetzt, als eigentlich alle Fachleute feststellen und erwarten. Oder das freigesetzte Nitrat wurde bereits in tiefere Schichten ausgewaschen und ist auf dem Weg ins Grundwasser. Welche Annahme nun die richtige ist, könnte man allenfalls durch aufwendige Tiefenbohrungen ermitteln, was nicht nur kostspielig ist, sondern uns auch nicht weiterbringt, da nach ersten überschlägigen Berechnungen eines namhaften Instituts selbst bei maßvoller Wirtschaftsweise der Nitratgehalt im Sickerwasser bei 45 kg/l liegen dürfte.

Die Konsequenz könnte eigentlich nur sein, bei der Bewirtschaftung der Flächen noch weniger zu düngen, was allerdings zwangsläufig zu Ertragseinbußen führen wird, die man schon aus rechtlichen Gründen, aber auch aus Gründen der Gerechtigkeit ausgleichen muss. Hierzu ist die Gemeinde ohne Wenn und Aber bereit, was sie bereits mehrmals erklärt hat. Da die Gemeinde verständlicherweise weder auf dem Gebiet der Landbewirtschaftung noch im Gestrüpp der landwirtschaftlichen Förderrichtlinien kompetent ist, hat sie mit einem bei der Landwirtschaft wie auch bei den zuständigen Stellen in der Regierung von Unterfranken geachteten und geschätzten Fachmann Kontakt aufgenommen. Der wäre bereit, die Landwirte zu beraten und sie zu unterstützen. Die Gemeinde wird nun versuchen, zeitnah die Landwirte und den Fachmann an einen Tisch zu bringen, um eine für die Landwirte und die Allgemeinheit der Wasserverbraucher befriedigende Lösung zu erreichen, um die Bürgerinnen und Bürger mit einwandfreiem Trinkwasser beliefern zu können.

Abschließend ist festzustellen: Der Umbruch von langfristig stillgelegten Flächen ist mit Sicherheit für das Trinkwasser nicht unproblematisch. Der bundesweit verstärkte Umbruch kann aber nicht den Landwirten angelastet werden. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs und die Empfehlungen des Bauernverbands und großer Teile der Landwirtschaftsbürokratie (vor allem auch der Ministerien) sind die eigentlichen Verursacher der misslichen Situation. Inzwischen gibt es durchaus Möglichkeiten, solche Umbrüche zu vermeiden. Dazu braucht man jedoch nicht nur eine gehörige Portion guten Willen, sondern auch eine fachlich hochwertige Beratung, um im Gestrüpp der landwirtschaftlichen Förderprogramme eine Lösung zu finden, die für Bewirtschafter und Wasserversorger gleichermaßen eine befriedigende Lösung ermöglicht.



Nach oben

Wasserschutzbrot bei Maxl Bäck

13.11.17: "Normalerweise" wird Backweizen noch kurz vor der Ernte kräftig gedüngt, um einen möglichst hohen Eiweißgehalt zu erzielen, der angeblich die Backeigenschaften deutlich verbessern soll. In den meisten Fällen wird allerdings der Stickstoffdünger gar nicht mehr restlos von den Pflanzen aufgenommen, so dass teilweise erhebliche Stickstoff-(=Nitrat-)mengen in die vegetationslose Zeit "hinübergerettet" werden, die dann im Winterhalbjahr, der Zeit der größten Grundwasserneubildung, größtenteils ins Grundwasser ausgewaschen werden. Die Folge sind hohe Nitratwerte im Grund- und somit auch im Trinkwasser. Obwohl die Zusammenhänge von Spätweizendüngung und Nitratbelastung des Trinkwassers schon lange bekannt sind, firmiert diese landwirtschaftliche Praxis als "ordnungsgemäße Landwirtschaft". Weizen mit geringerem Eiweißgehalt kann meist nur als Brauweizen oder gar Futterweizen verkauft werden, der preislich deutlich niedriger liegt.
Vor einigen Jahren hat ein Bäcker damit begonnen, Brote aus Weizen ohne die sonst übliche 3. Spätdüngung herzustellen. Beim Trinkwasserforum der Regierung von Unterfranken wurde dieses Brot vorgestellt, das nicht nur wasserschonend hergestellt, sondern auch sehr schmackhaft war. Da Unterfranken besonders mit den hohen Nitratwerten im Trinkwasser zu kämpfen hat, hat die Regierung von Unterfranken 2001 die "Aktion Grundwasserschutz" ins Leben gerufen, die sich besonders bei einem Pilotprojekt im Werntal engagiert hat. Im Rahmen dieses Projekts kam die Idee mit dem "Wasserschutzbrot" auf, an dem sich mittlerweile einige Landwirte und Mühlen und vor allem etliche Bäckereien beteiligen. Letztere sind das wichtigste Glied in der Kette; denn ohne die Vermarktung in den Bäckereien fänden Landwirte und Mühlen keine Abnehmer. Und ohne das Angebot der Bäcker hätten die Verbraucher auch keine Möglichkeit, durch ihr Konsumverhalten aktiven Umweltschutz in der Region zu fördern.
Eine dieser Bäckereien ist die Filiale von Maxl Bäck in Margetshöchheim, dessen Inhaber Helmut Bregenzer in allen seinen zahlreichen Filialen praktisch alle Weizenbackwaren von den Broten über die Brötchen bis hin zu den Kuchen mit Wasserschutzmehl backen lässt. Es geht also nicht nur um die Brote, die oft hauptsächlich aus dem wasserschonender angebauten Roggen bestehen, sondern um die ganze Palette der Weizenbackwaren, bei denen Maxl Bäck sich aktiv für den Grundwasserschutz in der Region engagiert, wie man seinem Internetauftritt entnehmen kann: http://maxlbaeck.de/category/blog/
Detaillierte Informationen über die Wasserschutzbrot-Aktion finden Sie hier: http://www.wasserschutzbrot.de

Jetzt kann man nur hoffen, dass sich auch Margetshöchheimer Landwirte an dieser Aktion beteiligen.
Übrigens: Damit es keine Missverständnisse gibt, weisen wir darauf hin, dass das Wasserschutzbrot kein Bio-Brot ist, es wird lediglich grundwasserschonender angebaut. Wer auf Biobrot Wert legt, der muss in Margetshöchheim schon auf das Angebot von Tegut zurückgreifen, das natürlich auch grundwasserschonend erzeugt wird, was grundsätzlich zu den Vorgaben der Bioverbände gehört.

Der Vollständigkeit halber hier noch ein Hinweis: Die Aktion Grundwasserschutz der Regierung von Unterfranken wurde von Anfang an von Rudi Schreiber, dem Inhaber der Frankfurter Agentur "Pro Natur" konzipiert und begleitet, der lange auch die Würzburger Hofbräu und den Bad Brückenauer Mineralbrunnen beraten hat. Rudi Schreiber wurde vor allem durch die Naturschutzbildbände "Rettet die Vögel", "Rettet den Wald" und "Rettet die Wildtiere" bekannt, die er zusammen mit dem früher sehr populären Fernsehfilmer Horst Stern ("Sterns Stunde") herausgegeben hat. Stern dürfte vielleicht einigen noch als Herausgeber der Zeitschrift "Natur" bekannt sein. Er war vor einigen Jahrzehnten einer der populärsten Natur- und Umweltschützer, der den Bund für Umwelt und Natur (BUND) mitbegründet hat. Stern, heute weit über 90 Jahre alt, ist angesichts dessen, dass sich beim Umwelt- und Naturschutz immer noch wenig bewegt hat, äußerst deprimiert, und das bereits vor der Wahl des Klimawandelleugners Trump zum amerikanischen Präsidenten.
Schreiber hat und hatte übrigens auch engen Kontakt mit Margetshöchheim, speziell in Trinkwasserangelegenheiten mit Peter Etthöfer und mit Christina Etthöfer, die Rudi Schreiber und Horst Stern in einigen ihrer Bilder mit deren Werken verewigt hat:
Stern + Schreiber
Rudi Schreiber
Horst Stern



Nach oben

Stern + Schreiber




Nach oben

Rudi Schreiber




Nach oben

Horst Stern




Nach oben

Wozu sind Bodenuntersuchungen gut?

5.11.17: Normalerweise ist es bei landwirtschaftlichen Flächen sinnvoll, vor der Düngung Bodenproben zu ziehen, um festzustellen, ob der Boden mit Kalk, Phosphor, Kalium und Stickstoff unter- oder überversorgt ist. Je nach Ergebnis weiß dann der Landwirt oder Gärtner, ob er bzw. wieviel er jeweils düngen muss. Dabei wird in der Regel die oberste Bodenschicht beprobt.

Anders verhält es sich bei der N-min-Untersuchung, wo der Boden nur auf pflanzenverfügbaren mineralischen Stickstoff untersucht wird. Da dieser wasserlösliche Stickstoff relativ leicht in tiefere Bodenschichten verlagert werden kann, war es früher Standard, dass man den Boden bis aus einer Tiefe von 90 cm entnommen hat. Heute beschränkt man sich weitgehend auf Proben bis 60 cm Tiefe und berechnet den Wert bis 90 cm über eine Formel. Die N-min-Untersuchung ist vor allem dann von Bedeutung, wenn es um die mögliche Verlagerung ins Grundwasser geht. Diese Proben werden meist im November gezogen, weil man davon ausgehen kann, dass der zu diesem Zeitpunkt noch vorhandene mineralische Stickstoff (Nitrat) sich bis zum Beginn der Vegetation im Frühjahr zumindest teilweise in Bodentiefen verlagert, in denen die Pflanzen den Stickstoff nicht mehr erreichen, so dass das Grundwasser gefährdet werden kann.

In Margetshöchheim gibt es seit mindestens 25 Jahren die Regelung, dass die Pächter der Gemeindeäcker auf der Hochfläche (Reutfelder) bei niedrigen Nitratwerten im Spätherbst nur die halbe Pacht zahlen müssen. Deshalb werden regelmäßig im November auf diesen Flächen Bodenproben entnommen. Während man früher mühsam den Bohrstock in den Boden schlagen musste, geschieht die Probennahme heutzutage in der Regel hydraulisch mit speziell umgerüsteten Geländefahrzeugen und extrem breiten Reifen, wie das folgende Foto aus den letzten Tagen zeigt.



Nach oben

Probennahme




Nach oben

Nitrat-Veranstaltung der FW in Bergtheim

31.10.17: Das Bildungswerk der Freien Wähler hatte vor kurzem Dr. Christoph Hartmann, einen ausgewiesenen Nitrat-Fachmann, zu einer Informationsveranstaltung nach Bergtheim eingeladen. Bergtheim ist wie Margetshöchheim eine der wenigen Gemeinden im weiten Umkreis um Würzburg, die noch über eine eigenständige Wasserversorgung verfügt. Allerdings muss Bergtheim seit geraumer Zeit das Wasser wegen der hohen Nitratbelastung aufbereiten. Die Nitratwerte werden dort mit dem Umkehrosmose-Verfahren gesenkt, was nicht gerade billig ist. Weil die hohen Nitratwerte im Grundwasser in weiten Teilen Unter-, Ober- und Mittelfrankens ein großes Problem sind, war zu dieser Veranstaltung auch der Freie Wähler-Landtagsabgeordnete Dr. Fahn erschienen. Auch der Margetshöchheimer Bürgermeisterstellvertreter Peter Etthöfer und IKT-Vorstandsmitglied Brigitte Muth - von Hinten kamen nach Bergtheim. Etthöfer hatte in den 80er und 90er Jahren in seiner Amtszeit als Landesgeschäftsführer der Interessengemeinschaft kommunale Trinkwasserversorgung in Bayern (IKT) für das Bildungswerk der Freien Wähler etliche Seminare und Veranstaltungen zur Nitratproblematik durchgeführt.

Dr. Hartmann vom Bayreuther GeoTeam http://geoteam-umwelt.de/?page_id=478 ist einer der fähigsten Spezialisten, wenn es um die Nitratsanierung des Grundwassers mit der Landwirtschaft geht. Seine Arbeit wird auch in der Landwirtschaftsverwaltung und nicht zuletzt auch in der Regierung von Unterfranken sehr geschätzt. Er berät sehr erfolgreich Kommunen und Wasserversorger bei der Nitratsanierung ihrer Wassereinzugsgebiete und berät die Regierung von Unterfranken bei der Aktion Grundwasserschutz http://aktiongrundwasserschutz.de
Er verbindet einerseits profunde Kenntnisse u.a. auf den Gebieten Hydrogeologie und Landwirtschaft mit der Kenntnis des landwirtschaftlichen Förder-Wirrwarrs, so dass er den Landwirten Wege aufzeigen kann, wie sich ohne finanzielle Nachteile
Landwirtschaft und Grundwasserschutz vereinbaren lassen, selbst wenn es um problematische Kulturen wie Mais geht.
Da folgende Bild zeigt ihn bei der Veranstaltung in Bergtheim zusammen mit MdL Dr. Fahn mit der Sylvie-Pflanze, die sich z.B. gut als Zwischenkultur beim Maisanbau eignet.



Nach oben

Dr. Chr. Hartmann, Geoteam Bayreuth, 2. v. links


mit dem FW-Landtagsabgeordneten Dr. Fahn, 2. v. re 



Nach oben

Brunnenanlage I wird wieder installiert




Nach oben




Nach oben

Brunnen I technisch in Ordnung

25.10.17: Alle 5 Jahre werden die beiden Trinkwasserbrunnen befahren, um festzustellen, ob die Brunnen- und Filterrohre noch technisch in Ordnung sind. Gestern wurde die Befahrung beim Brunnen I durchgeführt. Dabei wurden keine Mängel festgestellt. Nun folgt noch eine bakteriologische Untersuchung. Wenn auch dabei keine Probleme festgestellt werden, kann der Brunnen I wieder ans Netz gehen. Dann läuft die gleiche Prozedur beim Brunnen II ab.



Nach oben

Kamerabefahrung im Brunnen I




Nach oben

gut für Auge, Wasser und Bienen

16.9.17: Wir haben bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass der Zwischenfruchtanbau auf landwirtschaftlichen Flächen und in Gärten für das Grundwasser sehr wichtig ist, weil dadurch nach der Ernte die noch im Boden verbliebenen Stickstoffmengen von den Pflanzen aufgenommen werden und somit nicht so leicht ins Grundwasser ausgewaschen werden können. Somit steht der dadurch in den Pflanzen gebundene Stickstoff nach dem Abfrieren im Winter im nächsten Frühjahr für die neuen Kulturen zur Verfügung, was wiederum für die Reduzierung der Nitratwerte im Grundwasser vorteilhaft ist. Das folgende Foto aus einem Kleingarten unterhalb der Bebauung in der nördlichen Mainstraße zeigt Phacelia-Zwischenfruchtanbau in zwei Stadien: einmal kurz nach dem Auflaufen der Saat und rechts daneben in der (blauen) Blüte. Also eine echte Augenweide, eine bekannte Bienenweide und eine Win-Win-Situation für unser Grundwasser.



Nach oben

Phacelia, eine Augenweide




Nach oben

Margetshöchheimer Wassereinzugsgebiet

3.9.17: Wir haben in den letzten Wochen mehrfach über die gestiegene Nitratbelastung unseres Trinkwassers berichtet und darauf hingewiesen, dass alle Besitzer von Grundstücken im Wassereinzugsgebiet, egal ob Landwirt, Kleingärtner oder Hausgartenbesitzer, möglichst zurückhaltend bei der Düngung sein sollten. Der folgende Plan zeigt die Abgrenzung des Wassereinzugsgebiets, das nicht völlig mit dem Wasserschutzgebiet identisch ist. Die Gemeinde musste bekanntlich vor wenigen Jahren ein neues Gutachten zur Ermittlung des Einzugsgebietes in Auftrag geben. Dessen Abgrenzung markiert auf der Grafik die rot gestrichelte Linie. Die durchgehenden Linien sind die Grenzen des ausgewiesenen Wasserschutzgebiets: Grün für die Zone II, gelb für die Zone IIIA und rot für die Zone IIIB. Das Einzugsgebiet ist also nach dem neuen Gutachten etwas größer als das in den 90er Jahren ausgewiesene Wasserschutzgebiet.
Hinweise zum grundwasserschonenden Wirtschaften finden Sie hier: Gemeinde appelliert an Kleingartenbesitzer



Nach oben

Wassereinzugsgebiet unserer Brunnen




Nach oben

Gemeinde appelliert an Kleingartenbesitzer

30.8.17: Bürgermeister Brohm hat sich in einem Schreiben an die Kleingartenbesitzer zwischen der Mainstraße und dem Beach-Volleyball-Platz gewandt und um Rücksicht auf unser Trinkwasser gebeten. Hintergrund sind einerseits die gestiegenen Nitratwerte. Andererseits hat das Trinkwassergutachten aus dem Jahre 2014 ergeben, dass bei trockenen Verhältnissen auch von dort Grundwasser auf unsere Brunnen zufließt. Dieses Gebiet lag bereits früher im Wasserschutzgebiet und wurde nach einem Grundwassergutachten aus den 90er Jahren wieder aus dem Schutzgebiet herausgenommen. Das neue Gutachten von 2014 geht aber davon aus, dass auch in diesem Gebiet besonders grundwasserschonend gewirtschaftet werden sollte.
Die Gemeinde verzichtet derzeit darauf, diesen Bereich erneut ins Wasserschutzgebiet hereinzunehmen, da dies für die Grundstücksbesitzer mit gravierenden Einschränkungen verbunden wäre und für die Gemeinde einen erheblichen Verwaltungsaufwand bedeuten würde. Die Gemeinde hofft nun, dass ihr Appell die Bewirtschafter dieser Flächen dazu bewegen kann, auf unser Trinkwasser besonders Rücksicht zu nehmen.

In dem Schreiben an die Eigentümer dieser Flächen gibt die Gemeinde konkrete Tipps zur grundwasserfreundlichen Bewirtschaftung dieser Flächen:

Wenn Sie die folgenden Hinweise beherzigen, helfen Sie mit, unsere Wasserversorgung zu erhalten. Zur Nitratbelastung kommt es, wenn durch die Düngung zu viel Stickstoff im Boden ist, der von den Pflanzen nicht verbraucht werden kann, und dann ins Grundwasser ausgewaschen wird.

Die Auswaschungsgefahr ist besonders bei großen Reihenabständen (z. B. bei Erdbeeren oder Kartoffeln) groß.

Grünland (Wiese) ist besonders grundwasserfreundlich, allerdings nur, wenn die Wiese nicht umgebrochen wird. Dann kommt es nämlich zu einer explosionsartigen Freisetzung des in der Wurzelmasse gespeicherten Stickstoffs und das über viele Jahre hinweg.

Stickstoff gelangt nicht nur durch Mineraldünger (Kunstdünger) in den Boden, auch organische Dünger wie Mist und Kompost enthalten Stickstoff und sollten nur maßvoll eingesetzt werden.

In der Humusschicht sind auch erhebliche Mengen Stickstoff gebunden, die durch die Bodenbearbeitung (Hacken, Pflügen, Umgraben) freigesetzt werden, weil dadurch Sauerstoff in den Boden gelangt. Man sollte deshalb den Boden möglichst nur oberflächlich lockern.

Nach der Ernte im Spätsommer oder Herbst noch im Boden vorhandener Stickstoff wird über den Winter bei entsprechenden Niederschlägen in erheblichem Umfang ins Grundwasser ausgewaschen. Deshalb sollte man in dieser Zeit offenen Boden vermeiden, indem man Zwischenfrüchte wie Senf anbaut. Dadurch werden die Nährstoffe im Boden gehalten und stehen im Frühjahr den Pflanzen zur Verfügung. Man sollte allerdings keine Stickstoffsammler (Leguminosen) wie z. B. Luzerne aussäen, da sonst noch mehr Stickstoff in den Boden gelangt.

Wenn bei Ihnen Brennnesseln gut gedeihen, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Gartenboden mit Stickstoff überversorgt ist, so dass keinerlei Stickstoffdüngung nötig ist.



Nach oben

Wasserhärte

Da der größte Teil des Margetshöchheimer Wassers aus dem Muschelkalkgestein der Hochfläche über dem Ort kommt, ist das Margetshöchheimer Trinkwasser relativ hart. Der Härtegrad liegt bei 22 bis 23° dH.



Nach oben

Wer ist für die hohen Nitratwerte verantwortlich?

10.8.17: Vor kurzem warnte das Umweltbundesamt davor, dass das Trinkwasser wegen der hohen Nitratwerte um bis zu 45 % teurer werden könnte. Grund sei die dann erforderliche teure Aufbereitung des Trinkwassers:
http://www.heute.de/hohe-nitratbelastung-trinkwasser-koennte-erheblich-teurer-werden-47348848.html

Nun haben auch die Wasserversorgungsunternehmen die Mehrkosten für die Aufbereitung des nitratverseuchten Trinkwassers kalkuliert. Wie vorgestern in den Medien berichtet, gehen sie sogar von einer Kostensteigerung in Höhe von bis zu 60 % aus:
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/wirtschaft/wasserversorger-schlagen-alarm-15551756.html

Bei kleinen Wasserversorgungen wie in Margetshöchheim dürfte die Preissteigerung sogar deutlich höher liegen, weil sich die Investitionskosten durch deutlich weniger Kubikmeter teilen als bei großen Versorgern.

In den Medien, z. B. im Bayerischen Rundfunk, diskutierte man nun die Frage nach den Verursachern der hohen Nitratbelastung. Prompt wies der Bauernverband - wie nicht anders zu erwarten - darauf hin, dass auch andere wie der Kraftfahrzeugverkehr und undichte Kanäle für die hohe Belastung mit Nitrat (Stickstoff) verantwortlich sind. Das ist zumindest teilweise sicher richtig, lenkt aber andererseits davon ab, dass die Landwirtschaft der Hauptverursacher ist. Da dies aber nicht einfach im Schema "gut oder böse" einzuordnen ist, weisen wir, wie bereits öfters geschehen, auf die Fakten hin:

- Sicher kommt ein Teil des Stickstoffs aus der Luft in unsere Böden. Verursacher sind die Abgase aus dem KFZ-Verkehr, aber ganz besonders auch aus der intensiven Viehhaltung.
- Auch undichte Kanäle können zur Nitratbelastung beitragen. Das wirkt sich allerdings in aller Regel nur gering auf das für die Trinkwasserversorgung genutzte Grundwasser aus, weil meist nur ein geringer Teil der Wassereinzugsgebiete bebaut ist.
- Der Löwenanteil der Nitrateinträge kommt ohne Zweifel direkt aus der landwirtschaftlichen Düngung (egal ob Gülle oder Mineraldünger) und der Bodenbearbeitung durch die Landwirtschaft.
- Ob dann die Belastung mit Nitrat im Grund- und damit im Trinkwasser hoch ist oder nicht, hängt von weiteren Kriterien ab, die der Landwirt nicht beeinflussen kann.
- Wenn eine Region wie Oberbayern niederschlagsreich ist, werden die Nitratwerte so verdünnt, dass trotz "Überdüngung" die Nitratwerte im Trinkwasser sehr niedrig sind.
- Ist eine Region wie Nordbayern (und besonders Unterfranken) niederschlagsarm, wird das Nitrat kaum verdünnt, so dass die Nitratkonzentration sehr hoch ist.
- Zusätzlich wird die Nitratbelastung verstärkt, wenn die Böden sehr durchlässig sind, so dass das Nitrat kaum im Boden gespeichert und schnell ins Grundwasser ausgewaschen wird. Das gilt besonders für die Muschelkalkregionen Unterfrankens oder die Sandböden Mittelfrankens.
- Diese Fakten gelten übrigens nicht nur für die landwirtschaftliche Nutzung, sondern auch für Klein- und Hausgärten.
- Im Klartext bedeutet dies, dass in Unterfranken - also auch bei uns in Margetshöchheim - mit der Düngung und Bodenbearbeitung noch viel vorsichtiger umgegangen werden muss als etwa in Südbayern.
- Wenn nun die nordbayerischen Landwirte durch die Rücksicht auf das Trinkwasser nicht gravierende Nachteile haben sollen, dann müssten sie dafür entschädigt werden. Das überlässt man in Bayern (aber nicht nur da) einzig und allein den Wasserversorgern, wodurch dann das eh schon höher mit Nitrat belastete Trinkwasser noch teurer als etwa in Südbayern wird.
- Eigentlich kann die Lösung nur der flächendeckende Grundwasserschutz sein, und für den müsste dann die gesamte Gesellschaft, also der Staat, geradestehen.

Was das für Margetshöchheim bedeutet, veröffentlichen wir in den nächsten Tagen an dieser Stelle. Ausführliche Informationen finden Sie auch hier: http://www.margetshoechheimer-mitte.de/025e73a7b61370401/unsertrinkwasser/index.html


 


Nach oben

Da wurde am eigenen Ast gesägt

20.7.17: Wir haben nicht nur gestern, sondern bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass der Umbruch von Grünland die Nitratwerte in die Höhe treibt und damit unsere Trinkwasserversorgung extrem gefährdet. In den letzten Jahren haben zwei unserer Landwirte auf relativ großer Fläche vergrünlandete Flächen umgebrochen, lediglich der dritte nahm auf unsere Wasserversorgung Rücksicht und brach nicht in der Wasserschutzzone um. Die Quittung für diese Grünlandumbrüche bekommen wir alle nun zu spüren.
Es wäre jedoch falsch, nur in den Landwirten die Sündenböcke zu sehen. Bereits vor 10 Jahren hat der Obst- und Gartenbauverein mit seinem Vorsitzenden und CSU-Gemeinderat Werner Lutz Stimmung gegen die Wasserschutzverordnung gemacht und praktisch zum Grünlandumbruch aufgerufen.
Wer das nicht glauben kann, sollte das OGV-Schreiben von 2007 noch einmal durchlesen: ogvschreiben.pdf [8 KB]
Die MM hat damals mit einem Flugblatt reagiert: flugblatt1007a.pdf [814 KB]
Wer unserer Argumentation misstraut, sollte sich das Rundschreiben des Landwirtschaftsamts Weilheim ansehen: gruenlandumbruch.pdf [66 KB]
Man sollte nicht vergessen: Wer die Schließung unserer Wasserversorgung in Kauf nimmt, schädigt nicht nur alle Bürger, er wird auch selbst betroffen sein.



Nach oben

Die Umbrüche hätte man vermeiden können

19.7.17: Wir haben vor kurzem über den gefährlichen Anstieg der Nitratwerte im Trinkwasser informiert: Unsere Trinkwasserversorgung ist extrem gefährdet . Mittlerweile haben Fachleute unsere Einschätzung bestätigt, dass die Erhöhung der Nitratbelastung im Grundwasser wohl vor allem auf die Grünlandumbrüche in der Wasserschutzzone zurückzuführen ist. Wir hatten auf diese Gefahr bereits im Mai 2015 hingewiesen: So kann man das eigene Wasser ruinieren Teil II und Grafik Grünlandumbruch
Seitdem haben zwei unserer drei ortsansässigen Landwirte größere vergrünlandete Flächen umgebrochen.

Wir haben dies nicht nur verurteilt, sondern haben auch auf gewisse Sachzwänge für die Landwirte hingewiesen.
Lange Jahre haben die Verantwortlichen in den Regierungen und die Landwirtschaftsämter die Landwirte ermuntert und verpflichtet, möglichst viele Flächen stillzulegen. Seit einigen Jahren kam dann die Trendwende: Die Landwirte sollten die Flächenstilllegung drastisch zurückfahren und möglichst viele Flächen (wohl auch wegen des Trends zum Anbau von Energiepflanzen) unter den Pflug nehmen.
Zu weiteren Problemen führte ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, nach dem vergrünlandete Stilllegungsflächen oder als Grünland genutzte Flächen nach 5 Jahren den Ackerstatus verlören, wodurch sie beträchtlich an Wert einbüßten. Die Folge war, dass nicht nur der Bauernverband, sondern auch viele Berater in den Ämtern zum Grünlandumbruch rieten. Das Landwirtschaftsministerium in München trägt an dieser Entwicklung einen erheblichen Anteil an Mitschuld, da es durchaus Möglichkeiten gegeben hätte, zugunsten des Grundwasserschutzes flexibel zu reagieren. Es ist einigen wenigen unterfränkischen Mitarbeitern der Landwirtschaftsverwaltung hoch anzurechnen, dass sie schon damals eine Möglichkeit aufgezeigt haben, kein Grünland umzubrechen und damit das Grundwasser zu schützen. In Margetshöchheim ist darauf leider nur ein Landwirt eingegangen.
Daraufhin hat die Gemeinde Margetshöchheim nach einem Beratungsgespräch mit dem Landwirtschaftsamt vor zwei Jahren den Landwirten ein recht gutes finanzielles Angebot unterbreitet, um weitere Grünlandumbrüche zu verhindern. Leider ohne Erfolg, da nur ein Landwirt bereit war, darauf einzugehen.
Weil es sich dank des "Aufstands" einiger Gemeinden bis ins Ministerium in München herumgesprochen hat, dass der bayerische Weg extrem grundwasserschädlich ist, gibt es seit einiger Zeit eine neue Regelung, die eigentlich jedem Grünlandumbruch den Boden entzieht:
- Vergrünlandete Flächen im Wasserschutzgebiet müssen nach 5 Jahren nicht umgebrochen werden. Sie behalten auch bei längerer Stillegung den Ackerstatus.
- Stilllegungsflächen im Wasserschutzgebiet werden auch nicht mehr auf das Stilllegungskontingent angerechnet, so dass der Landwirt keinen Nachteil hat.

Somit gibt es seit längerem keinen Grund und schon gar keinen wirtschaftlichen Zwang mehr, in der Wasserschutzzone Grünland umzubrechen. Deshalb ist es völlig unverständlich, dass noch heuer im Frühjahr wieder eine sehr große Fläche oberhalb des Baugebiets Zeilweg umgepflügt wurde.

Peter Etthöfer





Nach oben